
Abkürzungen
Aaron, Lee (v) Kanadische Hardrock lady, die in den 80ern in Heavy-Metal-Nähe begann, erfolgreich war und in den 90ern bedeutungslos im Mainstream dümpelt.
A capella Musik, die nur aus Gesangsstimmen besteht und auch Instrumente nachahmen kann (Scat, Louis Armstrong ); z.B. bei den „Comedian Harmonists“ aus Deutschland in den 30ern.
A Flock of Seagulls Melodiöser New Wave /Pop der 80er („I ran“).
A Tribe called Quest Seit Ende der 80er durch lyrische, nachdenkliche Texte einflußreicher Hip Hop, relativ funky.
A-ha Norwegisches Trio Mitte der 80er mit anfangs anspruchsvollem leicht melancholischem und einfallsreichem Pop zu knödelnder Gesangsstimme („Take on me“ 1985 mit aufsehenerregendem Video). Ende der 90er mit großem Erfolg reformiert.
AB/CD Parodie-Band auf AC/DC in den 90ern.
ABBA Anfang der 70er gegründetes schwedisches Quartett. Megaerfolgreich mit treffsicher arrangiertem Pop und sehr einfach-eingängigen Melodien (zwei Komponisten) und Mitsing-Gesangsharmonien (zwei Sängerinnen): „Waterloo“, „Dancing Queen“, „Money, Money, Money“, „The Winner takes it All“ und etliche weitere. Nach Auflösung Anfang der 80er versuchten sich Einzelmusiker in Solokarrieren („Frida“) oder als Musicalkomponisten („Chess“).
ABC Englisches Pop-Trio in den 80ern, wurde zum Soul- und Synthesizer-orientierten Duo in den 90ern („When Smokey sings“).
Abercrombie, John Moderner amerikanischer Jazz-Gitarrist, der die Einzelton-Spielweise mehr pflegt, als den Akkord.
Abrahams, Mick Nach seinem Ausstieg bei Jethro Tull blieb der Gitarrist und Sänger dem jazzig/bluesig verzwirbelten Hardrock treu; 1969/`70 mit der Bläser-verstärkten Band „Blodwyn Pig“.
Abstürzende Brieftauben Deutsches Fun-Punk-Duo in den 80ern, in den 90ern als Trio etwas ernsthafter.
Abwärts Deutsche aggressiv-depressive, teilweise sozialkritische Punk-Band der 80er („Beim ersten Mal tuts immer weh“ etwas Neue Deutsche Welle-orientiert), die Heavy-Metal-angehaucht Mitte der 90er noch tourt.
AC/DC Australische Band, gegründet Anfang der 70er. Geprägt durch den charismatischen Gesang Bon Scotts und die exzessiven Bühnenshow des Gitarristen Angus Young, brachten AC/DC den Hardrock schnörkellos und mit bis dato ungekannter Härte genau auf den Punkt; Ende der 70er/Anfang der 80er immens erfolgreich und Vorbild für unzählige Bands des Genres („Highway to Hell“ `79). Nach dem Tod Scotts 1980 mit Sänger Brian Johnson erfolgreiche Weiterführung der Karriere leicht Heavy-Metal angehaucht („Back in Black“); auch noch 2000 Lebenszeichen: „Stiff upper Lip“.
Accept Heavy-Metal-Band Ende der 70er, vergleichbar mit Judas Priest (Musik) und AC/DC (Gesang); in den 80ern die wichtigste Deutsche Band des Genres.
Accuser Deutsche Thrash-Metal Formation der 80er Jahre. In den 90ern langsamer und mit Grunzgesang ähnlich Pantera.
Ace of Base aus Schweden hatten mit leichtem Pop zu tanzbaren Reggae-Rhythmen zuerst in Europa und später auch in Amerika 1992 großen Erfolg (zweite LP 1996).
Acid House House mit verzerrten Baßläufen, eigenartigen Sythesizerklängen und mit elektronischen 4/4- Disco beats als Vorläufer des Techno.
Acid Jazz Sehr schwammiger Begriff, der ab Ende der 80er in der House-Bewegung aufkam und rein elektronische Tanzmusik ebenso meinen kann wie die Verwendung von altem Schmalz-Big-Band-Sound und manchmal auch, von Jazz- Riffs, jedoch meist unkenntlich. Zusammenfassend: tanzbar, viele Samples, wenig Originalinstrumente.
Acid King Zähflüssiger Heavy-Metal 2000; auch im Gesang Black Sabbath nahe.
Acid Rock siehe Psychedelic Rock.
Adam and the Ants New Wave-beeinflußter, hölzerner Pop um den Sänger Adam Ant mit schrillem Image ab den 80ern („Stand and deliver“).
Adams, Bryan (v, g) In den 80ern und 90ern sehr gefragter Kanadier mit einfachem, griffigen Rock und Balladen („Summer of `69“ 1983, „Everything I do (I do for You)“ 1993). Archetypischer Vertreter des Genres.
Adams, Oleta Langsamer Pop/ Soul, spielt Piano (Keyboards), Debüt 1990, Hitalbum: „Circle of One“.
Adderley, Cannonball Phantasiereicher Jazz-Saxophonist des Hard Bop ( Bebop ), u.a. bei Miles Davis.
Adesso Schweizer Trio (seit 1999) mit italienisch gesungenen Songs, klaren, simplen Grooves, tanzbar und zum Mitsingen.
Ade, King Sunny (& his African Beats) Anfang der 80er (nach dem Ende des Reggae-Booms) versuchte sich eine Plattenfirma mit dem seit den 60er-Jahren musizierenden Nigerianer. Seine vertrackten Gitarrenlinien auf dichtem und abwechslungsreichem Percussionsteppich eigneten sich jedoch ebensowenig wie sein nicht englischer Gesang (Yoruba) für glatten Pop-Erfolg und so hört man seit Mitte der 80er weniger von ihm.
Admiral Bailey Interpret des Ragga-Muffin in den 90ern.
Aerosmith Amerikanische Gruppe um den ausdrucksstarken Sänger Steven Tyler (mit der großen Fresse und kreischenden Stimme) und den Gitarristen Joe Perry; kompakt und einprägsam. Anfang der 70er gegründet, eine der erfolgreichsten Hardrock Bands ihrer Zeit („Walk this Way“). Abstieg durch Drogenprobleme. Erfolgreiches, langsames Comeback ab den 80er Jahren, immer noch erdig, eingängig, rhythmisch vielseitig und nicht zu hart („Love in an Elevator“).
Ärzte, Die Lustige deutsche Punk-Schlager, die in den 80ern mit drastischen Texten („Schlaflied“, „Claudia“) auffielen. Da es für Bela B. (Gruppe „Depp Jones“) und Farin Urlaub („King Köng“) nicht so gut lief, reformierten sich die ärzte 1993 erfolgreich.
African Bambaataa Illustre Figur aus der New Yorker Funk- und Hip Hop-Szene (durch Rap und Verwendung von Plattenspielern einer ihrer Mitbegründer). Mit seiner Hausband „Soulsonics“ veröffentlicht er seit Mitte der 80er LPs.
Afro-Reggae Verbindung von Reggae mit seinen Wurzeln in der schwarzafrikanischen Musikkultur; Alpha Blondy, Susi Bilibi.
Aggrovators, The Die Dub band von King Tubby bis Mitte der 70er.
Air Französisches Elektronik-Pop-Duo, das seit 1998 sparsam und steril vor sich hin bastelte und 2001 („10 000 Hz Legend“) mit elegischer Instrumentierung und sogar Gesang (modernisierte Pink Floyd ?) im krassen Wechsel gekonnt große Gefühle zeigt.
Air Liquid Zweiköpfiges deutsches Techno-Team, das live seit 1996 versucht, das Genre durch neue Klänge zu erweitern.
Air Supply In den späten 70ern in Australien gegründet, hatten bis in die frühen 80er mit bombastisch produziertem Balladen-Rock (schmalzige Melodien und Texte über Liebe und ihre Krisen) weltweit Erfolg z.B. mit „Making Love (out of Nothin' at All)“, bei dem deutlich Jim Steinman seine Finger im Spiel hatte.
Airforce Ginger Bakers (d) Band 1970.
Akkerman, Jan Holländischer Gitarrist bei Focus ; solo auch Einspielungen in gepflegtem bis langweiligem Pop und Jazz.
Akkord Das gleichzeitige Erklingen mindestens zweier Töne als harmonisches Gefüge.
Akustische Musik wird auf unverstärkten Instrumenten erzeugt und erst auf dem Weg der elektronischen Aufzeichnung (sacht?) bearbeitet (z.B. mit Hall). Akustische Passagen werden zu Kontrastzwecken gerne in ansonsten elektronisch erzeugter oder verfremdeter Musik eingesetzt; siehe auch Unplugged.
Alberto Y Los Trios Paranoias Aus England fielen ab den 70ern parodistisch, manchmal Latin angehaucht oder mit Fun- Punk, nur wenig auf.
Album Bis in die 60er brachten Bands/Musiker ihre Werke vorwiegend auf Singles heraus, die der Hörer in einem unförmigen Sammelordner, einem Album, aufbewahren konnte. Dann gaben die Plattenfirmen die, oft in verschiedensten Studios aufgenommenen und unterschiedlichst klingenden Titel auf einer LP, nun ebenfalls (Sammel-)Album genannt, heraus. In einem Stück geplante und aufgenommene LPs (Pionier: Frank Sinatra 1955 „In the Wee Small Hours“) oder gar Konzeptalben wurden erst Ende der 60er Standard.
Alcatrazz siehe Graham Bonnet.
Alex Oriental Experience Wenig orientalisches Rocktrio (d, b und Saz), seit den 70ern vor allem in Deutschland bekannt.
Alice in Chains Erfolgreiche Band aus Seattle zwischen Grunge und Heavy-Metal in den 90ern; z.T. sehr langsam und depressiv, 1993 auch akustisch. Melodisch-zweistimmige Gesangspassagen (teils nasal, teils rauh) und einige Hits: „Them Bones“, „Would“.
Alien Sex Fiend Dem Underground der 80er zuzurechnende Band zwischen schräg/düster und tanzbar/elektronisch um den Sänger Nick Fiend.
Allison, Luther Der Vertreter des modernen Chicago-Blues hatte sich bis zu seinem Tod 1997 mit dynamischem Gesang und Gitarrenspiel vom Mitläufer zum Star der 90er entwickelt.
Allman Brothers Band Ab den späten 60ern Rock- und Blues-Band mit sattem, vielschichtigem Sound (besonders live ) um den später verunglückten Duane Allman (g, v); Revival in den 90ern.
Almond, Marc Englischer Pop-Sänger der 80er/90er mit melancholisch-weicher Stimme; erster Hit: „Tainted Love“ mit Soft Cell, größter Solohit: „Something`s gotten hold of my Heart“.
Alpert, Herb Ab den 60ern Unterhaltungsmusik-Trompeter. Bis `69 mit der „Tijuana Brass Band“ unterwegs und immens erfolgreich, in den 80ern mit Tanznummern zu Jazz-Trompete.
Alpha Blondy Sänger mit französischen Texten, dessen Werke - trotz starker Reggae-Einflüsse die afrikanische Herkunft nicht verleugnen. Verteidigt seit Anfang der 80er Jahre kontinuierlich seinen Platz in der Afro-Reggae-Szene.
Alphaville In den 80er Jahren gegründetes, deutsches Elektronik-Pop-Trio mit griffigen, fast hymnenhaften Songs („Big in Japan“, „Forever Young“); in den 90ern plötzlich dunkel und überraschend hart.
Altamont Das Festival mit mehr als 300.000 Besuchern dämpfte 1969 vorerst die Euphorie für derartige Großveranstaltungen nach Woodstock durch organisatorisches Chaos, unzählige Verletzte und drei Tote, von denen ein Schwarzer während des Auftrittes vor den Augen der Rolling Stones erstochen wurde.
Altan Die irische Folk band der 90er schlechtin, die trotz traditioneller Musizierweise sehr frisch klingt („Island Angel“ 1993). Die Sängerin singt vorwiegend gälisch.
Alternative Kleinere, „alternative“ Plattenfirmen oder auch kleine Unterabteilungen großer Labels unterstützten experimentelle Bands, die im Gegensatz zum Mainstream fast immer etwas schräg klingen und oft verschiedenste Musikstile uminterpretieren. Von Punk und New Wave bis Grunge und EBM umspannt der Begriff jede eher ungewöhnliche Musik, solange ihre Verbreitung „alternativ“ klein bleibt. Das soll natürlich nicht heißen, daß auch „alternative“ Bands unter diesem Etikett nicht gerne mehr verkaufen würden. Obiger Begriff wird vor allem auf amerikanische Künstler angewandt und ist seit Nirvana reiner Hype ; Underground meint dasselbe und independent eigentlich auch.
Amazing Blondel Anfang der 70er Musik auf der Basis altenglischer Lieder und ihrer Instrumente.
Ambient (House / Techno) Begriff der 90er für synthetische Tanzmusik der DJ s, die meist langsam, mit sphärischen Keyboardklängen und tiefen Frequenzen eine tranceartige Umgebung schaffen will.
Ambros, Wolfgang (v, g), stets von versierten Musikern begleiteter Österreicher mit melancholisch-satirischen Texten („Es lebe der Zentralfriedhof“ oder die parodistische Rock-Oper „Der Watzmann“). Nachdem er in den 70ern noch Dylan-Songs auf deutsch interpretierte, tendiert er inzwischen eher zum Schlager.
Ambrosia aus Kalifornien machten, produziert von Alan Parsons, von 1975 bis Anfang der 80er aufgeblasenen Synthesizer-Pop-Rock.
Amen Corner Oberflächliche englische Beat-Gruppe 1967-1970. Sänger Andy Fairweather Low ist ab 1971 solistisch unterwegs.
America Amerikanische sanfte Folk /Pop Formation in den 70ern (Hit: „A Horse with no Name“); in den 80ern Filmmusik zu „The Last Unicorn“.
Amon Düül Chaotische, psychedelische Hippies aus München, die sich ab 1967 mit englischen und amerikanischen Vorbildern technisch in jeder Hinsicht schwer taten ( Krautrock ). Erst Amon Düül II konnten als tapfere Vorreiter im Rock-Entwicklungsland BRD langsam (ab `69) ihre Underground-Musik mit exotischen Klängen, mystischen Texten, Hardrock und Elementen à la Pink Floyd, Jefferson Airplane überzeugend aufwerten, bis sie Mitte der 70er einem immer belangloserem Ende entgegentrieben. U.a. mit Chris Karrer (g, vln, v), Renate „Krötenschwanz“ Knaup (v). 1995 Reunion.
Amorphis Skandinavische Band der 90er, vom Black-Metal kommend, mit Keyboards und nordischer Folklore zunehmend langsamer und gemäßigter.
Amos, Tori Amerikanische Pop-Künstlerin, die in den 90er Jahren bekannt wurde. Oft Songs zu karger Begleitung (sie spielt Piano), stimmlich weich und modulationsfähig; covert 2001 sogar Slayers „Raining Blood“!
And One Elektronik, Deutschland 90er, düster, EBM-nah.
Anders, Thomas Deutscher, englisch singender Schlager sänger u.a. bei Modern Talking seit den 80ern.
Anderson, Angry Aggressiver Hardrock sänger der Rose Tattoo mit Soloplatten seit den späten 80ern.
Anderson, Ian siehe Jethro Tull.
Anderson, Jon Sänger mit extrem hoher Stimme u.a. bei Yes oder Vangelis.
Anderson, Laurie (v, vln) Avantgardistische Lyrikerin, die sich nach Pop- Happenings und komplexen Klein-Kunstwerken (1980 „Big Sience“) inzwischen auch in der kürzeren Form einzelner sanft-skurriler Songs wiederfindet.
Andrew Sisters Schlager-Sing-Sang aus Amerika in den 30er/40ern.
Animals In der harten britischen Blues-Rock-Band fand 1962 -`68 der kraftvolle Sänger Eric Burdon ein adäquates Zuhause („House of the Rising Sun“, „When I was Young“).
Anka, Paul wandelte sich ab 1958 vom Teenie-Star zum Crooner.
Annihilator Kanadischer Thrash-Metal ab Mitte der 80er („Alice in Hell“).
Anthrax Amerikanische melodische Thrash-Metal Band, gegründet Anfang der 80er. Experimentierten auch mit Rap-Elementen.
Anvil Nordamerikanische Band ab den frühen 80ern mit heftigem und schnellem Heavy-Metal ; damit teilweise Vorreiter des Speed-Metal ( Thrash-Metal ).
Anyones Daughter konstruierten in Deutschland seit Ende der 70er bis in die 80er langatmige Rockstücke.
AOR, Adult Orientated Rock (Erwachsenen-orientierte-Rockmusik) ist im Gegensatz zum eher herben, kantigen, lauten oder anarchischen Rock der Jugendlichen eine durch Keyboards verwässerte und mit süsslichen oft mehrstimmigen Chorussen, mitsingtaugliche Variante des Schlagers im reißbrettgezimmerten Rocker-Gewand. Kurz: schleimige Angelegenheit... („Final Countdown“ von Europe, REO Speedwagon, Rick Springfield uvm.).
Apache-Indian Shooting-Star in der englischen Bhangra- Ragga-Muffin-Szene: harte Ragga-Sounds und indische Folklore (`95 mit zweitem richtungsweisendem Album).
Aphex Twin Der britische Elektronik-Bastler Richard D. James gehört mit Sphärenklängen („Ambient Works“), Klangcollagen mit Dance beats („I care because“) und äußerst bizarren Videoclips zu den führenden Techno persönlichkeiten der 90er.
Aphrodites Child Griechische Gruppe in Paris um Vangelis Papathanassiou (k), und Demis Roussos (v, b, g, in wirklich extrem hoher Stimmlage mit ebenso unglaublichem Vibrato ) gegründet, die sich herzzerreißenden Balladen und einem ausgefallenen Konzeptalbum („666“, über die Apokalypse des Johannes) hingaben.
April Wine Kanadischer Hardrock ab den 70ern an der Grenze zum Mainstream.
Arcadia siehe Duran Duran.
Arch Enemy siehe Spiritual Beggars.
Argent Amerikanische Hardrock / Mainstream Gruppe der 70er Jahre um die Songwriter Rod Argent (k, v, von den „Zombies“) und Russ Ballard.
Armatrading, Joan konnte ab Mitte der 70er Jahre mit kehligem, intelligenten Gesang und musikalisch potent eine Zeit lang ein erstaunliches Gleichgewicht halten - das machten ihr Tracy Chapman und Suzanne Vega später nach. 2007 musikalisch noch immer intelligent, jetzt mit Blues.
Armstrong, Louis „Satchmo“ Der erste grundlegende Solist ( Solo ) des Jazz erhob die Improvisation als Trompeter und Bandleader seiner „Hot Five“ oder „Hot Seven“ (1925 -`28) zum stilbildenden Element dieser Musik; Meister des Scat-Gesangs. Später konnte er sich als einer der ersten schwarzen Amerikaner auf diesem Ruhm in Film und Musik als Unterhaltungskünstler ausruhen („Wonderful World“ in seiner zweiten Form mit Streichern, 1968).
Army of Lovers Schwedisches Pop-Trio der 90er mit operettenhaftem Chorgesang und schrillem Sex- Image.
Arrested Development Amerikanische Hip Hop-Kommune Anfang der 90er mit religiöser Grundaussage, akustischen Instrumenten und Gospel-Einflüssen.
Ars Nova Amerikanisches, klassisch gebildetes, kunstvoll vielschichtiges Rock-Sextett der späten 60er, die trotz Kritiker-Lobes nie erfolgreich waren.
Art Ensemble of Chicago Seit 1965 Free Jazz mit Lester Bowie (2000 gestorben).
Art of Noise, The Englischer Avantgarde-Pop der 80er Jahre mit schrägen Synthesizern und Geräusch- Samples. Cover-Version des Prince Titels „Kiss“ (mit Tom Jones als Gastsänger).
Art Rock (Kunst Rock) Von den Beatles ausgehend („Sgt.Pepper“, 1967) wurde die simple Aneinanderreihung von Hits Ende der 60er verdrängt von kompletten, zusammenhängenden Alben (Konzept-Alben ) oder von endlos langen Improvisationen (Cream ). Galten anfangs einigermaßen gleichklingender Sound oder die Verwendung nur eines Rock-untypischen Instrumentes (z.B. Geige) als höchst „kunstvoll“, so stellten Mitte der 70er viele Bands eine oder gar mehrere LPs unter ein Thema. 30-minütige komplexe Kompositionen, um die sich weitere Songs nur als Zugabe gruppierten, wurden, auch kommerziell die Single verdrängend, zur Regel. Mit immer anspruchsvolleren Verschachtelungen versuchten die Bands ihre Hörer auf immer längere musikalische Reisen zu schicken - Stücke mit musikalischem Jazz-Tiefgang (Yes, Gentle Giant ), historischen Anleihen (Emerson, Lake & Palmer ), gründlicher Einheitlichkeit (Pink Floyd ) oder Opern-aufwendigem Umfang (Genesis, Jethro Tull ) in Großbritannien - und in Amerika eher aufwendige Soundkonzepte wie bei Grateful Dead oder Kansas. Als sich diese anfangs hochproduktive Bewegung Ende der 70er belanglos wiederholte, war der Punk vor allem in Europa die drastische Antwort auf derart aufgeblasene Selbstgefälligkeit. Gesamtkunstwerke wie in den 70ern wurden jedenfalls äußerst selten. Eine heutige Entwicklung ist der Progressive Metal.
Ash Britische Gitarren-Popband, Mitte der 90er erfolgreich („The Girl from Mars“).
Ash Ra (Tempel) Deutsches Synthesizer- und Gitarren-Gewaber in den 70ern.
Asher D. & Daddy Freddy Der Titel der `87er LP „Raggamuffin Hip Hop “ ist Programm: auch solo sind die beiden Top-Acts der Hardcore-Raggamuffin-Szene.
Ashford & Simpson Das farbige amerikanische Songwriter-Ehepaar startete als Lieferant für Ray Charle s, Diana Ross oder Stevie Wonder, bevor 1984 mit dem soul igen Disco-Song „Solid“ ein selbstinterpretierter Erfolg gelang.
Ashton, Gardner & Dyke Von Ex- Remo Four-Mitgliedern 1968 in London gegründet, verbanden harten Blues-Rock mit jazzigen Einflüssen und der charakteristisch rostigen Stimme Ashtons.
Asia Musiker um Geoff Downes (k) (anfangs auch Carl Palmer (d) Emerson, Lake & Palmer, Steve Howe (g) Yes ) fanden hier eine bombastische Plattform, ihr Können studiotechnisch so aufzublasen, daß sie bis in die späten 80er noch gut verdienen konnten („The Heat of the Moment“); Mitte der 90er ist die völlig umbesetzte Band sicher nicht mehr so einträglich.
Asphyx Niederländische Formation zwischen Death- und Doom-Metal (90er); extremer Grunzgesang.
Astley, Rick Englischer Tanz- Mainstream der 80er; produziert von Stock/Aitken/Waterman.
Aswad Hochpotente englische Reggae-Band um den Sänger und Rhythmus-Gitarristen Brinsley Forde, die Mitte der 70er in kleinen Clubs mit erdigem Roots-Reggae gewürzt mit britischem Rock und sozialkritischen Texten begann und sich allmählich zu einem Top-Act mauserte, der zwar glätter aber nicht künstlerisch unattraktiver wurde (siehe „Shine“ von 1995).
Atkins, Chet Anerkannter Country-Gitarrist mit gelegentlichen Ausflügen in die Unterhaltungs-Musik (z.B. mit Mark Knopfler ).
Atlanta Rhythm Section Blues- und Country-Rock aus Atlanta bis in die 80er.
Atlantis 1973/`74 Rock mit Inga Rumpf.
Atlas, Natasha leiht ihre arabische Stimme dem Dancefloor in London und war mit einer eigenen LP 1995 wenig erfolgreich.
Atomic Rooster Ab `69 unkomplizierte Hardrock-Band um Vincent Crane (mit heftiger Orgel, `89 gestorben), die ihren Schlagzeuger an Emerson, Lake & Palmer verlor und u.a. den Ex- Colosseum-Sänger Chris Farlowe auf Solo-Pfade entließen; bäumten sich 1983 (mit Gitarrist und Sänger John Du Cann) ein letztesmal auf.
Atrocity Deutscher Death-Metal ; 1995 zusammen mit Das Ich in Richtung Dark Wave.
Attila siehe Billy Joel.
Aubry, René Französischer Instrumental-Komponist der Pop- und Rock-inspirierten Moderne; vor allem für Ballett- und Film-Musik.
Audioslave Rage aganist the Machine-Musiker mit Soundgarden-Sänger Chris Cornell ab Ende 2002. Und genauso klingt`s auch.
Auger, Brian (k, v) schwankte zwischen Jazz und Pop ohne seinen immensen Vorschuß-Lorbeeren aus den späten 60ern gerecht zu werden. Größere Erfolge hatte er zusammen mit Julie Driscoll in der Band „Trinity“ (1966 -`70). In den 90ern ist er mit Eric Burdon unterwegs.
Autograph Amerikanische Mainstream- Hardrocker der 80er („Turn up the Radio“).
Avalon, Frankie Süße amerikanische Liedchen in den späten 50ern.
Avantgarde bezeichnet Vorreiter, die ungewohnte „Neuerungen“ einführen. Angesichts der gesamten Musikgeschichte und ihrer Vielfalt (z.B. allein in der World Music ) ist der Begriff in Rock und Pop nicht zu hoch zu bewerten. Eine Flöte im Heavy-Metal ist also durchaus keine besondere Leistung, da stilübergreifendes Aufnehmen von Einflüssen ohnehin zum Geschäft gehört.
Average White Band 1973 von schottischen Musikern gegründetes Soul-Sextett mit, vor allem anfangs, eigenständigem Profil.
Axe Amerikanischer Mainstream- Hardrock der 80er.
Axton, Hoyt 1964 Country, zunehmend Rock und ganz wenig Blues bis Ende der 70er („The Pusher“ wurde ein Hit für Steppenwolf ).
Axxis Deutsche Kommerz- Hardrocker ab den 80ern (längere Pause Ende der 90er) mit hohem Knödelgesang.
Ayers, Kevin Nach seinem Ausstieg bei Soft Machine 1969 experimentiert der Gitarrist in verschiedenen Stilen.
Ayler, Albert Früh (1970) verstorbener Saxophonist des Free Jazz.
B 52 Amerikanische Gruppe, Ende `70 gegründet; zwischen New Wave und Kommerz-Pop; männlicher Sprechgesang und singende Mädels.
Babe Ruth 1972 bis 1977 schrie zeitweilig eine Sängerin gegen britischen Hardrock an.
Bach, Johann Sebastian (1685 -1750) Der Musiker des Barock schuf u.a. Orgelwerke, Kammermusik und Orchesterwerke und das „Wohltemperierte Klavier“ (ein grundlegendes Werk abendländischen Harmonieverständnisses), wurde jedoch erst seit der Deutschen Hochromantik (Mendelssohn-Bartholdy) wirklich populär. In der Zeit der Wiener Klassik war sein Sohn Carl Philipp Emanuel weit berühmter.
Bachmann Turner Overdrive Kanadische Hardrock-Band Anfang der 70er bis Anfang der 90er um den Ex- Guess Who-Gitarristen/Sänger Randy Bachmann, der inzwischen ausgestiegen ist („You ain't seen Nothing yet“).
Backjard Babies siehe TNWOSAR.
Backstreet Boys Amerikanische Jungs, die Mitte der 90er musikalisch, tanztechnisch und in Teenie- Image die Linie der New Kids on the Block, Take That etc. fortführen und in Europa höchst erfolgreich durchstarten („We`ve got it going on“, „Get down“).
Bad Boys Blue Eingängig brav in Deutschland produzierte Gruppe für Discothek en-Tanzmusik der 80er.
Bad Company 1974 gegründetes Quartett um den kraftvollen Sänger Paul Rodgers (auch g, k) von Free und Mick Ralphs (g) von Mott the Hoople. Bis in die späten 70er ein Musterbeispiel für ausdrucksstarken und einfallsreichen Hardrock. `86 -`95 mit neuem Sänger US- Mainstream ; danach mit Paul Rodgers-Imitat wieder erdiger.
Bad English US- Mainstream der 90er um den Sänger John Waite und den Ex- Journey-Gitarristen Neil Schon.
Bad Religion Die Amerikaner verbinden seit Anfang der 80er, oft schnellen Punk-Rock mit sehr melodiösem und eingängigem Gesang und wurden so zu einer der Einflußgrößen des neueren amerikanischen Punk ( Green Day, Offspring, NOFX etc.).
Badfinger Englische 70er-Band die ein wenig wie die frühen Beatles klingen.
Badger 1971 vom Ex- Yes-Keyboarder Tony Kaye und dem Ex- Asthon, Gardner & Dyke-Schlagzeuger Roy Dyke in London gegründet; virtuos gespielter, keyboardlastiger Bombast-Rock der 70er mit schwachem Songmaterial.
Baez, Joan Wurde 1959 als Folk-Sängerin, Anfang der 60er auch durch ihren politischem Protest berühmt. Sie singt mit glasklarem Sopran oft nur zu Gitarrenbegleitung und ist (neben Bob Dylan, dessen Songs sie bekannt machte und mit dem sie eine problematische Freundschaft verband) eine der wichtigsten Folk-Persönlichkeiten Amerikas.
Bahamadia Eine Rapperin, die Mitte der 90er mit druckvoll modernisierter „Old School“ überrascht.
Baird, Don siehe Georgia Sattelites.
Baker, Anita 1958 geborene Amerikanerin mit beachtlichem Stimmumfang in Gospel, Jazz und Soul und großer Beliebtheit bei Kritikern.
Baker, Chet Trompeter des Jazz ab den frühen 50ern ( Cool ) und später auch melancholischer Sänger. Dem Erfolg nicht gewachsen und bis in die 70er in Drogenprobleme verstrickt, die von der Presse weidlich ausgeschlachtet wurden (1988 gestorben); siehe auch Image.
Baker, George (George Baker Selection) Hans Bouwens (= George Baker) aus Holland mit Schmalz- Disco zum Mitsingen in den 70ern („Paloma Blanca“).
Baker, Ginger In Jazz und afrikanischen Rhythmen versierter Schlagzeuger von Alexis Korner, Graham Bond und schließlich, seinen meisterlichen Ruf begründend, bei Cream. Später bei Blind Faith, „Airforce“ (u.a. mit Steve Winwood ) und in weiteren, bis heute immer weniger beachteten Projekten trommelnd (z.B. bei „BBM“ - Baker, Bruce & Moore ).
Baldry, Long John Blues gefärbter Sänger aus England in wechselnden Stilformen (ab 1958 mit Alexis Korner, „Steampacket“, Julie Driscoll, Brian Auger, Elton John, Rod Stewart u.v.a.); 2005 gestorben.
Ballard, Hank Schwarzer Sänger; 1958 „The Twist “.
Ballard, Russ Amerikanischer Sänger/Songwriter und Multiinstrumentalist in den 70er bis 90er Jahren, Ex-Mitglied von Argent. Auch solo und als Songwriter für andere Künstler (z.B. Rainbow ) im Hardrock / Mainstream-Bereich engagiert; eigene Hits in den 80ern waren „Voices“, „Fire still burns“.
Ballistic Brothers Trip Hop aus London, der sich seit `92/`93 durch minimalistischen Stil auszeichnet.
Baltimore Kanadische Hardrock / Mainstream-Gruppe Mitte der 80er mit einfachen Melodien und weiblich klingendem Sänger.
Bananarama Ab 1981 hatte das britische Mädchen-Trio mit reich arrangiertem, aber stets eingängigem Dancefloor-Sound vor allem in Europa zahlreiche große Hits (z.B. „Robert deNiro`s waiting“, „Cruel Summer“). Siobhan Fahley gründete Ende der 80er Shakespeares Sister.
Banco Differenziert-komplexe italienische Rockband der Siebziger.
Band (Gruppe). Mit tausend Ausnahmen: Jazz-Band üblicherweise aus Rhythmusgruppe (d, b, k oder g), Solisten (t, s, g etc.) und eventuell Harmonieorchester (Bläsern); Rock-Band aus Rhythmusgruppe (d, b, g, k), die neben den Vocals oft gleichzeitig die Solisten stellt (g, k ); Pop-Band aus Producer, moderner Technik und Marketing.
Band, The Ehrliche amerikanische Country- Folk- Rock-Mischung. Zunächst Begleitgruppe von Ronnie Hawkins und später Bob Dylan. Genreprägende Alben („Music from Big Pink“, „The Band“); 1974 nach dem von Martin Scorsese verfilmten „Last Waltz“ aufgelöst. Ab 1986 Reunion, allerdings ohne den Gitarristen und Songschreiber Robbie Robertson.
Bangles Amerikanisches Mädchen-Quartett mit leicht an die 60er Jahre erinnerndem Gitarren-Pop. Erster Hit: „Manic Monday“ 1985 (von Prince geschrieben), 1986 „Walk Like an Egyptian“, 1988 „Eternal Flame“. In den 89ern aufgelöst, Sängerin Susanna Hoffs daraufhin solo, 2003 Reunion.
Banton, Buju Vertreter des Ragga-Muffin in den 90ern.
Banton, Pato Ernstzunehmender Youngster aus der britischen Reggae-Szene der 90er Jahre. Machte im Duett mit dem UB 40-Sänger Ali Campbell auf sich aufmerksam.
BAP 1976 gegründet um den Sänger Wolfgang Niedecken. Singen in Kölsch, rocken altbekannt - aber erfolgreich.
Barber, Chris Britischer Dixieland-Nachfahre seit den 60ern.
Barclay James Harvest Englisches Pop- und Hymnen-Rock-Trio ab Anfang der 70er, religiöse Grundaussage in den Texten („Hymn“, „Live is for living“).
Barker, Sally ist in den 90ern mit kräftiger Stimme und Musik zwischen Folk und Rock unterwegs.
Barnes, Jimmy Sänger der Cold Chisel und ab `83 solo.
Baron Rojo Spanische Hardrock band mit anfangs spanischen und später englischen Texten in den 80ern.
Barrett, Syd Mastermind der frühen experimentellen Pink Floyd. Nach Drogenproblemen in den 70ern wenig erfolgreiche experimentell-seltsame Soloplatten.
Basie, Count Schwarzer Pianist und Leiter einer der langlebigsten, extrem swing enden US- Big Bands des Jazz (seit 1935).
Baß Tiefste Männerstimme / tiefste Stimme eines Musikstückes als rhythmische oder melodische Stütze - ausgedrückt durch Elektro-Baßgitarre, Kontrabaß, Baßposaune, Synthesizer, Baßpedal der Orgel etc.. Slap-Baß ist eine Spielweise, bei der die meist viersaitige Baßgitarre mit dem Daumen so hart angeschlagen wird, daß ein percussiver, knallender Klang entsteht (Larry Graham von Graham Central Station, Stanley Clarke ).
Bates, The Deutsche Punk band die Mitte der 90er mit Coverversionen bekannter Hits erfolgreich wurden (z.B. „Hello“ von Shakespears Sister oder „Billie Jean“ von Michael Jackson ).
Bathory galten ab Mitte der 80er als schlichte Venom-Kopie (schnell, brachial, punk ig mit okkulten Texten). Mit „Under the Sign of the Black Mark“ gab sich die schwedische Band, die lange Zeit nur aus einem Mitglied, Quorthon, bestand, deutlich brutaler und kann neben Possessed oder Celtic Frost als einer der krassen Vorreiter des Death- und Black-Metal gelten (mit rauh krächzendem Sänger). Zum Trio angewachsen flossen 1990 keltische Musik und mystische Texte ein; 1995 brachte die Band wieder zwei Black-Metal-Platten heraus, die allerdings der Kritik nicht gefielen.
Batt, Mike (v, k) Zwischen üppig instrumentiertem Musical und Pop ab Ende der 70er.
Bauchklang Wiener Sextett zwischen Dub und Hip Hop- nur vokal! Keine Instrumente! (2001 „Jamzero“).
Bauhaus Die 1977/`78 in England gegründete Band erweiterte die Strukturen des Punk musikalisch offen um depressiven Gesang und mystisch-bizarre Texte und sind somit neben Joy Division Mitbegründer des Gothic-Wave ( Dark Wave ). Nach Trennung von Sänger Peter Murphy machte die Band unter dem Namen „Tones on Tail“ und später „Love and Rockets“ (Ende der 80er in Amerika mit dem poppigen Hit „So Alive“) unter Führung von Gitarrist Daniel Ash weiter, der jetzt auch (melodiös und weniger depressiv) singt. 1998 reformiert.
Bay City Rollers Teenie-Band der 70er.
Beach Boys, The hatten in den frühen 60ern mit unbeschwertem Pop Erfolg in Sachen „Sommer, Sonne, Surfen“. Ihr hoher, komplexer Chorgesang war mit den Beatles und dem aufkommenden Westcoast-Sound trotz ausgefeilter Arbeiten („Pet Sounds“ war 1966 der letzte große Erfolg) nicht mehr gefragt, so daß sich die Band nach langer Krise (vor allem nach dem drogenbedingten Ausscheiden des musikalischen Kopfes Brian Wilson ) bis heute mit kleineren Comebacks bescheiden mußte.
Beastie Boys Weißes amerikanisches Hip Hop-Trio (Ursprung in der Punk-Szene), das Mitte der 80er mit Metal-Rap und frechem Image groß raus kam. Mitte der 90er nach 70er- Funk-orientiertem Hip Hop heute plötzlich wieder derber Punk und instrumentaler „Easy Listening“ Jazz.
Beat (Schlag) Dem rhythmischen Hauptakzent eines Musikstückes wird eher streng gefolgt (wie beim Walzer oder dem Blues ), oder Zwischenschläge werden verschleppt (im Rock) oder vorwärtsgetrieben (Stilmerkmal des Jazz, vor allem im Swing ). Der Begriff wurde in den 60ern als britische Weiterentwicklung ( Beatles ) des Rock`n'Roll gefeiert. Seit den 80ern ist der Beat oft charakteristisches und einziges Unterscheidungsmerkmal im Dancefloor mit z.B. Disco-, Break- oder Techno-Beats.
Beat Farmers Amerikanischer Gitarren-Rock; mit dem ungewöhnlich abwechslungsreichen 87er-Album „The Persuit of Happiness“ kurzzeitig erfolgreich; immer noch aktiv.
Beat, The Hervorragende britische Band mit starken Ska-Einflüssen und zahlreichen Toasting- Einlagen um die hochkarätigen Musiker Ranking Roger und Saxa. Entwickelte sich Anfang der 90er in kommerziellerem Gewand unter dem Namen General Public zu einer weiterhin qualitativ wertvollen Musiker-Formation.
Beatlemania bezeichnet die unglaubliche Hysterie um die Beatles und deren immensen Einfluß auf die Jugend und Musikindustrie (vor allem in Amerika als „British Invasion“). Rasende Verkaufszahlen für Gitarren und kreischende weibliche Teenager (die, bevor sie womöglich ohnmächtig umfielen, jedes Konzert mühelos übertönen konnten) waren jahrelang ebenso an der Tagesordnung wie die andauernde Belegung der ersten Chart-Plätze durch die Beatles, die laut John Lennon „nun poulärer als Jesus“ seien.
Beatles, The John Lennon (v, g, k), Paul McCartney (v, b, g, k), George Harrison (g, v), Ringo Starr (d, v); 1960 -`70; aus Liverpool. Auf einem scheinbar einfachen Fundament von Rock`n'Roll, Mersey-Beat und englischer Folklore verstanden es die Beatles, eine derartige Fülle von althergebrachten und experimentell-neuen Strömungen in Musik, Industrie und Jugend-/Gesellschafts-Kultur zu vereinen, daß bis heute ein derartig ununterbrochenes, musikalisches Niveau zusammen mit unglaublichem gesellschaftlichem Einfluß nie wieder erreicht wurde. Seien es ihre „langen“ Haare (Pilzköpfe) oder ihre immensen Auswirkungen auf die amerikanische Musikindustrie ( Beatlemania ), ihre schier unerschöpflichen melodischen Fähigkeiten, musikalischen Ausdrucksweisen (oft genial neuartig produziert von George Martin) oder textlichen Raffinements: in dieser Summe ist die Rockmusik ohne die Beatles undenkbar. Den „neuen“ Song „Free as a Bird“ 1996 hielten daher nicht nur Kritiker für überflüssig.
Beats International Dancefloor-Projekt mit deutlichem Reggae-Einschlag aus Brighton um Mastermind Norman Cook. Die innovative Band arbeitete zunehmend mit den Ragga-Haudegen „Daddy Freddy“ zusammen und hatte nur einen Hit („Dub be Good to me“ 1990).
Beau Brummels Amerikanische Spät-60er im Stil der psychedelischen West-Coast-Bands.
Beautiful South Englischer eingängiger und heiterer Gitarren-Pop der 90er von Ex-Mitgliedern der Housemartins gegründet.
Bebop Extrem komplexe, schnelle, improvisations reiche Jazz-Variante um die Giganten Charlie Parker (s), Dizzy Gillespie (t), Thelonious Monk (p), Bud Powell (p), Charles Mingus (b), Oscar Pettiford (b), Kenny Clarke und Max Roach (d) seit Anfang der 40er. Hard Bop Spielweise dem Bebop Ende der 50er etwas geradliniger nachfolgend; Einflüsse aus Blues und Gospel.
Bechet, Sidney (1897 -1959) Wichtiger Klarinettist und früher Improvisator des Jazz.
Beck Der amerikanische Musiker gehört mit seiner abenteuerlichen Mischung aus Grunge, Hip Hop, Country usw. zu den gefragtesten Vertretern der Alternative-Bewegung; „Loser“ 1994.
Beck, Jeff 1965 verließ der exzentrische Brite die Yardbirds und nahm mit Sänger Rod Stewart zwei der ganz frühen englischen blues betonten Hardrock-Alben auf. Nach der „Jeff Beck Group“ (mit Soul-Touch) und einem Versuch mit „Beck, Bogert & Appice“ ( Vanilla Fudge ) war er Mitte der 70er mit Fusion-Alben ( Jan Hammer ) erfolgreich und zu Recht als großer Gitarren-Virtuose gehandelt. Danach übte er sich in weiterhin technisch meisterhaften, aber wenig erfolgreichen Projekten ( Rock`n´Roll ) und ständig als Gastmusiker bei Kollegen (von Stanley Clarke bis Tina Turner ). Seit der Jahrtausendwende modern und heftig runderneuert.
Becker, Walter (b, v, g) siehe Steely Dan.
Bed and Breakfast Erst vier, dann drei Jungs für alle Mädels ab Mitte der 90er mit Dance-Pop und Take That- Image.
Bee Gees Australisches Trio in den 60er Jahren als eher brave Beat-Band gegründet; in den 70ern Aufsprung auf die Disco-Welle (Soundtrack „Saturday Night Fever“); in den 80er/90ern weiter mit bravem Pop erfolgreich.
Beethoven, Ludwig van (1770 - 1827). Bedeutende Symphonien (Nr. 5 „Schicksalssymphonie“ oder Nr. 9 mit Schillers „Ode an die Freude“ als bombastischem Schlußchor) und grundlegende, die abendländische Harmonielehre entscheidend erweiternde Klaviersonaten und Streichquartette der Wiener Klassik (nur eine Oper).
Beggar's Opera Schottische keyboard lastige Rockband; in den frühen 70ern vor allem auf Festivals beliebt.
Beiderbecke, Bix Sehr früher Solist (Kornett) des Jazz ; 1931 gestorben.
Belafonte, Harry Ab 1956 gab der New Yorker seinen karibisch eingefärbten Pop mit einschmeichelndem Schmelzgesang zum Besten (Calypsomusik: klingt wie stark verdünnter Reggae ).
Belew, Adrian Seit den 70ern gefragter Studiomusiker (g für u.a. Laurie Anderson, Zappa ) und auf Soloplatten Multitalent zwischen Pop und totalem Experiment.
Bell, Carey Zeitgenössischer Begleitmusiker aus Chicago auf der Blues-Mundharmonika in der Tradition von Walter Horton.
Bellamy Brothers Amerikanisches Country-Duo der 70er/80er Jahre („Let your Love flow“).
Benatar, Pat Mit angerauhter Stimme war die Sängerin aus Amerika Mitte der 80er mit radiotauglichem Mainstream-Pop/Rock erfolgreich („Love is a Battlefield“).
Benson, George Zuerst durchaus talentierter Gitarrist des Jazz, der sich in den Mitt-70ern als erfolgreicher Schmuse- Soul-Sänger profilierte. Das konnte er offensichtlich selbst nicht mehr hören, denn er wandte sich ab Ende der 80er verstärkt der Fusion zu und scheint heute beim puren Kommerz stillzustehen.
Benton, Buster Der Blues gitarrist und Sänger verschmilzt den alten Blues mit dem neuen aggressiven und harten City-Blues („Spider in my Stew“, „Blue Bird“).
Berry, Chuck Der schwarze Sänger und Gitarrist beeinflußte durch seine geradlinigen Melodien und einfachen Texte zu Problemen Jugendlicher spätestens ab 1955 sämtliche (vor allem weiße) Nachfolger im Rock`n'Roll ( Elvis Presley ), Pop und Rock ( Beatles, Rolling Stones ). Plattenfirmen, Rassismus oder persönliche Probleme verhinderten die uneingeschränkte persönliche Anerkennung. Seine Hits „Maybelline“, „Roll over Beethoven“, „Rock and Roll Music“, „Johnny B. Goode“, „Little Sixteen“(=„Surfin' USA“ der Beach Boys ) u.v.m. wurden Klassiker.
Biafra, Jello Sänger der Punk band Dead Kennedys. Nach deren Auflösung 1987 zahlreiche Soloprojekte (z.B. „Lard“ mit Ministry ) mit vielen Stars des US- Undergounds.
Bianco, Bonnie Europäische Popsängerin der 80er, mit sentimentalen Balladen erfolgreich.
Big Audio Dynamite Die Londoner Band um den Ex- Clash-Gitarristen Mick Jones lieferte seit Ende der 80er vier hervorragend produzierte Alben mit hartem Rock, Reggae anleihen und avantgardistischen Elementen ab, bevor sie sich 1994 auflöste.
Big Balls Bon Scott- AC/DC- Coverband ab Mitte der 90er aus Deutschland.
Big Band Eigentlich Gruppe mit mindestens zehn Musikern. Im Jazz durch Fletcher Henderson bedeutend entwickelt ( Count Basie, Duke Ellington, Glenn Miller, Benny Goodman ). Im Rock sehr selten.
Big Black Mit extrem verzerrten Gitarren, monotonen Schlagzeug-Computerbeats, düsteren Textaussagen und verzerrtem Gesang ist die Mitte der 80er gegründete amerikanische Band eine wichtige Einflußgröße auf die spätere Industrial-Szene der 90er. Sänger und Mastermind Steve Albini wurde nach dem Scheitern seines Soloprojekts „Rapeman“ gefragter Produzent u.a. für Helmet, die Pixies oder Nirvana.
Big Brother & the Holding Company Amerikanischer Rock (`67 -`71) anfangs mit Janis Joplin.
Big Country Schottische Formation der 80er mit dichtem Gitarren-Teppich gradlinig-stampfend, leidlich melodiös und folkloristisch angehaucht.
Big Youth Bis heute beachtlicher Repräsentant des Toasting (mit gravierten Goldzähnen!), der sich nicht nur mit den üblichen Themen (Frauen oder Motorräder) befaßt, sondern die Nöte und Sorgen der Ghettobewohner zum Thema macht und daher bei Bob Marley beliebt war und bei Jamaikanern noch heute ist.
Bilgeri Rockiger österreichischer Barde seit den 80ern, Hit: „Desperado“ (von den Eagles ).
Biohazard Erfolgreichste Vertreter der Mitte der 90er angesagten New York- Hardcore- Punk-Welle; durch brachiale Heavy-Metal-Gitarren und sozialkritische Texte - teilweise in Sprechgesang ( Rap ) vorgetragen.
Birth Control Deutsche Band mit Orgel, dünne angelehnt an den Hardrock der 70er-Jahre (Hit: „Gamma Ray“).
Birthday Party Australische Undergroundband Anfang der 80er um Nick Cave.
Bishop, Elvin Ab 1969 spielt der Gitarrist zurückhaltende Blues-Phrasierungen (u.a. bei der Butterfield Blues Band ) und zeigt sich auch in Rock und Country zuhause.
Björk Die ehemalige Sängerin der isländischen Sugarcubes begann ihre Solokarriere in den 90ern mit einer Mischung aus unterschiedlichsten Dancefloor-Elementen und kindlichem Gesang; später wurde es ernster und konzeptioneller.
Black Britischer Soft-Pop-Künstler mit einem melancholischen Hit Ende der 80er: „Wonderful Life“.
Black Crowes Amerikanische Hardrock-Band, seit Anfang der 90er mit erdigem Gesang und abwechslungsreichem Material, sehr 70er-bezogen ( AC/DC ), immer erfolgreicher, 96 mal mit Neil Young unterwegs.
Black Flag Neben den Dead Kennedys wichtigste Pioniere des amerikanischen Hardcore- Punks ab Ende der 70er. Sänger Henry Rollins machte nach Auflösung der Gruppe solo weiter.
Black, Frank Ex-Sänger der Pixies aus Amerika; in den 90ern teilweise hitparadentauglich.
Black, Mary Irische Folk sängerin (Ex- De Dannan ), die sparsam aber kompetent begleitet Mitte der 90er nach zehn Jahren Soloarbeit etwas erfolgreicher wird.
Black Oak Arkansas Amerikanische Band (erste LP 1969), die Anfang der 70er Country-Einflüsse mit harten Rock-Gitarren und klischeehaften Texten verband und vor allem in Amerika größeren Erfolg hatte. Stilistische änderungen und Umbesetzungen führten zum Einbruch; Comebackversuche in den späten 80ern.
Black Sabbath Ende der 60er in Birmingham gegründete Heavy-Metal-Band schlechthin. Mit kräftig (oft doppelt aufgenommenem) weinerlich-klagendem Sänger Ozzy Osbourne (ab 1980 Dio, 1983 Ian Gillan ) und schweren, charakteristischen und eingängigen Gitarren- Riffs ( Tony Iommi, einzig ständiges Mitglied), melodischer (und oft enorm verzerrter) Baß-Unterstützung (von Terry „Geezer“ Butler, ab 1983 mit Pausen) und gerne überhörter, erstaunlicher Schlagzeug-Vielfalt (Bill Ward, ab 1980 mit längeren Pausen). Absolut maßgebliche Vorläufer aller Bands des Genres! Ab 1987 mit völlig unpassenden Sängern (Toni Martin) virtuos aber bedeutungslos dem Heavy- Mainstream verfallen. 1998 mit einer „Reunion“ spätestens anerkannt, aber natürlich nicht erneuert. Iommi 2000 solo.
Black Uhuru Roots-Reggae-Band par excellence. Erfreut sich seit den 80ern erstaunlicher Beliebtheit vor allem beim europäischen Publikum. Mit den „Rhythm-Twins“ Sly & Robbie, der leider verstorbenen Sängerin Puma Jones, den wechselnden Lead-Vokalisten Michael Rose, Don Carlos und dem Background-Sänger Duckie Simpson entstanden handwerklich ausgezeichnete Roots- und Dub-Alben.
Black-Metal Okkulter oder mystischer Death-Metal (Wechsel zwischen sehr schnell und sehr langsam) firmiert unter dem von Venom geprägten Namen. Stark von Bathory geprägt, wird im Unterschied zu Death-Metal nicht gegrunzt sondern gekrächzt; bleich geschminkte Gesichter sind das optische Erkennungszeichen. Die hier stark vertretene skandinavische Fraktion ( Dark Throne ) integriert oft Folklore und Keyboards.
Blackfoot Die teils indianische Band verband seit 1971 amerikanische Country- und Blues-Einflüsse mit brachialen Hardrock-Gitarren zu eingängig-hymnenhaften Songs und war Ende der 70er, Anfang der 80er einer der erfolgreichsten Vertreter der damaligen „Hard`n'Heavy“-Szene (heute Hardrock ); „Highway Song“. Zuletzt spielte der Ex- Uriah Heep-Keyboarder Ken Hensley mit.
Blackmore, Ritchie Hardrock-Gitarrist u.a. der Deep Purple, Rainbow. Seit Ende der 90er auch mit eigentümlich sphärischen halb akustischen Soloprojekten unterwegs.
Blades, Ruben (v, k) ist mit sozialkritischen, gekonnt auf die Unterprivilegierten Amerikas zugeschnittenen Texten und modernem ambitioniertem Salsa ohne Scheu vor zeitgemäßem Pop-Sound seit Anfang der 80er konsequent erfolgreich.
Blake, Blind Amerikanischer Ragtime-Gitarrist der 20er-Jahre mit herausragender Fingerpicking-Technik; nur noch vergleichbar mit Lonnie Johnson.
Blakey, Art (1919 -1990). Vulkanischer Jazz-Schlagzeuger und Bandleader vor allem des Hard Bop ( Bebop ), der immer gerne mit Nachwuchsmusikern arbeitete.
Bland, Bobby „Blue“ kommt aus der Schule der Gospel sänger mit gekonnt eingesetztem großen Stimmvolumen. In den 60ern mit den Rhythm & Blues-Klassikern „I smell Trouble“ und „Little Boy Blue“.
Blasinstrumente sind in der Rock- und Pop-Musik eher selten. Als massive Unterstützung wurden Blechbläser vor allem in den Funk- und Fusion orientierten 70ern (Trompeten, Posaunen) zusammen mit Saxophonen gerne verwendet. Solistische Holzblasinstrumente wie das Saxophon (verwendet für „ jazz igen“ Klang) oder die Querflöte ( Jethro Tull ) sind reine Exoten.
Blechreiz Deutsche Ska-Band seit Ende der 80er.
Blind Faith Supergroup mit Eric Clapton und Ginger Baker von Cream, Steve Winwood von Traffic und Rick Grech (b, vln) von Family. Verschachtelter Rock auf einer LP von 1969.
Blind Guardian Deutscher Heavy-Metal der 80er/90er, vergleichbar mit Helloween.
Blind Illusion San Francisco-Band um Sänger/Songschreiber Marc Biedermann mit einer melodiösen Thrash-Metal-Platte (1988). Larry LaLonde (Ex-Possessed ) und Les Claypol später bei Primus.
Bliss Mit dünner Stimme (Rachel Morrison) meldet sich die 1986 gegründete englische Band 2007 sehr sauber produziert, aber wenig überraschend instrumentiert 2007 zurück.
Block, Rory Folk/Blues-Gitarristin und -Sängerin, die seit 1976 gekonnt ihre meist eigenen Songs interpretiert.
Blodwyn Pig 1969/`70 Hardrock um Mick Abrahams ; spielt 1998 auch wieder.
Blonde on Blonde Englisches Disco-Duo ehemaliger Models; in den 70ern erfolglos (außer in Japan), da besser aussehend als singend.
Blondel siehe Amazing Blondel.
Blondie Amerikanische Popgruppe um die Sängerin Deborah Harry mit scharfer Stimme. 1974 aus der New Yorker New Wave-Szene („Call me“) hervorgegangen und später in Disco-Nähe („Sunday Girl“). 1999 angeblich wirklich ernsthaft wieder unterwegs.
Blonker New-Age Gitarrenspiel seit den 80ern.
Blood Sweat & Tears Ab 1968 schafften es die virtuosen Amerikaner, ihrem druckvollen Rock Anklänge an Blues, Soul und Jazz zu geben, bis sie Mitte der 70er immer glatter und uninspirierter wurden.
Bloomfield, Mike Der gefeierte amerikanische Blues-Rock-Gitarrist verließ 1967 die Butterfield Blues-Band um (u.a. bei Electric Flag ) immer seltener sein Können aufblitzen zu lassen, bis er `81 den Herointod starb.
Blow, Kurtis Der schwarze ehemalige DJ verlegte sich 1979 ausschließlich auf`s Rap pen und hatte mit „Christmas Rap“ und „The Break“ (1980) die ersten großen Hits des Genres („Old School“). Mitte der 80er wurde er zunehmend sozialkritisch („New School“), war aber eher als Produzent ( Run DMC ) gefragt.
Blue Aeroplanes Britischer Gitarren-Pop in interessanten und gepflegten Arrangements mit kurzzeitig erhöhter Popularität Ende der 80er.
Blue Cheer Das amerikanische Blues-Rock-Trio wurde Ende der 60er Jahre gegründet und mit lauter und heftiger Spielweise zu Wegbereitern des Hardrock.
Blue Flames siehe Georgie Fame.
Blue Notes Theoretisch kompliziert zu erklärende Töne (kleine Terz über großer Terz oft im Dominantseptakkord), die als „ungenaue Töne“ im Rock, aber vor allem im Blues und Jazz entscheidend die eigentümliche Stimmung der Musik ausmachen.
Blue Notes Gruppe um Teddy Pendergrass.
Blue Oyster Cult New Yorker Heavy-Metal-Formation ab den frühen 70ern. Anfangs sehr Black Sabbath-orientiert; in den 80ern eher in Richtung Mainstream tendierend („Don't fear the Reaper“).
Blue System siehe Modern Talking.
Bluegrass Sehr traditionsverbundene Spielart des Country.
Blues Weltliche Musik der amerikanischen Schwarzen ab Mitte des vorigen Jahrhunderts. Traurige Stimmung, 12-taktiges Grundschema, eher schleppend intoniert, charakteristisch auch durch Blue Notes. Die Harmonik und Rhythmik des Blues scheinen in sehr vielen Werken des Rock und Jazz durch ( Hardrock ). Im Pop, Punk, spätem Heavy-Metal und New Wave spielt der Blues kaum noch eine oder gar keine Rolle.
Blues Brothers Die Schauspieler Dan Akroyd und John Belushi stellten 1977 eine Rhythm & Blues- und Soul-Band zusammen, traten immer mit Anzug, Hut und Sonnenbrille auf, sangen in kraftvoller Manier ausschließlich Fremdkompositionen und lösten die Band 1980 wieder auf (in diesem Jahr entstand auch ihr berühmter Film); Belushi starb 1982.
Blues Magoos Aus New York Mitte der 60er bis Anfang 70er; mit Psychedelik und Blues gestartet, später auch etwas Folk und Jazz.
Blues Project 1964 in New York entstandene Band um die späteren Blood, Sweat & Tears-Musiker Al Kooper und Steve Katz mit Rock und etwas Jazz und Blues.
Blues-Rock Vor allem in seiner stampfenden und erzählenden, sich steigernden Spielweise (meist der Solo-Gitarre) stark an den Blues angelehnte, elektrisch verstärkte Musik hauptsächlich weißer Musiker ( Ten Years After, Roy Buchanan ).
Bluesband, The Bedeutungslose britische Imitation der verschiedenen amerikanischen Blues-Stile ab Mitte der 70er.
Bluesgangsters Landshuter Blues formation mit authentischem Material seit 1983 und reger Auftrittstätigkeit in den 90ern bis nach Chicago.
Blur Ende der 80er noch schräger Underground, wurde die englische Gitarren-Pop-Band um den Sänger und Songschreiber Damon Albarn ab Mitte der 90er eingängiger, fröhlich und abwechslungsreich sehr erfolgreich (LP „13“, 1999).
Boa, Phillip Deutscher Sänger/Songwriter, bedient sich seit den 80ern ungeniert aus dem Musik-Baukasten - für jeden ist im schrägen Stilmix was dabei: harte Gitarren oder Disco-Gesäusel. Neben seinem Haupt-Projekt „Voodooclub“ startete er trendgerecht „The Voodoocult“, der zwischen Thrash-Metal und Industrial zahlreiche namhafte Gastmusiker beschäftigt (z.B. den Ex- Slayer-Schlagzeuger Dave Lombardo oder den Ex- Faith No More-Gitarristen Jim Martin).
Bob and Marcia In den 60er und Anfang der 70er Jahre jamaikanisches Vokal-Duo, das selbst in den UK-Charts Hits wie „To be Young, Gifted and Black“ landen konnte. Marcia setzte ihre Karriere später bei Bob Marley's Background-Vocal-Formation „I Three“ fort.
Bobby and the Midnites Rockband um Grateful Deads Bob Weir in den 80ern.
Body Count Heavy-Metal / Rap mit Ice-T bis Ende der 90er.
Boel, Hanne Die dänische Sängerin liefert in den 90ern soliden Pop-Rock ohne übermäßigen Erfolg obwohl sie inzwischen restlos wie Tina Turner klingt.
Böhse Onkelz Ab Anfang der 80er machte die deutschsprachige Band Musik zwischen Punk und Hardrock (erinnert zuweilen an AC/DC ). Zuerst mit deutlich rechter politischer Botschaft, die ihnen immer wieder ärger bei Konzertveranstaltungen und Plattenfirmen einbrachte - später geläutert und mit sozialkritischen Texten eine stetig wachsende Fan-Schar anziehend.
Boine, Mari (Boine Persen) Ausdrucksstarke Interpretin unverfälschter norwegischer Folklore, deren Gesang (zwischen Schweben und ausgeprägter Kopfstimme) ab 1990 auch international bekannt wurde.
Bolan, Marc siehe T.Rex.
Bolin, Tommy Ersetzte 1975 Ritchie Blackmore an der Gitarre bei Deep Purple. Verstarb kurz nach der „endgültigen“ Auflösung der Band an einer Drogenüberdosis 1976. In den Gruppen „Energy“, „Zephyr“ und bei der James Gang funk iger Hardrock, auf Soloplatten ruhiger.
Bollock Brothers In den 70ern entstandene Londoner Formation, die Synthesizer-Pop, Punk und Rock in loser Folge mischten („Faith Healer“, „Harley David Son of a Bitch“).
Bolton, Michael Von Walter Afanasieff aufwendig produzierter Schmacht-Barde, der singt, als säße er auf einer heißen Ofenplatte und dem Mitte der 90er die Ideen-Puste etwas ausgeht.
Boltthrower Erst heftiger, Mitte der 90er gemäßigter Death-Metal aus England (mit Kriegs- und Helden-Grunzgesang).
Bomb the Bass Lose britische Formation seit der zweiten Hälfte der 80er, die Hip Hop mit Samples anreicherten und so zeittypischen Dancefloor im House-Stil schufen.
Bon Jovi 1982 in New Jersey von Sänger/Komponist John Bongiovi gegründet; stilprägende und erfolgreichste Mainstream / Hardrockband der 80er. Üppiger Keyboard-Einsatz, bombastische Produktionen und Chorarrangements gepaart mit eingängigen Melodien und der kraftvollen Stimme Bongiovis. In den 90ern etwas gitarrenlastiger und bis in die 2000er immer ausschließlicher auf den immer pathetischeren Gesangsstil gemünzt und erfolgreich.
Bond, Graham (Organisation) Bond bereitete den Weg für einflußreiche Musiker, wie z.B. Jack Bruce, Jon Hiseman (d) und John McLaughlin, in Fusion-Bereiche, war aber ebendort bis zu seinem Selbstmord 1974 weder erfolgreich noch (an Sax und Orgel) besonders angesehen.
Boney M Typisches, in den 70ern sehr erfolgreiches Disco-Projekt des deutschen Produzenten Frank Farian mit üppigen Arrangements und eingängigen Songs („Daddy Cool“, „Rivers of Babylon“).
Bonfire Ingolstädter Mainstream- Hardrock vergleichbar mit den Scorpions (80er).
Bonnet, Graham Der Sänger mit kraftvoll-rauher Stimme hatte 1968 mit „The Marbles“ den Soul-Erfolg „Only One Woman“, tauchte 1979 kurz bei Rainbow auf und gründete anschließend das kurzlebige Hardrock-Projekt „Alcatrazz“ mit dem damals noch unbekannten Gitarren-Zwirbler Yngwie Malmsteen.
Bonzo Dog Dooh Dah Band Britisches Rockkabarett 1967 -`72, mindestens als Quintett zahlreiche musikalische Stile zitierend („I`m the Urban Spaceman“).
Boogie Woogie Zeitgleich mit dem Ragtime aus dem Blues hervorgegangene sehr rhythmische Piano-Spielweise.
Booker T & the MGs Gemischtrassige Soul-Gruppe 1962 -`71; als charakteristische, gradlinige Begleitband (u.a. für Otis Redding ) sehr gefragt.
Boomtown Rats siehe Bob Geldorf.
Boone, Pat Fetziger amerikanischer Rock`n'Roller ; ab 1957 mit Hits wie „Speedy Gonzales“ oder der Ballade „Moon River“. Ende der 90er vielbeachtetes Big-Band-Projekt mit Heavy-Metal-Originalinterpreten.
Boothe, Ken Seit den frühen 60ern herausragender Rock Steady- und Schmuse- Reggae-Sänger, im Stil John Holt ähnlich. Hatte 1974 mit „Everything I Own“ eine Nr. 1-Position in den UK-Charts, was Boy George 13 Jahre später mit seiner Cover-Version wiederholte.
Bootleg Raubpressung. Während simple Nachpressungen erfolgreicher LPs den Künstler und die Plattenfirma schädigen, sind seltene Konzertaufnahmen oft nur für Sammler interessant und wenden sich (in Verpackung, Vertrieb und oft hundsmiserabler Qualität) auch nur an solche. Im digitalen Zeitalter sind die Aufnahmen und Verpackungen häufig von so hoher Qualität, daß durchaus wieder von Diebstahl gesprochen werden kann.
Bop Vereinfacht von Bebop oder Hard Bop.
Bossa Nova In Brasilien in den 50ern unter Einbeziehung von Jazz-Harmonik entwickelter Stil, der vor allem durch Stan Getz den Jazz rückbefruchtete.
Boston 1974 gegründete Mainstream- Hardrock band aus Boston (aufwendig produziert und anfangs kommerziell („More than a Feeling“) sehr erfolgreich) um den Multiinstrumentalisten Tom Scholz.
Bots Sanfter Poprock aus Holland mit deutschen, friedensbewegten Texten, „Aufstehn“ 1980 und zwei weitere, immer weniger beachtete LPs.
Bottleneck siehe Slide-Gitarre.
Bovell, Dennis Musikalisches Mastermind in der Reggae-Band von Linton Kwesi Johnson. Dem schwergewichtigen Mann am Baß (Künstlername „Blackbeard“) gelangen auch unter eigenem Namen ausgereifte LPs, die leider nur in Insiderkreisen Beachtung finden.
Bow Wow Japanischer Heavy-Metal der 80er, eher verhalten und mit Keyboards.
Bow Wow Wow Ein weiteres Projekt von Malcom McLaren mit Musik zwischen tanzbarer Afro-Rhythmik und New Wave-Pop; geprägt von eingängigen Melodien und dem kindlichen Charme der Sängerin („I want Candy“); 1982 aufgelöst.
Bowie, David vertrat ab 1967 die jeweiligen Musikstile seiner Zeit. Er startete in England mit einfachem Rock („Space Oddity“ `69), produzierte sich in den 70ern mit sehr bizarrem Image und exzentrischen Shows („Glitter-Rock“ mit seiner Gruppe „The Spiders from Mars“ um Mick Ronson ). Nach einem Zwischenspiel in Berlin (mit Brian Eno, „Heroes“ `77) konnte er Anfang der 80er im deutlich vom ihm selbst mitgeprägten New Wave nocheimal mit kaltem Auftreten und kantig modernisierter Musik („Let's Dance“ `83) große Erfolge verbuchen. Anfang der 90er sang er bei der heftigen Hardrock-Gruppe „Tin Machine“ und versucht sich Mitte der 90er zwischen bläßlicher Barmusik und Industrial, Ende der 90er an Jungle, zur Jahrtausendwende schließlich wieder sanfter und melodiöser. Nebenbei ist der charismatische Bowie kein schlechter Schauspieler.
Bowie, Lester (t). „Avant-Pop“ soll ab den 70ern in verschiedenen Bläsertruppen (z.B. „Brass Fantasy“) bezeichnen, wie sich im Jazz Avantgarde und Pop leicht vereinen lassen. Er ist auch im Free Jazz mit dem „Art Ensemble of Chicago“ beschäftigt.
Box of Frogs Neuauflage der Yardbirds Mitte der 80er.
Boy George Der Engländer schmalzte sich mit weicher Stimme mäßig kreativ (nach der Auflösung von Culture Club 1986) durch mehrere Pop-Alben (u.a. unter dem Bandnamen „Jesus Loves You“) und wandelte sein schrilles Image ununterbrochen; 1995 auf heftigem Rock-Fundament schier nicht wiederzuerkennen.
Bragg, Billy Vom Punk beeinflußter englischer Gitarren-Barde, der ab 1983 seine sozialkritischen Texte und schroffen Gefühlsdarstellungen auf Platte zwang.
Brainbox siehe Focus.
Brainticket Holländische Orgel- und Collagen- Psychedelik in der zweiten Hälfte der 70er.
Branch, Billy Junger, sehr moderner Blues-Mundharmonika-Spieler aus Chicago im Stile Little Walters und Junior Wells.
Brand New Heavies Funk in mittlerem Tempo, eine Sängerin und manchmal Streicher oder entfernt an Jazz erinnernde Bläserlinien machen die Band aus London zu einem typischen tanzbaren Acid Jazz-Vertreter seit Anfang der 90er.
Brand X 1976 hauptsächlich durch Phil Collins bekannt gewordene Band instrumentaler Könner ohne besondere Inspiration und heute wieder ohne Collins.
Branduardi, Angelo Italienischer Poet und Multiinstrumentalist (v, vln, f, g), der seit den 70ern zwischen italienischer Folklore und verspieltem Rock in eingängigen Balladen oder bombastischen Produktionen zu hören ist.
Branigan, Laura Amerikanischer Dance-Pop der 80er mit leicht rauher Stimme („Gloria“, „Self Control“).
Bread 1969 -`73 und `76 versammelten sich gewiefte Songschreiber und Studio-Könner zu Pop-Rock mit netten Gesangs-Partien, dem man nicht sofort seine kommerziellen Absichten anmerken sollte.
Break (Bruch) Auffallende plötzliche Unterbrechung eines Musikstücks; entweder durch eine schlichte Pause oder durch einen kontrastierenden Stil (z.B. sind Rhythmus änderungen wichtig im Heavy-Metal ).
Breakbeat Zu einer instrumental spärlichen aber dafür stark rhythmischen Passage (einem Break ) aus einem Musikstück läßt sich bestens tanzen und rappen und dieser oft schleppende Sound ist die Grundlage für den Hip Hop und nachfolgende Stile wie z.B. Jungle.
Brecker Brothers Die Amerikaner Randy (t) und Mike (s, Anfang 2007 gest.) spielten Pop bis Jazz und waren seit 1975 zusammen, einzeln oder als Begleitmusiker Garanten für zeitgemäßen Fusion-Sound.
Breeders Anfang der 90er US- Alternative-Band um die Ex- Pixies-Bassistin (jetzt g, v) Kim Deal; auffallend harte Gitarren zu melodiös-sanftem Gesang.
Bridge (Brücke) Überleitung von einem musikalischen Thema zum anderen oder auch zwischen gleichen (z.B. Refrain-Überleitung-Refrain).
Bridgewater, Dee Dee Jazz sängerin seit 1978. Ihre gelassene, wenig herausfordernde Art läßt sie in den 90ern keine Berührungsängste gegen jedweden Pop kennen.
Brinsley Schwarz Englische Gruppe an der Oberfläche des Country-Rock in den 70ern.
Bröselmaschine Ende der 60er politischer, Anfang der 70er konventioneller Rock um den Gitarrenlehrer Peter Bursch aus Duisburg.
Brötzmann Massaker, Caspar Seit den späten 80ern Band des Gitarristen Brötzmann; endlose meditative Wiederholungen schräger Gitarrenphrasen, spärlicher (deutscher) Gesang und Feedbacks steigern sich in ausgedehnten Nummern bis zur totalen Krachorgie.
Broken Bread, eine 5-köpfige Crossover / Rap-Band aus der Schweiz, seit 1996 von Bandgründung zu Musikvideo im Fernsehen aufgestiegen.
Bromberg, David Gefragter New Yorker Studiomusiker und Multiinstrumentalist (u.a. für die Eagles ); ab `72 auch Soloplatten zwischen Folk und Fusion.
Bronco Anfang der 70er Folk und sanfter Rock aus England.
Bronski Beat Flotter Elektronik-Pop bis 1985 mit Jimmy Sommerville ; danach mit neuem Sänger noch ein Hit („Hit that Perfect Beat Boy“).
Brood, Herman (& his Wild Romance) Holländischer Punk-beeinflußter Rocker (v, k) ab Mitte der 70er.
Brooks, Elkie Stimmkräftige Engländerin die ab 1960 vom Schlager zum Rock und zurück ging.
Brooks, Garth In den 90ern der amerikanische Country-Mega-Star mit höchstem kommerziellen Schliff und vorsichtiger Modernität in Text und Musik.
Brooks, Lonnie Gefragter zeitgenössischer Chicago-Blues-Gitarrist und Sänger sowie genialer Songschreiber mit einer „Louisiana-Mischung“ aus Pop, Funk und Soul ; Durchbruch mit der LP „Bayou Lightning“ 1979.
Broonzy, Big Bill (geb. 1893) Ein Gitarrist und Sänger mit Ragtime, Tanzstücken und vor allem Blues und Bluesballaden. Typisch sind seine rockenden, swing enden Beats, seine Art auf die Saiten zu hämmern und seine heulende Stimme.
Broughton, Edgar (Band) Einfallsloser Pseudo-Polit- Hardrocker Anfang der 70er.
Brown, Arthur (& The Crazy World of) Aufgedrehter Wirrkopf des Rock mit Schock-Attitüde („I`m the God of Hellfire“), der seine Musiker zur Verzweifling trieb und 1968 noch Neuigkeiswert hatte, den schnell z.B. Alice Cooper überbot.
Brown, Bobby Der farbige Ex-Sänger der Kinderband „New Edition“ hatte Mitte der 80er mit „My Perogative“ einen großen Hit und konnte an seine hochgehandelten, tanzbar-eingängigen Pop-Anfänge nicht mehr anknüpfen und ist 1996 wieder bei der reformierten „New Edition“.
Brown, Charles Trotz seines Alters (geb.1921) der Durchstarter im Blues der 90er mit Stimme und Piano. Lange im Schatten Nat King Coles und Mitstreiter von Ray Charles ; (seinen „Drifting Blues“ gibt es in unzähligen Coverversionen ).
Brown, Clarence „Gatemouth“ Der 1924 geborene bemerkenswerte Multiinstrumentalist und Sänger vereinigt gekonnt Blues und Cajun.
Brown, Dennis gilt als einer der Kronprinzen des Reggae, der Anfang der 70er Jahre bereits als Teenie Hits produzierte („No Man is an Island“, „If I follow my Heart“, „Money in my Pocket“), und ist seitdem eine richtungsweisende Persönlichkeit der Reggaeszene. In Kooperation mit Gregory Isaacs sind zwei Roots-Reggae-Alben („Judge not“, „No Contest“) auf hohem Niveau entstanden.
Brown, James Machte ab Mitte der 60er durch seine unglaublich explosiven Konzerte den Soul („It`s a Man`s World“) auf durchschlagender Funk-Basis („Sex Machine“) populär, als dessen heißester Hauptvertreter er bis zu seinem Tod 2006 gelten konnte („Godfather of Soul“).
Brown, Pete Einfallsreicher Texter, der in den frühen 70ern auch mit durchdachtem Rock (als Sänger in eigenen Bands) vor allem zeitgenössische Musiker beeindruckte.
Brown, Sam Englische Rock-/Pop-Sängerin mit einer Stimme zwischen heiser und heftig und beeindruckendem Debut 1988 („Stop!“).
Browne, Jackson Der Komponist (z.B. 1967 für Nico ), Sänger und Gitarrist (u.a. bei der Nitty Gritty Dirt Band ), machte sich 1972 selbstständig und hatte mit teilweise sozialkritischen Texten und hervorragenden Gastmusikern in Folk- bis Mainstream-Rock gleichmäßigen Erfolg mit einem Höhepunkt: „Running On Empty“ 1977.
Brubeck, Dave Pianist, der mit seinem Quartett auf verständliche Weise auch ungewöhnliche Taktarten im Jazz kultivierte („Take 5“, 1962 von dem Saxophonisten Paul Desmond).
Bruce, Jack (b, v) wilderte nach seiner Zeit bei Cream solo und als Gastmusiker in Pop- bis Jazz gefilden ( Kip Hanrahan ) mit durchaus unterschiedlichem Geschmack und Erfolg.
Bruford, Bill Virtuoser Schlagzeuger u.a. bei Yes, Genesis, King Crimson und verstärkt mit eigenen Fusion-Bands seit den 80ern.
Bubblegum (Kaugummi) Allereinfachste Musik für 10 - bis 14 -jährige; Ende der 60er als Etikettierung gedacht (z.B. „Ohio Express“ mit „Yummy Yummy“).
Buchanan, Roy Seit 1969 als wirklich herausragender Blues-Rock-Gitarrist bekannt und von Kollegen hochgeschätzt (z.B. den Rolling Stones ), der nie den verdienten Erfolg hatte und sich 1988 erhängte.
Buckley, Jeff probte seit den 90ern anspruchsvollen Gitarren-Pop/Rock, der aber unbedingt nicht so seltsam wie die Musik seines Vaters Tim klingen sollte und deshalb unentschlossen blieb, trotz Jeffs einigermaßen packenden, unverkrampften Stimme. Mitte der 90er ertrunken.
Buckley, Tim 1966 -`75; gefühlsbetonter, ich-zentrierter Sänger zu teilweise arg abgedrehter Musik. Auch 20 Jahre nach seinem Drogentod begünstigt durch spät veröffentlichtes Archivmaterial als Kult gehandelt.
Budd, Harold New Age Musik (z.T. mit Brian Eno ) seit den 80ern, die entspannter Stille sehr nahe kommt.
Budgie Englisches 70er- Hardrock-Trio an der Grenze zum Heavy-Metal, teilweise heftig, teilweise mit starkem Blues-Einschlag und manchmal überraschend melodiös und eingängig.
Buffalo Springfield Folk- Country-Rock-Band Ende der 60er aus Amerika. Neil Young und Stephen Stills trafen sich später bei Crosby, Stills, Nash & Young wieder, Jim Messina und Richie Furay gründeten Poco.
Buggles waren ein kurzlebiges elektronisches Duo-Projekt der ausgefallen-abgefahrenen Pop-Art von Trevor Horn und Geoff Downes ( Asia ); „Video killed the Radio Star“, 1979.
Bullet La Volta Typischer amerikanischer Hardcore- Punk ab Ende der 80er.
Bullfrog Deutsches melodisches Hardrock quintett mit kraftvollem Gesang in den 70ern.
Bunka, Roman Experimenteller deutscher Gitarrist; u.a. bei Embryo und den Dissidenten.
Burdon, Eric Vom Blues kommend ( Alexis Korner ) hatte Burdon mit Rhythm & Blues und mächtiger Stimme ab 1962 bei den „Animals“ Erfolg („House of the Rising Sun“), dann mit den „New Animals“ („When I was Young“); Anfang der 70er wurde er mit verstärktem Soul-Feeling und der schwarzen Gruppe War gefeiert. U.a. mit Brian Auger tingelt er bis in die 90er.
Burgh, Chris de Irischer Pop-Sänger, 1975 erste LP-Veröffentlichung. Bis Mitte der 80er mit pathetischen Balladen vor allem in Deutschland erfolgreich („A Spaceman came travelling“, `75), später europaweit mit einfachem Pop („Lady in Red“, `86).
Burke, Solomon Schwarzer Soul-Sänger mit Gospel-Erfahrung und kräftiger Stimme ab Mitte der 50er. Er hatte seine größten Erfolge Anfang der 60er mit Rythm & Blues.
Burnette, T-Bone (g, v) begann Mitte der 70er bei Bob Dylan, war ab `76 mit der „Alpha Band“ und charakteristisch unverkrampfter Country- Rock- und Pop-Mischung unterwegs und spielt ab 1980 (immer noch humorvoll) unter eigenem Namen.
Burning Spear Charismatischer Haudegen in der Roots-Reggae- und Rasta-Bewegung. Hat seit Anfang der 70er mit seinen zahlreichen Plattenproduktionen und vor allen Dingen Live-Acts bis heute nichts an seiner mystischen Ausstrahlung verloren („Burning Spear Live in Paris“ 1989).
Bush Britische Grunge band, Mitte der 90er vor allem in Amerika sehr erfolgreich („Glycerine“).
Bush, Kate Die Britin war anfangs („The Kick Inside“, 1978) mit umfangreicher Stimme (im extrem hohen Bereich charakteristisch schrill), stimmiger Pop-/Rock-Begleitung und dramatischen Texten („Wuthering Heights“) erfolgreich und veröffentlicht bei nachlassender Resonanz bis in die 90er.
Busta Rhymes Sozialkritischer Hip Hop aus Amerika („New School“) mit religiöser Botschaft.
Busters, The Deutsche Ska-Band seit den späten 80ern.
Butler, Jonathan Geschmackvoller südafrikanischer Gitarrist und Sänger ab den Mitt-80ern mit gepflegten Arrangements, der nur gelegentlich in die Belanglosigkeit George Bensons verfällt.
Butterfield, Paul & the Butterfield Blues Band Als einer der wenigen weißen Amerikaner verstand es der Sänger und Mundharmonikaspieler ab Mitte der 60er kompetent Blues abzuliefern. Anschließend konnte er noch verschiedene Formationen entscheidend prägen, ohne allerdings an seine großen Anfangserfolge heranzureichen. Er starb 1987.
Butthole Surfers Wichtige Alternative-Band der 80er und 90er aus Amerika. Gitarrenbetont erdig rockend oder abgedreht, von der nasal/knarzigen Stimme des Sängers bestimmt (G. Haynes, mit einem der größten Hits der 90er als Gastsänger bei Ministry „Jesus built my Hotrod“).
Buzzcocks Melodischer englischer Punk, ab 1976 Vorgruppe der Sex Pistols oder Clash. Änderten in den 80ern ihren Sound in Richtung Pop (u.a. mit Streichern) und tauchten nach vorübergehender Auflösung als Vorband von Nirvana in den 90ern wieder auf.
Byrds, The hätten mit elektrifizierten Instrumenten, guten Texten („Mr.Tambourine Man“ von Bob Dylan ) und experimentellen Einflüssen (eine Sitar in „Eight Miles High“) ab 1964 den ganz großen Durchbruch schaffen können; aber wegen ständigen musikalischen Querelen (David Crosby ging zu Crosby, Stills..., weitere Musiker gründeten die Flying Burrito Brothers ) bleibt ihnen nur der Titel der ersten Folk-Rock-Band Amerikas.
Byrne, David Sänger der Talking Heads, der schon Anfang der 80er Solowerke zwischen Pop und Ethno mal kammermusikalisch, mal orchestral vorstellte.
Byron, Lee & The Dragoneries Anfang der 60er einer der Protagonisten der Ska-Musik. Mit seiner Band versuchte er sogar diesen brodelnden Sound und den dazugehörenden wilden Tanz nach Amerika zu exportieren, was allerdings fehlschlug.
Cabaret Voltaire 1974 in England gegründetes Trio, das intensiv und schockierend neu mit Synthesizern arbeitete und damit als Mitbegründer des elektronischen Underground, mit all seinen Strömungen wie EBM, Industrial und Techno, gilt.
Cactus Bogert (b) & Appice (d) nach Vanilla Fudge Anfang der 70er mit düsteren Hardrock-Versuchen.
Cage, John 1912 in Los Angeles geboren; Avantgarde-Komponist der Freiheit des Instruments und der Notation („4'33''“ ist ein Stück für ein beliebiges Instrument, bei dem stets ein- und dieselbe Note nicht musiziert wird).
Cajun An der südlichen Ostküste der USA beheimatete Folk-Spielweise französischer Abstammung vor allem mit Akkordeon und Geige; s.a. Zydeco.
Cale, J. J. Seine gekonnte und entspannte Spielweise auf der Gitarre und sein ebenso gekonnt zurückhaltend-rauchiger Gesang (ab 1972 auf Schallplatten) ließen Ausflüge in andere Stilbereiche als sanften Rock selten zu; („Cocaine“ und „After Midnight“ wurden Hits für Eric Clapton ).
Cale, John Sehr wilder klassisch-geschulter Avantgardist, der nach seiner Zeit bei Velvet Underground (`65 -`68) deftig weiter experimentiert.
Calexico Ursprünglich Ende der 90er als Nebenprojekt zu Giant Sand gegründet (John Convertino, Joey Burns) ist die Band, leicht mexikanisch und amerikanisch Folk-angehaucht mit der Betonung auf Rock, spätestens ab 2002 (drittes Album) ein eigenständiger Act.
California, Randy (g) war ab den frühen 70ern für eher leichte Rock-Kost bei allerdings gekonnter stilistischer Sicherheit in jeder Lebenslage bekannt, u.a. bei Spirit. 1997 ertrunken.
Call and Response (Ruf/Frage und Antwort) Im Blues meist von einem, im Jazz oft von mehreren Musikern dargestellte Form des musikalischen Themas mit seinen verschiedenen Uminterpretationen - als Antwort auf das Thema ausgeformt.
Calypso Nicht allzu schneller karibischer Tanz- und Gesangs-Stil; typisch für z.B. Harry Belafonte.
Camarón de la Isla (1950 - 92) Legendärer spanischer Sänger, der mit rauher, enorm kräftiger Stimme, rhytmischem Gesang und größter Leidenschaft den Flamenco-Gesang (anfangs zusammen mit Paco de Lucía) erneuerte.
Camel Verzwirbelter Rock, der in seiner Blüte (späte 70er) sparsam Jazz-Einflüsse verarbeitete.
Cameo 1975 gegründete, amerikanische Funk band um den schrillen Sänger Larry Blackmon, die für heftige Rock-Einlagen aber auch für Balladen gut war und 1986 als Trio bei der fetzigen Rap nummer „Word Up“ gelandet war.
Campbell, Glen (g,v) Ab 1958 bedeutender amerikanischer Studiomusiker auf unzähligen Aufnahmen für Phil Spector, Elvis, Sinatra u.v.a. - inoffizielles Mitglied der Beach Boys. Solo musikalisch unauffällig und ohne Erfolg, 68 bis 72 TV-Show, 1975 Schlager-kompatibler Hit „Rhinestone Cowboy“ und danach als Mainstreamer ohne besondere Qualität Abstieg unter Drogen. 2008 kommt seine souveräne stimmliche Mittellage auf ausgesuchten Coverversionen zum Tragen („Meet Glen Campbell“).
Campell, Little Milton Blues-Gitarrist instrumental ähnlich T-Bone Walker, gesanglich Bobby Bland. Mit Blues-Funk und -Soul 1983 auf „Playing for Keeps“ der Durchbruch.
Can, von u.a. Irmin Schmidt (k, v), Jaki Liebezeit (d) und Holger Czukay (b) 1968 in Köln gegründet, konnten mit monoton-pulsierenden und kompromißlos-experimentellen Klängen ein manchmal erstaunlich intensives Klangbild erzeugen, das für Filmmusik, kleinere Hits und Kritikerlob lange Zeit gut war und heute weltweit Kultstatus hat.
Canned Heat (1965 -`74 + diverse Reunions) Weiße Blues wissenschaftler aus Amerika, spielten traditionellen Blues und Eigenkompositionen auf teilweise höchstem Niveau („Boogie with Canned Heat“, `68). Charakteristisch sind oft die helle, sehr hohe Stimme und das gekonnte Mundharmonika-Spiel Al Wilsons.
Cannibal Corpse Extrem schneller Death-Metal aus Amerika mit bis zur Lächerlichkeit überzogenem Brutal- Image in Texten und Verpackung („Butchered at Birth“); 90er.
Capaldi, Jim (v, d) Begann 1972, noch während seiner Arbeit bei Traffic, seine eigenen Ideen in glatt produzierten Pop-Rock zu überführen.
Captain Beefheart (and his Magic Band), 1964 um „Captain“ Don van Vliet (v, h) gegründet, versuchten weniger textlich als musikalisch Free Jazz und Blues zu einem avantgardistischen Kontext alternativ zum Hardrock zu fügen. Die Folge war wild-skurril und eine kurze Zusammenarbeit mit Frank Zappa.
Caravan, 1967 in England gegründet, liefern Weichspül-Rock, der auch vor bombastischen (Orchester-) Arrangements nicht zurückschreckt.
Carcass entwickelte sich Ende der 80er bis zur Auflösung 1996 von billigem Grindcore-Geknüppel zur anspruchsvollen Death-Metal-Band. Textlich stets Derbes aus der Pathologie.
Carey, Mariah ist wohl die erfolgreichste Pop- Soul-Sängerin seit den 90ern. Das verdankt sie ihrem variationsreichem, klarem und völlig uncharakteristischem Gesang, ihrer jugendlich-positiven Erscheinung und dem stets eingängigen, einwandfreien Songmaterial, zwischen Dance und Schmacht-Ballade - immer zeitgemäß produziert („Without You“).
Carey, Tony Begann seine Karriere Mitte der 70er als Keyboarder bei Rainbow. In den 80ern Sänger und Hauptakteur der Mainstream-Gruppe „Planet P Projekt“; Gastmusiker u.a. bei Peter Maffay. Bietet heute seichten Pop.
Carlisle, Belinda Ex-Sängerin der amerikanischen Mädchen-Band „Go Go's“; ab 1986 mit eingängigem Songmaterial und melodiösem Gesang Solokarriere zwischen Pop und Mainstream-Rock mit einigen Hits (z.B. „Heaven is a Place on Earth“).
Carmel Englische Sängerin, seit 1981 mit aggressiv-kraftvoller, nuancenreicher und oft kalter Soul-Stimme häufig zu reiner Baß- und Schlagzeugbegleitung vor allem in Europa erfolgreich. Auch später in leichteren Pop-Gefilden noch mit Gefühl für zarte Melodien.
Carmen, Eric aus Ohio begann in den frühen 60ern als Rock-Musiker, orientierte sich ab 1972 bei den „Rasperries“ an 60er Pop-Rock und schmalzte ab 1976 mit hoher weinerlicher Stimme solo ziemlich bombastisch („All by Myself“).
Carnivore US- Thrash-Metal der 80er mit oft als rechtsradikal mißverstandenem Krieger- Image.
Carpenters Amerikanisches Pop-Gesangsduo der 70er mit glatten Soft-Songs und einigen Hits.
Carr, James Schwarzer Soul-Brother, der Mitte der 60er bis Anfang der 70er ganz große Klasse bot, dessen zunehmend depressive Persönlichkeit aber den wirklichen Durchbruch à la Otis Redding (an den er allerdings locker heranreicht) verhinderten („You got my Mind messed up“ 1966).
Carr, Leroy & Scrapper Blackwell Sicher die einflußreichste und bekannteste amerikanische Piano/Gitarre-Formation des Blues. Ihre erste Aufnahme 1928 wurde zu einem der meistgespielten Klassiker: der „How Long, how Long-Blues“.
Cars Bostoner Quintett (erste LP 1978) in den 80er-Jahren mit Musik zwischen Mainstream-Rock und Pop-Balladen erfolgreich. Charakteristisch ist vor allem Ric Ocaseks unterkühlter Gesang, der ausgerechnet auf ihrem größten Hit, „Drive“, nicht singt.
Cartel Mitte der 90er aus verschiedenen, in Deutschland beheimateten, türkischen Hip Hop-Gruppen entstanden. Mit orientalischem Einschlag und türkischen Texten in der Türkei Superstars.
Cash, Jonny (v, g) Bedeutender amerikanischer Country-Star mit tiefer, kräftiger Stimme („Ring of Fire“, 1963); vertrat ab Mitte der 50er sowohl Sozialkritisches als auch Traditionelles in meist sparsam blues igem Stil. Dank seines enormen Erfolges jedoch stets jenseits des Nashville-Einheitsstils („At San Quentin“, 1969). Der „Man in Black“ hatte 1994 mit Produzent Rick Rubin ein sensationelles, düsteres Comeback. 2003 gestorben.
Cassandra Complex Mit einer Mischung aus düsterem Gesang, kreischenden Gitarren und Saxophon auf einer Basis monotoner Synthesizer-Rhythmen ( EBM ) wurden die Belgier um den Sänger/Songschreiber Rodney Orpheus ab Mitte der 80er eine der wichtigsten Bands des Underground. Weil Anfang der 90er Versuche in Richtung Pop erfolglos blieben, versuchten sie sich Mitte der 90er (ebenso erfolglos) an aktuellen harten Trends.
Cassidy, David Der amerikanische Fernsehstar („The Partridge Family“) hatte in den 70ern mit harmlosen Rock`n'Roll bei Teenies Erfolg.
Cathedral Englische Doom-Metal-Band (schwer und langsam) um den Ex- Napalm-Death-Sänger Lee Dorrian (tiefer Gesang) ab 1991.
Cave, Nick Ex-Sänger der australischen Underground-Band „Birthday Party“. In den 80ern anfangs mit schrägem düsteren Sound, danach in kleinen Schritten in Richtung Pop unterwegs mit „Nick Cave & the Bad Seeds“ (Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten an der Gitarre) und schließlich im Duett mit Schlagersternchen Kylie Minogue in den Hitparaden gelandet.
CD (Compact Disc) Tonträger, von dem die Musikinformation nicht mehr mechanisch abgetastet wird (wie mit der Nadel von der Platte), sondern die digitalen Daten per Lichtstrahl (Laser) abgelesen werden. Dadurch können sowohl extreme Höhen und Tiefen als auch laut- leise-Schwankungen erreicht werden. Ältere Aufnahmen verändern daher ihr Klangbild oft erheblich, wenn sie auf CD übertragen werden.
Celtic Frost Schweizer Trio, 1984 aus der Black-Metal-Band „Hellhammer“ hervorging; sie gelten als einer der Wegbereiter des Death-Metal. 1987 Neuerungen durch Operettengesang, Drumcomputer, Samples und Streicher („Into the Pandemonium“); danach Anbiederung an seichten Hardrock ohne Publikumserfolg; deshalb Rückkehr zum alten Sound.
Centurians, The siehe Surfrock.
Cetera, Peter veröffentlichte 1981 sein erstes Soloalbum und verließ 1986 Chicago, deren Sänger in hoher Stimmlage er war, um endgültig eine poporientierte eigene Karriere zu starten.
Chaka Demus & Pliers Ein Ragga-Muffin-Tandem der ersten Güte Anfang der 90er. Hatten mit dem Hit „Murder she wrote“ einen weltweiten Mega-Seller.
Chanson Französisches Lied mit Text im Vordergund.
Chapin, Harry New Yorker Sänger und Songwriter mit weinerlicher Stimme in traurigen Folk-Balladen über Allerweltsgeschichten; 1974 „Cats in the Cradle“; 1981 gestorben.
Chapman, Roger Mit einzigartiger vibrato reicher Quengelstimme und großer Bühnenpräsenz rockte der Sänger nach der Auflösung von Family und den „Streetwalkers“ (`74 -`77) in den 80ern auch erfolgreich solo (oder z.B. als Gast bei Mike Oldfield ); durch ständig wechselnde Produzenten immer weniger stilsicher.
Chapman, Tracy Schwarze Sängerin, die oft spärlich begleitet ab 1988 mit kehliger ausdrucksstarker Stimme sozialkritische Texte zum Besten gibt.
Charlatans (I) Einfacher Psychedelik rock in der zweiten Hälfte der 60er aus San Francisco.
Charlatans (II) Wichtige Band des Manchester Rave („Then“, 1990), die Mitte der 90er immer noch Gitarrenpop mit Houseelementen verbindet.
Charles, Ray Der blinde amerikanische Pianist und extrem modulationsfähige Sänger (von rauh bis Kopfstimme) begann in den 50ern respektabel im Jazz, wurde mit seiner Verbindung aus Blues und Gospel prägend einer der ganz Großen des Soul und sogar bomastische Ausflüge ins Country-Terrain machten ihn, stilsicher, wie er bis zu seinem Tod 2004 war, nur noch berühmter.
Charts Methode, den Käufer auf den Arm zu nehmen: erst verkauft der Hersteller endlos viele Platten an den Händler - somit steigt die Platte in den „Verkaufs“-Charts. Dann behauptet der Händler, er verkaufe das Ding tatsächlich - dadurch steigt die Platte in den „Händler-Umfrage“-Charts. Entweder verkauft sich die Platte jetzt (bei soviel Werbung) oder sie fällt sofort wieder aus den Charts. (In Wirklichkeit ermitteln in den USA Fachblätter, in Deutschland Industrie, Handel und Radiostationen die Charts.)
Chase Um den amerikanischen Trompeter Bill Chase versuchte die Band 1971 -`74 perfektionistisch Rock mit Big-Band- Swing-Bläsersätzen zu verbinden.
Cheap Trick 1974 in Chicago gegründete Band. In den 70er/80er-Jahren mit erdigem und melodiösem Rock erfolgreich.
Cheb Khaled In Frankreich lebender algerischer Rai-Sänger mit kraftvoller vielseitiger Stimme. In den 90ern mit tanztauglichen Veröffentlichungen populär.
Checker, Chubby machte 1962 den Twist poulär.
Checkpoint Charlie 1967 bis in die 80er Musikkabarett aus Berlin mit epischen Collagen, ruppigen Rock-Einlagen und drastischem Vokalvortrag von Uwe von Trotta.
Cheech & Chong Musik-Parodien aus Amerika (Drogen-Texte) ab `71 auf Platte, ab 1978 in mehreren Filmen.
Chemical Brothers (vormals „Dust Brothers“) stehen seit 1996 für teils heftigen Dancefloor gemischt aus Techno, Industrial und Trip Hop.
Cher 1965 bis `73 im Duo (Sonny & Cher: „I got You Babe“) und auch Solo („Gypsies, Tramps and Thieves“); 1974 startete die amerikanische Sängerin mit relativ tiefer Stimme endgültig eine Solokarriere; 1979 „Take me Home“ als leichter Pop-Rock, in den 80ern etwas härter durch zeitgemäßen Sound ebenfalls erfolgreich („I found Someone“); 2000 mit „Believe“ im Synthie- Dancefloor- Vocoder-Sound erfolgreicher denn je.
Cherry, Neneh Die schwarze Sängerin legte mit „Raw like Sushi“ 1989 ein beachtetes Dancefloor-Debut vor und konnte nach einer Baby-Pause daran nicht recht anknüpfen, verhalf jedoch Youssou N'Dour zum Hit „7 Seconds“.
Chess Musical von den beiden ABBA-Komponisten 1984.
Chic In den 70er Jahren erfolgreiche amerikanische Disco-/ Funk-Gruppe, von Nile Rodgers produziert („Le Freak“).
Chicago 1969 debutierten sieben ausgebildete Musiker mit treibenden Rhythmen, fetten Bläsersätzen, jazz igen Soli und hohem soul vollen Gesang. Die bombastische Fusion war jeoch trotz hohen Könnens der Musiker etwas unflexibel und verlor nach anfangs besten Verkäufen schnell an Neuigkeitswert. So versuchte die Truppe ab Mitte der 70er verstärkt mit einschmeichelndem Pop wieder Terrain gutzumachen. Nach dem Megaerfolg „If You leave me Now“ 1977 berieseln sie bis in die 90er konsequent leichtgewichtig ihre teils wieder enorm große Zuhörerschaft.
Chicago-Blues Chicago ist die Hauptstadt des Blues und seit den 20ern ein wichtiges Zentrum amerikanischer Kultur mit 50% schwarzer Bevölkerung (meist in Ghettos beheimatet). Der Blues ist spannungsgeladen, sozialkritisch und aggressiv. Elmore James, Muddy Waters, Big Bill Broonzy, Sonnyboy Williamson I, Little Walter, Buddy Guy.
Chicken Shack Britische Blues band um Stan Webb seit 1967.
Chicks on Speed mischen um die Jahrtausenwende von München aus als anglophile Künstlerinnen und nicht als dezidierte Musikerinnen die Pop-Welt (in Frankreich und England) auf. Klingt erstmal gekonnt.
Chieftains pflegen seit Anfang der 70er auf anspruchsvolle Weise die reiche irische Musiktradition und haben dabei keine Berührungsängste mit Vertretern anderer Stilrichtungen (u.a. Van Morrison, Rolling Stones ).
Chilliwack Verspielter kanadischer Rock Anfang der 70er.
China Schweizer rhythmusbetonter Hardrock mit fetten Gitarren in den 80ern; nach längerer Pause wieder aktiv.
Christian, Charlie Sehr früher E-Gitarrist zwischen Swing (1938) und Bebop.
Christian Death 80er- Underground aus Amerika. Collagieren gebrochen Gothic/- Dark Wave, heftiges Punk-Geknüppel, avantgardistische Klangbilder, Ethno-Passagen und blasphemisch-okkulte Texte in atonaler Gesangsweise zu schockierenden Bühnenshows. Nach dem Ausstieg von Rozz Williams mit neuem Sänger Valor nur noch eine Selbstkopie.
Christians, The Englisches Quartett mit zahlreichen Hits ab 1987 in England („Forgotten Town“); New Wave mit Soul.
Christie, Tony Der englische Sänger mit kraftvoller Stimme wurde 1970/71 mit ''Las Vegas'' weltbekannt. Es folgten die bis heute erfolgreichen Schmachtfetzen ''I did what I did for Maria'' und ''Is this the way to Amarillo''. Zu Beginn 90er Comeback (produziert von Jack White ) vor allem in Deutschland. 1998 Zusammenarbeit mit der Britischen Popgruppe All Seeing I: ''Walk like a Panther''.
Cinderella Amerikanische Band um den Sänger Tom Keifer, die Ende der 80er, im Zuge der Hardrock welle um Bands wie Guns n'Roses, mit erdigem, blues betontem Sound und kreischend-hoher Stimme (erinnert an AC/DC ) Aufmerksamkeit erregte.
Circus Schweizer Band mit Jazz-Einflüssen in den 70er/80ern.
City Ab 1974 aus Ostberlin mit Alltags-Texten und biederem, einfachen Rock; 1978 „Am Fenster“ (mit Geige).
City Blues Der Blues aus der City (Großstadt-Blues), aggressiver als der Country-Blues.
City Preachers siehe Inga Rumpf.
Clannad Irische Folk-Band ab 1973, teils leicht in Richtung Pop (1990 LP „anam“ u.a. mit zartem gälischen Gesang), teils mit sphärischer Filmmusik.
Clapton, Eric Bei den Yardbirds, bei John Mayall, bei Cream und schließlich in seiner Band „Derek and the Domino's“ („Layla“ 1970) und danach unter seinem eigenen Namen unterwegs; Hits mit „Cocaine“ (von J.J. Cale ) 1977, der Reggae-Adaption „I shot the Sheriff“ 1974 oder der Ballade „Tears in Heaven“ 1992. Mit entspannten handwerklich soliden Rock-Nummern hielt sich der hochgelobte Gitarrist „Slowhand“ Clapton in der Publikumsgunst; Blues-orientierte Konzerte, ein Unplugged-Album und klassische Blues-LPs runden das Bild bis in die 2000er.
Clark, Anne Englische Sängerin, in den 80er-Jahren mit düsterem elektronischen New Wave /Pop und markantem Sprechgesang unterwegs.
Clark, Dave (Dave Clark Five ) Die Band um den Londoner Sänger Dave Clark hatte ab 1964 bis Anfang der 70er mit eingängigen Beat-Nummern vor allem in Amerika zahlreiche Hits, z.B. „Glad all Over“.
Clark, Petula Englische Sängerin mit Pop-Liedchen, 1964 in Amerika Hiterfolg mit „Downtown“.
Clark, Vince Englischer Songwriter, Keyboarder und Elektronik-Guru. Gründungsmitglied von Depeche Mode (1980), Yazoo (1981 -`83), „Assembly“ ( Undertones ) und zuletzt Erasure (1984). Mit ausschließlich auf Synthesizer-Klängen basierende Pop-Musik bis heute ideenreich.
Clarke, Kenny Gottvater des Schlagzeugspiels im Bebop (40er), der sein Instrument zum gleichwertigen Harmonieinstrument erhob, indem er die Grundschläge von der Baßtommel (wie noch im Swing ) auf das Becken verlegte und mit dieser flexiblen Methode die Solisten besser unterstützen konnte.
Clarke, Stanley Virtuoser Fusion-Bassist, der in den 70ern auf hohem Niveau beeindruckte („School Days“ `76) und heute auf eben diesem Niveau nicht mehr so recht zünden will.
Clash, The, 1976 aus der Londoner Punk-Szene kommend und neben den Sex Pistols deren wichtigste Vertreter, verstanden es, sich Schritt für Schritt vom Punk in andere Musiksrichtungen (z.B. Reggae ) zu bewegen, bis sich die Band Mitte der 80er auflöste („London Calling“ `79, „Sandinista“, `80).
Clawfinger Aus Schweden; in den 90ern mit Sprechgesang, elektronischen Beats, Samples und harten Heavy-Metal-Gitarren wichtige Crossover-Band („Truth“, „Nigger“).
Clayton, Lee Country-beeinflußter Rocksänger aus Alabama (1979 herausragende Blues-Rock-LP „Naked Child“ durch Mitarbeit des Gitarristen Philip Donnelly).
Clegg, Jonny (& Savuka) spielen seit den 80ern Rock, der auch mit Folklore-Elementen, z.B. aus Afrika (für die südafrikanische Band typisch), auffallend schlicht daherkommt.
Cliff, Jimmy Flaggschiff des Reggae, begnadeter Sänger ab Ende der 60er Jahre bis heute wichtig; „The Harder they come“ - Titel des gleichnamigen Musik-Kultfilms „You can get it if You Really want“, „Vietnam“, „Sitting in Limbo“ oder „Many Rivers to cross“ sind Fixsterne. Ungebändigt schaffend mit regelmäßigen Veröffentlichungen und Live-Auftritten bis in die 90er.
Climax Blues Band 1968 in England entstandene Blues-Rock-Band (mit ganz leichten Jazz- und Funk-Elementen); Anfang der 70er in Amerika als Live-Act sehr angesagt.
Cline, Patsy In Virginia geborene Country- und Pop-Sängerin mit Hits 1957 -`63 in Amerika.
Clinton, George Der farbige amerikanische Sänger machte ab den späten 60ern mit einer abgefahrenen Mischung aus Psychedelik-, Jazz-Elementen und vor allem hochkarätigen Funk („P-Funk“) in verschiedenen Projekten („Parliament“, „Funkadelic“) auf sich aufmerksam; ab den 80ern auch solo.
Coasters Farbige amerikanische Rhythm & Blues-Gruppe mit Happy-Songs aus der Feder von Leiber/Stoller in den 50ern erfolgreich („Yakety Yak“ oder „Charlie Brown“).
Cobain, Kurt Sänger und Gitarrist von Nirvana.
Cobham, Billy Fusion-Schlagzeuger bei diversen Bands (u.a. John McLaughlin, Santana ) und ab 1973 auch unter eigenem Namen.
Cochise (I) Britischer einfacher Rock; trotz diverser Einflüsse meist zwischen Country und Rhythm & Blues (1969 -`72).
Cochise (II) Sanftester Folk-Rock mit minimalen indianischen Einflüssen und deutschen, umweltbewegten und sozialengagierten Texten (LP „Rauchzeichen“ 1979). Abschiedstournee Anfang der 90er.
Cochran, Eddie Rock`n'Roll-Interpret ab 1956 bis 1960 (Autounfall) aus Minnesota.
Cock Robin Sanftes Pop-Gesangs-Duo, 1982 in Los Angeles gegründet; in den 80ern zahlreiche eingängige, meist getragene Hits.
Cockburn, Bruce Sozialkritischer Song-Poet aus Kanada auf schlichter Rock-, Blues und Ethno-Basis mit politischen Texten und nicht sehr modulierter Stimme. Seit 1970 aktiv und Anfang der 80er kurzzeitig sehr gefragt.
Cocker, Joe Der britische Rocksänger mit der markant rauchigen, manchmal etwas gepreßten, voluminösen Stimme und dem an einen Spastiker erinnernden Bühnen-Gebaren machte mit dem Beatles-Song „With a Litte Help from my Friends“ 1969 ( Woodstock ) auf sich aufmerksam, war lange Zeit dem Erfolg nicht gewachsen und konnte erst in den 80ern mit den Anforderungen des Geschäfts mithalten: nicht immer herausragend, aber bis heute auch nie unter Wert.
Coco Tea Ragga-Muffin auch in Schmuse-Version, 90er.
Cohen, Leonhard Der kanadische Dichter fand ab 1968, daß sich seine Lyrik mit Musik besser verkaufen ließe und vertonte sie fürderhin mit sparsamer Instrumentierung und tiefgelegtem Sprechgesang. Der hatte mit zunehmend feinfühligerer Instrumentierung durchaus Charme; „Suzanne“ wurde 1968 sofort ein Hit und er war kommerziell vor allem in den 70ern tatsächlich höchst erfolgreich.
Cold Chisel Die 1976 in Australien entstandene Band lieferte Musik verschiedenster Stilarten auf erdigem, hartem Rock-Fundament. Nach der Auflösung 1983 machte der Sänger Jimmy Barnes, der mit seiner rauhen Stimme den Sound der Band entscheidend geprägt hatte, solo weiter.
Coldcut Zwei englische Sound-Tüftler; seit Ende der 80er für heftig ge sampelte Dancefloor-Knaller gut wie „People hold on“ mit Lisa Stansfield oder „Stop this Crazy Thing“ mit Junior Reid.
Cole, Nat King Begnadeter amerikanischer Pianist des Swing, der ab den 50ern der Singerei verfiel und viel Geld verdiente.
Cole, Natalie Die Tochter Nats versuchte sich in den 80ern zunächst mit Hitparadentauglichem Pop (z.B. „Pink Cadillac“ geschrieben von Bruce Springsteen ). Später entspannt produziertes Comeback in Annäherung an den Jazz u.a. im Duett mit ihrem toten Vater!
Coleman, Ornette Der Jazz- Saxophonist vertrat 1960 auf seiner LP „ Free-Jazz “ Kollektivimprovisationen, die stilbestimmend für die Geschichte dieser Musik wurden.
Coleman, Steve Der schwarze Saxophonist aus Chicago startete 1977 im Jazz und ist mit seiner eingängigen Melodieführung ab Mitte der 80er auch in Fusion und Hip Hop beliebt.
Collective Soul durften nach dem Erfolg ihrer ersten Platte (Anfang der 90er in totalem Stilmix, Blues, Hardrock, Dancefloor und was noch) eine geradlinige Rock-Platte nach eigenen Vorstellungen aufnehmen.
Collins, Albert Gefragter Bluesmusiker in den 80ern; beeinflußt von T-Bone Walker. „The Razorblade“ (wegen seines harten, metallisch-spitzen Sounds) versteht es, seine Gitarre zum Sprechen zu bringen (z.B.auf „Don't lose your Cool“, „Cold Snap“, „Frosty“).
Collins, Bootsy (g, b, v) Neben George Clinton einer der wichtigsten Vertreter des schwarzen Funk seit den 70ern und zeitweilig das musikalische Rückgrat von James Brown. Danach hatte er in zahlreichen Funk-Produktionen seine Finger im Spiel, etwa bei African Bambaataa oder oder Material. Schrille Kleidung und dazu passende Baßgitarren sind Markenzeichen seiner Live auftritte.
Collins, Dave and Ansel In Ehren ergraute Sanges-Brüder aus der Rock Steady-Sparte. Konnten Ende der 60er Anfang der 70er Jahre gutplazierte Charts-Erfolge nicht nur in Jamaica verbuchen.
Collins, Mel spielte (meistens) Saxophon für u.a. Bad Company, Camel, Brian Ferry, Alexis Korner, King Crimson, Rolling Stones, Uriah Heep und unendlich viele weitere britische Bands.
Collins, Phil Bis Mitte der `90er der Schlagzeuger und dann vor allem Sänger der Genesis startete mit trockenen, anfangs sparsam fast nur schlagzeugakzentuierten Soloalben und markant eckiger Stimme 1981 eine parallel erfolgreiche Solokarriere, die die der Band schließlich in den Schatten stellte („In the Air Tonight“).
Colosseum Anfangs (1969) behäbige Jazz-, Rock- und Blues-Truppe um den Schlagzeuger mit dem riesigen Drumset Jon Hiseman, den Organisten Dave Greenslade und später auch den Gitarristen Clem Clempson (von Humble Pie ), die 1972 (mit Sänger Chris Farlowe ) zu ganz großer Form auflief (LP „Live“); 1994 kurzfristige Reunion. Colosseum II mit Hiseman und Gary Moore war eine rockigere, erfolglosere, 1978 abgeschlossene Episode.
Coltrane, Chi startete in Amerika mit Keyboard-Künsten und hoher angerauhter Stimme mit dem Hit „Thunder and Lightning“ 1973 und konnte trotz großer Anstrengungen nie recht Erfolg verbuchen, ist aber, inzwischen wesentlich gelassener, immer noch unterwegs.
Coltrane, John („Trane“) Nach seiner Mitarbeit bei Miles Davis sprudelte der nach Charlie Parker wohl bedeutendste Saxophonist des Jazz nur so über vor Ideen. Er starb schon 1967.
Comeback „Zurückkommen“ möchten Musiker und Plattenfirmen natürlich am liebsten mit sehr erfolgreichen Projekten. Nachdem sich Mitte der 90er annähernd jeder Musiker, der je einen Hit hatte zurückmeldet, warten wir auf ein Comeback der Jimi Hendrix Experience.
Comedian Harmonists Deutsche a capella-Gruppe der 30er-Jahre.
Commander Cody (& the Lost Planet Airmen) brachten ihre erste LP 1971 auf den Markt und waren bis Mitte der 70er mit ihrer Mischung aus Country-Fernfahrersongs, Rock`n'Roll, Blues und Boogie Woogie sehr beliebt, höchst humor- und schwungvoll (1974 „Live from Deep in the Heart of Texas“) aber zu teuer im Unterhalt, so daß der Commander (George Frayne, k, v) eine Zeit alleine tingelte, bis die Gruppe ab 1987 wieder gemeinsam Spaß hatte.
Commodores Farbige amerikanische Gruppe ab 1968, die heftigen Funk (mit Bläsersätzen) und Rock zu einer außerordentlich Party-tauglichen Mischung machte. Nach dem Weggang des Sängers Lionel Richie 1982 kriselte es ständig (1984 noch ein Hit: „Nightshift“).
Communards siehe Jimmy Sommerville.
Coney Hatch Kanadischer gitarrenbetonter Mainstream- Hardrock der 80er mit hohem Gesang.
Connells sind schon etliche Jahre und LPs mit melodiösem Folk-Rock (etwas in Richtung R.E.M. ) unterwegs und hatten doch erst 1995 mit der Singsang-Nummer „74/75“ einen nennenswerten Hit.
Conte, Paolo Italienischer Pianist und Songschreiber, der ab den 80ern über seinen Hit „Azurro“ (für Adriano Celentano) hinaus mit eigenwillig knorriger Stimme und gekonnt augenzwinkernd ange jazzt vor allem live überzeugt.
Cooder, Ry Brillanter amerikanischer Gitarrist ( Slide ) und Sänger (mit erdiger Stimme), der ab den 70ern Sinn für blues gefärbten Rock, gute Arrangements und Mitmusiker beweist. Mitte der 90er in Afrika, und Ende der 90er ethno logisch in Kuba unterwegs.
Cooke, Sam 1935 in Chicago geboren, hatte der farbige Sänger in den späten 50ern bis zu seinem Tod `64 mit warmer, dunkel gefärbter Soul-Stimme eine Reihe von großen Hits („Everybody like to cha cha“, „Twisting the Night Away“). In den 80ern wurde durch eine Jeans-Werbung „Wonderful World“ ein Renner.
Cool J, LL Amerikanischer Rapper ab 1986. Neben Run DMC und den Beastie Boys wichtiger Vertreter der Metal-Rap-Szene in den 80ern. Später ohne Metal-Einflüsse und sogar mit Rap-Balladen erfolgreich.
Cool Jazz Nicht ganz klare Bezeichnung für eine Spielart des Jazz, die intellektuell und etwas distanziert (kühl) genannt werden kann; Miles Davis, Chet Baker.
Coolidge, Rita Amerikanische Sängerin melodiös und Gospel-geschult, mittlere Stimmlage, erste LP 1971, Country-beeinflußter Rock und Pop-Balladen; größter Hit: „All Time High“, 1983.
Cooper, Alice Hardrock-Sänger aus Detroit, der in den 70ern mit einer exzessiven Horror-Bühnenshow auf sich aufmerksam machte („Elected“). Harter Drogen- und Alkohol-Mißbrauch zwangen ihn Ende der 70er zu einer Pause. 1986 Comeback („Poison“, 1989).
Copeland, Jonny Ab den 70ern Texas-Blues im Stil von T-Bone Walker mit einem Schuß Soul.
Copperhead Quicksilver Messenger Service-Gitarrist John Cippolina 1973 mit eigener Band.
Corea, Chick Moderner Jazz-Pianist von Miles Davis kommend (1969) und vor allem im Fusion (u.a. mit der Gruppe „Return to Forever“) unterwegs.
Coroner Schweizer Thrash-Metal mit ausgefeilten Songstrukturen und spieltechnischer Brillanz Mitte der 80er bis Mitte der 90er.
Coryell, Larry Der texanische Gitarrist verbindet seit den 60ern Jazz mit Rock, oft in scheinbar einfachem Kleid (anfangs unter den Bandnamen „Free Spirit“, später „Eleventh House“).
Cosmic Psychos Australisches Trio, das ab Ende der 80er mit Brachialrock (ähnlich Motörhead ) und ausgedehnten Wah-Wah-Gitarrensoli in Underground keisen auf sich aufmerksam machte.
Costello, Elvis Der britische Sänger und Komponist wurde Ende der 70er im Rahmen der New Wave bekannt. Er schwankt zwischen eingängigem Pop und anspruchsvollen Kompositionen. Inzwischen etwas glücklos, versucht er sich in den 90ern auch an Country und Kammermusikalischem.
Cotton, James Brillanter Mundharmonika-Spieler aus Chicago und ehemaliges Mitglied der Muddy Waters Band. Moderner City Blues jazzig angehaucht, rhythmisch perkussiv. Mit „100% Cotton“ gelang 1974 der Durchbruch.
Coughlan, Mary Irische Sängerin, die ab 1987 mit brüchiger Attitüde eindringlich traurigen Alltag besingt. Im Material nicht immer auf der Höhe, von Insidern offensichtlich geschätzt.
Counting Crows Ein wenig Folk, ein wenig Rock und oft klischeehafte Schmerz-Texte aus Amerika seit den 90ern („Mr. Jones“).
Country (& Western) Vom Lagerfeuer-Lied bis zur hochvirtuosen Studioaufnahme stets ähnlich klingend, ist die Alltagsmusik der weißen amerikanischen Arbeiter und ihrer Probleme im Gegensatz zum schwarzen Blues gemeint. Musikalisch und textlich eher konservativ, meist geprägt von nasalem Gesang, Stahlsaiten-Gitarren und „Cowboy-Pferdegalopp-Rhythmus“; eine Unterabteilung des amerikanischen Folk ( Hank Williams, Jonny Cash, um nur wenige der extrem gewachsenen Szene ( Garth Brooks ) zu nennen).
Country Blues Der Blues vom Land: nicht so hart und aggressiv wie der City-Blues (Großstadt-Blues).
Country Joe & the Fish Die amerikanische Folk / Country-Gruppe (erste LP 1967) wurde vor allem durch ihren Anti-Vietnam-Auftritt in Woodstock bekannt („I-feel-like-I`m-fixing-to-die“). Seit 1971 macht Country Joe McDonald solo weiter.
Cousins, Dave (v, g, k ...) Kopf der Folk-Rock-Band Strawbs.
Cover (Plattenhülle) siehe Marketing.
Cover Version meint die Neu-Interpretation eines Musikstücks durch andere Musiker als den oder die Original-Interpreten. Oft wird so versucht einen Hit-Erfolg zu wiederholen, oft macht die Cover-Version ein Lied überhaupt erst bekannt; siehe auch Remix.
Cowboy Junkies Sanfte, gitarrenbetonte Kanadier mit getragenem weiblichem Gesang ab den 80ern.
Coxsone, Sir Einer der wichtigsten Produzenten der frühen jamaikanischen Reggae- und Ska-Szene. Nahm in den 70ern alles was Rang und Namen hatte aus und unter seine Fittiche, auch den jungen Bob Marley. Ausbeuter!
Coyne, Kevin Mit depressiven, blues betonten Songs zwischen sanft-leise und aggressiv-laut galt der englische Sänger, Komponist und Gitarrist immer als Insider-Tip - und das, obwohl er seit über 30 Jahren Musik macht; Ende 2004 gestorben.
Cramps Die New Yorker Rock`n'Roll / Rockabilly-Band (1975 gegründet) war vor allem in der Underground-Szene der späten 70er/80er erfolgreich. Vereinzelt wurden auch extrem verzerrte Gitarren eingesetzt („Human Fly“).
Cranberries Melodiös-eingängiger Gitarren-Pop aus Irland mit kräftiger weiblicher Stimme (erinnert mit Umschlagen in die Kopfstimme an Sinead O'Connor ) und unüblich heftigem Hit „Zombie“ 1995.
Crash Test Dummies Kanadische Band mit melodiös-eingängigem Folk-Pop-Rock und auffallend tiefer Knödelstimme (1994 „Mmm MmmM Mmm“); manchmal sehr einfach, manchmal sehr aufwendig.
Crawford, Randy Seit Ende der 70er ist die schwarze Amerikanerin mit sauberer Stimme für jeweils zeitgemäß produzierten Soul pop gut.
Cray, Robert Der zeitgenössische Gitarrist und Sänger mit einer von Buddy Guy und Jimi Hendrix abgeleiteten Technik bewegt sich zwischen Blues, Funk und Soul.
Crazy Horse Zeitweilig Begleitband von Neil Young.
Creach, Papa John Der 1917 geborene, farbige amerikanische Geiger fand (nach Anfängen als Tanz- und Jazz-Musiker) in den 70ern bei den experimentellen Jefferson Airplane ein Betätigungsfeld, veröffentlichte ab 1971 Soloplatten zwischen Blues-Rock und Jazz und spielte gelegentlich bei Hot Tuna.
Cream Die Briten Ginger Baker (d, v), Jack Bruce (b und weiche, hohe Stimme, „White Room“) und Eric Clapton schrieben 1966 -`68 Rockgeschichte. Ihr abwechslungsreicher Rock, der die erhebliche individuelle Virtuosität der Musiker in den Vordergund stellte und den Begriff „Soupergroup“ aufkommen ließ, endlose Blues betonte Improvisationen (wie bei Hendrix ) und enormer Erfolg führten zu Auftritten in großen Arenen (das war der Anfang vom Ende der kleinen Clubs, die sich die sprunghaft steigenden Gagen nicht mehr leisten konnten und Discotheken weichen mußten). Eine gewisse Eintönigkeit auch bei kunstvoller Spielweise ließ sich jedoch nicht leugnen und führte konsequenterweise zur Auflösung der Cream. Der Durchbruch des Rock zur ernstzunehmenden Kunst war allerdings, zumindest bei Jugendlichen, endgültig vollzogen ( Art Rock ); Single-Verkaufszahlen sanken drastisch und die Langspielplatte als adäquates Medium war bis zur Gegenströmung des Punk neuer Standard („Wheels of Fire“ 1968).
Creation 1963 entstandenes Beat-Quartett mit kommerziell eingängigen Schmachtfetzen („Tom Tom“ 1967).
Creed Seit Ende der 90er sehr erfolgreicher Amerikanischer Post- Grunge : eingängig, melodisch, melancholisch - irgendwo zwischen Nirvana (Musik) und Pearl Jam (Gesang).
Creedence Clearwater Revival aus Kalifornien. Ende der 60er bis in die 70er lieferten John Fogerty, sein Bruder Tom, Doug Clifford und Stuard Cook bestes Material im Überfluß. Erdiger, einwandfrei-eingängiger Rock, gute, knappe Melodien und vor allem die charakteristisch nasale und kraftvolle Stimme John Fogertys ließen einen Klassiker nach dem anderen entstehen: „Proud Mary“, „Bad Moon Rising“, „Hey Tonite“, „Suzie Q.“, unverwechselbar! Der Sänger startete 1972 eine halbherzige Solokarriere. 1996, nach einem unglücklichen „Revival“, ist John unter höchstem Kritikerlob solo unterwegs.
Cro Mags Eine der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Hardcore- Punk-Szene der 80er, da sie als eine der ersten schnelle Spielweise und sozialkritische Texte verbanden.
Croce, Jim Der amerikanische Sänger und rhythmische Gitarrist interpretierte seine ungefähr 500 traurig-ehrlichen Lieder aus dem amerikanischen Alltag, bis er 1973 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und sich seine Platten schlagartig millionenfach verkauften („Time in a Bottle“ `71, „I got a Name“ `73).
Crooner (Amerikanischer) Schnulzensänger wie Bing Crosby, der späte Frank Sinatra und Konsorten.
Cropper, Steve Amerikanischer Studio-Gitarrist, der schon seit den 60ern etliche Kollegen (von Otis Redding bis Rod Stewart ) mit gekonnter Arbeit unterstützt; ab 1971 auch seltene Solo-Alben des dem Blues geneigten Musikers.
Crosby, Stills, Nash (& Young) David Crosby, von den Byrds kommend, Stephen Stills von Buffallo Springfield und Graham Nash von den Hollies gründeten 1968 ein akustisches Folk-Trio, musikalisch sanft rockend und textlich auffallend engagiert. Zu den fein ausgedachten Gesangs- und Gitarren-Harmonien gesellte sich 1970 -`75 die Stimme und Gitarre Neil Youngs. Trotz recht glatter Studio-Produktionen war der Anfangserfolg enorm, dennoch pausierte die Band regelmäßig, um für Solo-Projekte (auf denen die Musiker sich oft gegenseitig aushalfen) Raum zu schaffen, und fand sich sporadisch bis in die späten 80er immer wieder als Duo oder Trio zusammen. Einzig Neil Young war erst ab 1999 ab und zu wieder dabei.
Cross, Christopher Der in Texas geborene Sänger mit hoher melodiöser Stimme und Komponist von Weichspül-Rock veröffentlichte 1980 seine erste LP (mit seinem bekanntesten Song „Ride like the Wind“).
Crossover (Überkreuzung) Obwohl sich Rockmusik eigentlich immer aus verschiedenen Stilen zusammensetzt, wird der Begriff Crossover solange für eine Stilmischung verwendet, bis sich ein neues Schlagwort gefunden hat. Jazz- und Rock-„Crossover“ ergaben in den 70ern Fusion. Im Moment klebt das Etikett auf Hardcore- Punk / Heavy-Metal / Rap-Mischungen wie Rage against the Machine, Biohazard.
Crowbar äußerst düsterer, aggressiver und kraftvoller ( Doom-)Metal aus Amerika (90er).
Crowded House In Amerika beheimatetes neuseeländisch/australisches Trio mit locker-sonnigem Minimal-Pop um Neil Finn, zeitweilig mit seinem Bruder Tim Finn als Gastsänger (beide Ex- Split Enz ); erster Hit 1987 „Don't dream it`s Over“. Zugunsten eines Folk-Projekts der Finn-Brüder Mitte der 90er stillgelegt.
Crusaders Anfang der 50er als „Modern Jazz Sextett“ gegründet, in den 60ern erst einmal in „Jazz Crusaders“ umbenannt, war die amerikanische Gruppe stets um eine Verbindung von Jazz, Funk und Soul bemüht; kommerziell nicht ausnahmslos erfolgreich aber immerhin langlebig.
Cruz, Celia aus Kuba; arbeitete sich seit den 50ern zur Königin des Salsa empor.
Cult Anfang der 80er aus der Dark Wave Combo „Southern Death Cult“ hervorgegangene Band aus England. Mit zweiter LP „Love“ noch Mischung aus New Wave, Rock und Pop-Balladen mit leicht nasal- blues igem Gesang („Here comes the Rain“, „She sells Sanctuary“). Später in geradliniger Hardrock-Gangart und Mitte der 90er nach erfolgloser Anbiederung an die Alternative-Bewegung aufgelöst. 2001 etwas härter (unter großem Kritikerzuspruch) wieder da.
Culture Beat Deutsches Dancefloor-Projekt der 90er mit Sängerin und Rap per („Mr. Vain“).
Culture Club Um Boy George in London gegründet. Seine weiche eingängige Stimme (neben schrill-schrägen Outfit), einfache Songs zwischen Pop und Reggae machten die englische Band in den 80ern sehr erfolgreich (1981 „Do You Really want to hurt me?“). Drogenprobleme und ein kreatives Tief führten 1986 zur Auflösung.
Culture Seit den 70ern populäres Vokal-Trio in Sachen Roots-Reggae.
Cure 1978 in Sussex gegründete Band um den Sänger Robert Smith, dessen depressiv-weinerliche Stimme die Musik stets prägte. Anfangs noch dem Dark Wave verpflichtet, ging es mit der 83er-LP „Japanese Whispers“ deutlich in Richtung Pop. Zahlreiche Hits, z.B. „Love Cats“ oder „Lullaby“.
Curry, Tim Schauspieler und Sänger ( Rocky Horror Picture Show ).
Curved Air Francis Monkman (g, k) und Sonja Kristina (v) waren 1970 -`77 die einzig festen Mitglieder der englischen Band, die Klassik- (Geige von Darryl Way, später Eddie Jobson ) und Folk-beeinflußt an Westcoast-Sound denken ließ und später (ohne Geige) mehr nach herkömmlichem Rock klang.
Ian, Cussick Ex- Lake-Sänger mit hoher Stimme und Discotheken-Hits im Mainstream Rock der 80er/90er („Wonderlove“).
Cypress Hill Amerikanischer Hip-Hop-Act ab Anfang der 90er. Besondere Erkennungsmerkmale: nasaler Sprechgesang ( Rap ) und sehr spärliche Arrangements.
Czukay, Holger Bassist u.a. bei Can.
D'Abo, Michael Romantische tiefsinnige Balladen vom Ex- Manfred Mann-Sänger ab 1971.
D'Arby, Terence Trent überraschte 1987 mit einfallsreicher, durchschlagend produzierter LP und wandlungsfähiger Soul-Stimme; danach experimentell (zweite LP), wieder gemäßigt (3.LP) und `95 mit 4. LP ohne adäquates Material.
D. J. Bobo Schweizer Dancefloor der 90er mit großangelegter Tanzshow und Rap.
Dalbello Kanadische Sängerin mit eingängigen Songs und kraftvoller, aggressiver Stimme; hatte mit leichtem New Wave-Touch einige Rock-Hits in den späten 80ern („Black on Black“, „I`m gonna get Close to You“); 1996 Comeback mit schrägem Gitarrenrock („Whore“).
Dale, Dick Kalifornischer Gitarrist, begründet Anfang der 60er den Surfrock (flinkes Stakkatospiel und deutlicher Hall auf der Gitarre wurde für reine Instrumentalmusik der 60ger später allgemeingültig). Nach lokalem Erfolg mit weitreichendem Einfluß ( Beach Boys, Hendrix ) wurde es nach Krankheit Mitte der 60er still um Dale bis er mit „Miserlou“ als Titelmusik des Kultfilms „Pulp Fiction“ ein neues Publikum fand.
Daltrey, Rodger Sänger der Who ; solo poporientiert.
Damn Yankees Ted Nugent und der Ex- Styx-Gitarrist Tommy Shaw versuchten sich Anfang der 90er handwerklich solide in melodiösem Hardrock und hatten mit zeitgemäßem Sound auch Hit-Erfolge („Coming of Age“).
Damned Mitbegründer der Englischen Punk-Szene 1975/`76 mit spärlichen Arrangements, schlampigem Zusammenspiel und einprägsamen Melodien. Nicht so aggresiv und sozialkritisch wie die Sex Pistols. Bassist Captain Sensible hatte 1982/`83 mit der Rap-Nummer „Wot“ einen Hit.
Dance / Dancefloor Stark Rhythmus-betonte Pop musik, bei der der (oft ohnehin verschwindend geringe) musikalische Inhalt gegenüber Tanzbarkeit zurücktritt. Das soll allerdings nicht heißen, daß nicht vereinzelt ausgefuchste Sound-Tüftler gehaltvolles oder zumindest überraschendes Material herausbringenen, wobei mindestens ein Ziel erreicht werden muß: den Tänzer zum Tanzen zu „zwingen“. Der Begriff fand und findet Verwendung vor allem in der DJ-Szene für Disco, Hip Hop und House bis zu entschärftem Techno. Letzteres ist der Discotheken-Sound der 90er hauptsächlich in Europa, wo sich findige Produzenten mit stumpfsinnig vereinfachten Techno-Beats und minimalen Keyboard-Themen zu Pseudo- Soul-Singerei und leeren Rap-Sprüchen eine goldene Nase verdienen (D. J. Bobo, Two Unlimited). Damit der Zuhörer auch weiterhin den Geldbeutel zückt, wird verwurstet, was nicht niet- und nagelfest ist (Dudelsack bei „Perplexer“, Country bei „Rednex“ oder gar arges Gequieke bei „Die Schlümpfe“).
Dancehall Eine Entwicklung des Reggae Ende der 70er Jahre. Ursprünglich im typischen Ambiente der jamaikanischen Dance-Hall ( Discothek ) zu einer Dub-Plate ( Toasting ) dargebotener Vortrag des betreffenden Sängers (z.B. Michael Prophet, Leroy Sibbles). Die Stilrichtung mündete Ende der 80er Jahre in den Ragga-Muffin.
Dangerous Toys Anfang der 90er schwamm die Band um den Ex- Watchtower-Sänger Jason McMasters bezüglich Stil und Image im Fahrwasser von Guns`n'Roses.
Daniels, Charlie (Band) Charlie Daniels begann schon in den 50ern seine Musikerkarriere. Er schrieb Songs u.a. für Elvis Presley oder Tammy Wynette, begleitete u.a. Bob Dylan und Leonhard Cohen. Ab 1970 veröffentlichte der Sänger, Gitarrist und Geiger Rock-angehauchte Country-Platten und hatte auch Hit-Erfolge („The Devil went Down to Georgia“).
Daniels, Chris & the Kings Eigenartige amerikanische Mischung aus Heavy-Metal-angehauchtem gitarrenlastigen Rock und Bläsersätzen ab den späten 80ern.
Danzer, Georg Österreichischer Barde, der sich seit 1972 mit einigermaßen anspruchsvollen und kritischen Texten bis in sanften Rock steigern kann.
Danzig Ende der 80er um den ehemaligen Sänger der amerikanischen Punk-Band The Misfits, Glen Danzig, entstanden. Ab Mitte der 90er mit einer Mischung aus düsterem Heavy-Metal, theatralisch-heftigem, an Jim Morrison ( Doors ) erinnernden Gesang und okkultem Image erfolgreich.
Darin, Bobby Der New Yorker hatte als Rock`n'Roll-Sänger ab 1958 Hits wie „Splish, Splash“ oder „Dream Lover“, er starb 1973.
Dark Angel Sehr schneller Thrash-Metal aus Amerika, Anfang der 80er noch Konkurrenz zu Slayer, aber durch Besetzungswechsel und haarsträubend schlecht produzierte Platten Anfang der 90er zerfallen.
Dark Throne Typische skandinavische Black-Metal-Band der 90er: gekrächzter Gesang, okkultes Gesamtkonzept und bleich geschminkte Gesichter.
Dark Wave, auch Gothic Wave oder Gothic, entstand Ende der 70er in England aus der Punk-Bewegung (daher der an New Wave angelehnte Name). Joy Division, Siouxie and the Banshees, The Cure und Bauhaus legten den Grundstein. Die Aggression des Punks verwandelte sich in Depression, textlich in Themen um Religion, Tod, Selbstmord, Okkultes, Magie etc.. Im Verlaufe Ihrer Karriere brachten die Sisters of Mercy mit düster-monotonen Songs, angelsächsischen und nahöstlichen Folklore-Anleihen in der Gitarren-Arbeit den Sound auf den Punkt und wurden zur erfolgreichsten Band des Genres. Weitere wichtige Vertreter sind: (die frühen) Jesus and the Mary Chain, Christian Death (Amerikas bedeutenster Beitrag), Fields of the Nephilim. Die Anhänger dieser Musik („Grufties“) tragen vorwiegend Schwarz, diverse Kreuze und schminken sich bleich. In den letzten Jahren kam vor allem in Deutschland, eine Elektronik-Variante auf ( Das Ich ). Eine weitere neue Spielart ist der „Gothic-Death-Metal“ oder „Gothic-Doom-Metal“, der Dark Wave-Elemente mit Death- oder Doom-Metal verbindet (z.B. Paradise Lost ).
DAS EFX Innovatives Hip Hop-Projekt von der amerikanischen Ostküste mit beachtetem Debut Anfang der 90er („Dead Serious“), kurzem Durchhänger und lässigem Comeback 1996 („Hold it Down“).
Das Ich Deutscher Dark Wave, stark auf Synthesizern basierend; mit pseudo-philosophischen Texten. Anfang der 90er Szene-Hit „Gottes Tod“; live (und auf neuer LP zusammen mit Atrocity ) mit Heavy-Metal-Einflüssen.
Dave, Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich Englische Beat band mit fröhlichen Liedern und einigen internationalen Hits („Bend it“) ab Mitte der 60er.
David, Grisman Virtuose auf der Mandoline, verbindet seit den 70ern Folk, Bluegrass, Jazz und Country zu einem eigenen Stil („Dawg Music“). Spielte mit Jerry Garcia ( Grateful Dead ) u.a. bei Old & In the Way 1973.
Davis, Gary (geb. 1896). Ein Urvater der akustischen Blues-Gitarre mit unglaublicher Gitarrentechnik und eindringlichem Gesang (religiöse Texte); Vorbild für unzählige Gitarristen.
Davis, Jesse Ed Indianischer Musiker, der Ende der 60er zwischen Rock und Blues u.a. mit Größen wie Bob Dylan zusammenspielte.
Davis, Miles Bedeutender Trompeter des Jazz, der schon im Bebop mit den Größen seiner Zeit spielte. Prägte er Anfang der 50er den Cool Jazz, war er 1959 mit dem epochalen Werk „Kind of Blue“ (zusammen mit John Coltrane ) endgültig bei modalem Jazz gelandet und 1969 galt er mit „Bitches Brew“ (u.a. mit Chick Corea, John McLauglin ) als Begründer der Fusion und wurde so zu einem Wegbereiter des Free Jazz, dem er jedoch ausnahmsweise nicht angehörte. Später öffnete er sich elektronischen Spielereien und moderenen populären Strömungen wie Funk, Rock und Hip Hop- stets jedoch blieb sein charakteristisch melancholischer Ton prägend („We want Miles“ `82). Etlichen Musikern aus seinen Formationen ermöglichte die Zusammenarbeit Solokarrieren (neben den oben genannten: Cannonball Adderley, Herbie Hancock, Tony Williams, Marcus Miller (b) u.v.m.). Miles Davis starb 1991.
Davis, Spencer (Group) 1963 Soul- und Blues-beeinflußt in England gegründet und geprägt durch die helle Stimme Steve Winwoods („Keep on running“); 1969 aufgelöst.
Dawkins, Jimmy gehört zur ersten Garde der Chicago-Blues szene. Als versierter Gitarrist und Sänger spielte er in vielen Bands und ist gefragter Studiomusiker. Sein eigenes Album „Feel the Blues“ erregte Anfang der 80er einiges Aufsehen.
De Dannan Typische irische moderne Folk-Musik ab den Mittsiebzigern.
De La Soul Hip Hop- mehr psychedelisch als sozialkritisch; obwohl seit Ende der 80er mit nur vier Alben in Erscheinung getreten, stets lässige Ostküsten-Pioniere.
Dead can Dance Aus Australien, ab Anfang der 80er bis Ende der `90er mit sphärischem Gothic ( Dark Wave ) unterwegs in Richtung einer meditativen Stilmischung ( New Age ) aus irischem Folk und archaischem Chorgesang unter teilweisem Einsatz mittelalterlicher Instrumente.
Dead Kennedys 1978 gegründete Punk-Band aus Kalifornien, mit oft sehr schnell gespielten sozialkritischen Liedern Vorreiter des Hardcore-Punks („Nazi Punks - fuck off“). 1987 Auflösung; Sänger Jello Biafra ist seither mit verschiedenen Soloprojekten aufgetreten.
Death In den Anfängen des Death-Metal brachte es die Band aus Florida Mitte der 80er auf den Punkt: extreme Rhythmus wechsel (ultraschnell/ultralangsam), Grunzgesang, tief gestimmte Gitarren und brutale Texte (LP „Scream Bloody Gore“ `87). Um das einzig feste Bandmitglied „Evil“ Chuck Schuldiner (v, g, l; 2001 an Krebs gestorben) entwickelte sich die Band textlich in Richtung Sozialkritik und musikalisch (mit komplexeren Arrangements und Songstrukturen) in Richtung Progressive-Metal.
Death Angel Kalifornische Thrash-Metal-Band (ab Mitte der 80er) mit überdurchschnittlichem Songmaterial und melodiöser Stimme (Marc Osegueda). Ab 1988 Funk-orientiert ohne den Sänger unter dem Namen „The Organisation“.
Death-Metal Einerseits noch schneller als Thrash-Metal (wie Grindcore ), andererseits auch sehr langsam (wie Doom-Metal ); Grunzgesang mit extremen Texten (z.B. Pathologisches bei Carcass ). Eine sehr ähnliche Spielart ist der Black-Metal. Gothic-Death-Metal ist seit Mitte der 90er eine Strömung um Bands wie Paradise Lost (s.a. Dark Wave ).
Dee, Kiki Die britische Sängerin nahm zwar schon in den 60ern Platten auf, hatte aber Erfolg erst in einem Duett mit Elton John („Don't go breaking my Heart“ 1976).
Deep Dish House aus Amerika, der Mitte der 90er mit minimalistischem Stil zunehmend auffällt; gefragte Remix-Spezialisten.
Deep Purple 1968 in London gegründet von Ritchie Blackmore (g), Jon Lord (k), Ian Paice (d), Rod Evans (v), Nick Simper (b). Mit klassischen Anleihen auf den ersten 3 LPs (Hit: „Hush“) und mit Ian Gillan (v) und Roger Glover (b) auf „In Rock“ und „Machine Head“ mustergültige Zuwendung zum Hardrock („Smoke on the Water“ 1970); legendäre Auftritte mit Solo- Improvisations schlachten Blackmore kontra Lord (1972 „Made in Japan“). Dritte Besetzung („Mark III“) mit David Coverdale (v, Whitesnake ) und Glen Hughes (b); Blackmore gründete 1975 Rainbow. Danach wechselten vor allem die Gitarristen und Sänger in diversen Reunions in den 80ern und 90ern ständig.
Def Leppard 1977 in Sheffield gegründete Hardrock-Band (vom AC/DC, Foreigner-Produzenten Mutt Lange unterstützt), die schon früh mehrstimmigem Gesang und akustische Gitarrenparts verwendeten. Mit 1983er-LP „Pyromania“ im Mainstream internationaler Durchbruch und sensationeller Erfolg in Amerika („Rock of Ages“, „Too Late for Love“, „Animal“). Schlagzeuger Rick Allen verlor bei einem Autounfall einen Arm und ist wohl der einzige einarmige Schlagzeuger der Rockgeschichte. 1996 mit der LP „Slang“ Anbiederung an aktuelle Trends.
Defunkt Der aus der Free Jazz-Szene stammende Posaunist Joseph Bowie entwickelte im Laufe der 80er/90er eine beachtenswerte Funk-Formation mit wechselnden Besetzungen („Cum Funky“ 1994).
Degenhardt, Franz-Josef Liedermacher, der mit schneidender Stimme zu Gitarrenbegleitung seit Anfang der 60er deutsches Spießertum anprangert.
Deine Lakeien In den 90ern entstandener elektronischer Dark Wave aus Deutschland mit englischen Texten.
DeJohnette, Jack Moderner Fusion- und Jazz-Schlagzeuger ab Mitte der 60er.
Dekker, Desmond setzte 1969 mit dem Number One-Hit „Israelites“ den Höhepunkt in seiner Reggae-Karriere und ist damit auf jedem zweiten Reggae- Sampler vertreten.
Delegation Soul Mitte der 80er aus Amerika („You and I“).
Demo Kurz für: Demonstrations-Cassette. Meist billig produzierte Aufnahme einer unbekannten Band als Schallplattenersatz in der Amateurszene (zu Dokumentations- und Verkaufszwecken - hat mit preiswerten CD-Aufnahmemöglichkeiten an Bedeutung verloren) oder zur Bewerbung bei Plattenfirmen und Konzertveranstaltern. Außerdem werden auch Rohfassungen von später geplanten Plattenaufnahmen als Demo bezeichnet.
Denny, Sandy Bis zu ihrem frühen Tod ausdrucksstarke und eisige Stimme des britischen Folk-Rock der 70er, solo und u.a. bei Fairport Convention, „Fotheringay“ und als Gast bei z.B. Led Zeppelin.
Denver, John (John Henry Deutschendorf) Deutschstämmiger einfacher Country-Interpret mit größtem Erfolg in den frühen 70ern in Amerika („Country Roads“, „Rocky Mountain High“). 1997 tödlich verunglückt.
Deodato Brasilianischer Bandleader und Arrangeur, der Klassik- und Rock-Stücke in sanfte Fusion umsetzte („Also sprach Zarathrustra“ 1969).
Depeche Mode Elektronik-Pop-Band aus England (erste LP 1981). Verbanden düstere New Wave-Einflüsse (mit meist tiefgehaltenen Gesang) und Hit-Melodien. Seit „Songs of Faith and Devotion“ werden nicht mehr so ausschließlich elektronische Instrumente eingesetzt. Vince Clark (k, v) gründete auch Yazoo und Erasure.
Derek & the Domino's siehe Eric Clapton.
Derrick, Morgan Einer der größten Stars der Ska-ära, heute zu Unrecht vergessen, dem es Anfang der 60er Jahre gelang, alle ersten sieben Plätze der jamaikanischen Hitparade gleichzeitig zu belegen! Er war so erfolgreich, er schrieb so viele Klassiker, daß man glaubte, er könne eigentlich keinen Mißerfolg haben.
Derringer, Rick Der amerikanische Sänger und Gitarrist begann in der Beat-Combo „McCoys“ (1965 Mitsing-Hit „Hang on Sloopy“). Nach kurzer Zusammenarbeit mit Edgar Winter startete er 1973 eine wechselhafte Solokarriere zwischen Blues und Hardrock und trat immer wieder als Studio-Gitarrist und Produzent auf.
Destruction Deutsches Thrash-Metal-Trio mit Kreischgesang (80er).
Detroit, Marcella Gekonnte Pop-Singerei u.a. bei den Shakespears Sister ; ab 1994 solo.
dEUS Belgische Alternative-Band mit sehr eigenem violinbetontem Sound in den 90ern.
Deuter Gehört ab 1971 mit indischen Einflüssen, Naturgeräuschen und abwechslungsreichen Synthesizer-Sphären- und Rhythmik-Klängen zu den vielschichtigeren New Age-Künstlern.
Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) Deutsches Elektronik- New Wave-Duo Anfang der 80er, das zur Neuen Deutschen Welle gezählt wurde. Spärliche bizarre Arrangements („Der Räuber und der Prinz“) und Anspielungen auf die Nazi-Zeit in den Texten („Tanz den Mussolini“, „Die lustigen Stiefel marschieren über Polen“). 2002 reuniert.
Deutsche Rock- & Popmusik „Ihre Kinder“ (1968 sehr harmlos) und 1971 Udo Lindenberg waren die Pioniere des deutschsprachigen Pop/Rocks. Andere Bands wie Lake, Triumvirat, Lucifers Friend oder Birthcontrol orientierten sich recht und schlecht an internationalen Vorbildern. Nur wenige Gruppen (u.a. Amon Düül, Ton Steine Scherben, Can ) konnten ein eigenständiges Profil aufweisen; Tangerine Dream und Kraftwerk sind Vertreter der relativ starken Elektronik-Fraktion, deren entfernter Verwandter der Techno ist. Die oft hölzerne Produktion im „Rock-Entwicklungsland“ Deutschland ließ schnell den Begriff Krautrock entstehen („Missus Beastly“ oder frühe Embryo ). Nach der Neuen Deutschen Welle konnten Bands wie BAP, Die Toten Hosen, Die ärzte oder die Böhsen Onkelz wenigstens spieltechnisch internationalem Standard genügen. Zu erwähnen auch die inzwischen bemerkenswerte Heavy-Metal-Szene (Grave Digger, Kreator, Mob Rules, Rage um nur wenige zu nennen).
DeVille, Willy Seit den 80ern bedient sich der Amerikaner (zuerst unter dem Bandnamen „Mink DeVille“) zwar in allen möglichen Stilen - was herauskommt ist aber immer kreolisch angehauchter Rock zu nasaler Stimme („Italian Shoes“ 1985).
Devo Amerikanische Pioniere des Elektronik-Pop im New Wave. 1972 in Ohio gegründet (erste LP 1978), schufen sie hektischen, schrägen Gitarren-Sound und eine witzige und bizarre Bühnenshow; frech und verdreht (z.B. „Satisfaction“ der Rolling Stones ), 1984 aufgelöst.
Dexy's Midnight Runners Dem Punk und instrumental irischer Folklore verbunden, versuchten Kevin Rowland (hohe sprunghafte Stimme) und seine Mannen (manchmal auch Frauen), Soul rotzig und bläserverstärkt zu interpretieren; „Come on Eileen“ fiel 1982 neben den Eskapaden des Sängers auf.
Diamond Head Britischer Hardrock zwischen Led Zeppelin (Gesang) und schnellen Heavy-Metal-Passagen. Vorreiter des Speed-Metals ( Thrash-Metal ) in den 80ern.
Diamond, Neil bewies ab 1966 mit kräftiger, rauher und melodramatischer Stimme, daß noch so anachronistische Gassenhauer im leichten Rock-Gewand (erstklassig produziert: „Beautiful Noise“, 1976) bis heute überleben können.
Dibango, Manu ist weniger für seine Saxophon- und Sangeskünste zu rühmen als für seine oft beeindruckende Kraft und Vorreiterrolle in afrikanischer Rhythmik und Stimmung ab den frühen 70ern (u.a. mit Herbie Hancock ).
Diddley, Bo verwendet zwar die musikalische Struktur des Blues, weicht aber textlich und im Auftreten beträchtlich ab und verkörpert somit eher das Image eines Rock`n' Roll-Sängers. Von ihm stammen „Who do You love“ sowie Hits mit den Muddy Waters-Titeln „Manish Boy“ und „I`m a Man“ 1955.
Difranco, Ani Schon länger Liebling der amerikanischen Alternative-Szene, versucht die ausdrucksstarke Sängerin 1996 mit intensivem Songmaterial international durchzustarten.
Digital Underground Abgedrehtes Hip Hop-Projekt aus Oakland um Humpty Hump und den langnasigen Shock G („Pop goes the Weasel“), nach längerer Pause 1996 neue LP.
Dillinger Ein DJ-Pionier, stürmte von Jamaica aus die europäischen Hitparaden, ohne in seinem Heimatland größere Anerkennung zu finden. Mit „CB200“ (ein Loblied auf ein Motorrad) und „Cocaine in my Brain“ hatte er Ende der 70er zwei internationale Hits.
Dimple Minds Deutsch- Punk mit derben Sauf-Texten („Blau auf'm Bau“) ab Ende der 80er. Musikalisch mit den Toten Hosen vergleichbar.
Dinosaur jr. Amerikanische Band ab Mitte der 80er; gelten mit ihrem heftigen und schrägen Gitarren-Pop zusammen mit Sonic Youth als Urväter der Alternative / Grunge-Bewegung. Kennzeichnend ist der weinerlich-depressive, dennoch teilnahmslose und manchmal falsch intonierte Gesang von J.Mascis. Die letzten LPs ließen sowohl den Funken wie die rohe Kraft der Erstwerke vermissen.
Dio, Ronnie James hatte mit kraftvoller Stimme seit 1974 (noch bei der Gruppe „Elf“), Erfolg als Heavy- und Hardrock-Sänger; Rainbow, Black Sabbath ; eigene Gruppe ab `83 „Dio“.
Dion Der amerikanische Sänger Dion DiMucci hatte mit seiner Formation „Dion and the Belmonts“ von 1960 -`66 einige Hits im Rock`n'Roll-Stil oder mit Balladen („Teenager in Love“).
Dion, Celine Franco-Kanadierin mit großen Erfolgen Anfang der 90er vor allem in den USA und Kanada („The Power of Love“, „Think Twice“). Der Pop-Sängerin mit kräftiger, etwas operettenhaft wirkender Stimme gelang Mitte der 90er auch der Durchbruch in Europa.
Dire Straits 1977 um Sänger und Songwriter Mark Knopfler in London gegründet. Entspannt swingender, eigenständiger Soft-Rock mit rauchiger Stimme und warmer, modulationsreicher Gitarre; neben Hits der Band „Money for Nothing“ oder „Brothers in Arms“ (gekonnt auf das aufkommende Medium der „Compact Disc“ zugeschnitten) war Knopfler auch mit ruhiger Filmmusik (u.a. „Cal“ 1984) erfolgreich.
Dirty Dancing war 1987 ein, trotz geringen Budgets überraschend erfolgreicher Musik- und Tanzfilm mit Handlung und vielen Hits aus den 60ern. Irgendetwas stimmte genau an diesem Märchen: das jugendliche Publikum fühlte „The Time of my Life“ (Titelsong mit Jennifer Warnes ).
Discjockey (DJ) war anfangs in Radio, Fernsehen und später Discotheken der Mensch, der Platten auflegte (und manchmal mit Ansagen zwischen den Titeln verband). Damit hatte er oft entscheidenden Anteil an der Verbreitung und dem kommerziellen Erfolg eines Musikstücks. Über die jamaikanischen MCs wurde mit virtuosem Musikmix von zwei Plattentellern der DJ im Hip Hop selbst zum Musikschaffenden, der vorhandenes Material eigenwillig zu neuen Werken umformt - ähnlich wie später in House und Techno.
Disco In den frühen 70er-Jahren aus funkigen Tanznummern in New Yorker Clubs und der kommerziellen Soul-Fortentwicklung Phillysound entstandene Tanzmusik mit kulturellen Zentren in New York und später München ( Giorgio Moroder ). Ein monotoner einpeitschender Baßsound im 4/4 -Takt, der den ganzen Körper erschüttert, einfache Melodik und häufig bombastische Arrangements (Orchestersound vom Band) waren in oft langen Stücken (Maxi-Single) die Grundlage für Stars wie Donna Summer, Boney M., die Village People oder die Bee Gees, die mit dem Disco-Film „Saturday Night Fever“ 1977 ein Comeback hatten. Dem Trend der Zeit gaben auch Bands wie die Rolling Stones („Emotional Rescue“) oder Kiss („I was made for loving You“) nach. In den 80ern wurde Disco von Dancefloor, House und Techno abgelöst, lebte im Untergrund als HI-NRG jedoch weiter.
Disco(thek) Vor allem in den 70ern geläufige Bezeichnung für Tanzlokale, in denen (von einer meist imposanten Lightshow begleitet) von einem Discjockey Schallplatten aufgelegt werden. Wird der Begriff von der „ Rave-Halle“ abgelöst?
Dissidenten In den 80ern als Ableger von Embryo gestartet, entwickelte sich die multikulturelle Band bis in die 90er in Richtung World Music.
Divine Hits im HI-NRG der 80er.
Dixie Dregs Gitarrenlastiger, rein instrumentaler Hardrock mit Country-Touch aus Amerika in den 80ern.
Dixieland Heute Sammelbegriff für flotten alten Jazz, der ab Ende des letzten Jahrhunderts ursprünglich von Schwarzen vor allem in New Orleans, dann Chicago zuerst als Marschmusik gespielt und schnell von Weißen nachgeahmt wurde; seit Mitte der 50er starkes Revival in Europa ( Chris Barber ).
Dixon, Willie (geb. 1915). Der Blues-Bassist (mit tiefer, rauher Stimme) wurde schon in den 50er Jahren zu einer der wichtigsten Figuren in der Bluesszene Chicagos. Er machte Karriere als Plattenproduzent, Studiomusiker und Songschreiber. Seine größten Erfolge als Autor waren die drei größten Muddy Waters-Hits, „I`m Ready“, „Just make Love to You“ und „Hoochie Coochie Man“, das von Little Walter gesungene „My Babe“ und das von fast jeder Blues- und Rockband ge coverte „Little Red Rooster“.
DJ Kurzform für Discjockey.
DJ Krush Recht synthetischer Acid Jazz aus Japan in den 90ern.
Doc Holiday Ziemlich harte Rockband aus dem Süden der USA (80er).
Dog eat Dog Melodischer, gemäßigter Hardcore- Punk aus den USA ab den 90ern; weniger politisch, eher spaßig in den Texten und mit Saxophon.
Dokken Mainstream- Hardrock-Band aus Los Angeles, erste LP 1981, geprägt vom hohen, etwas weiblich klingenden Gesang von Don Dokken. Ende der 80er zwischenzeitlicher Soloversuch des Gitarristen George Lynch mit Lynch Mob.
Doldinger, Klaus Der deutsche Saxophonist war mit glatter Fusion (vor allem in den 70ern mit seiner Gruppe „Passport“) erfolgreich. Seine Ausflüge in Dixieland und Jazz sind zweitrangig, seine Filmmusik („Tatort“, „Das Boot“) kennt jeder.
Dolphy, Eric Wilder Improvisator des Jazz vom Bebop zum Free Jazz bis 1964 vor allem auf dem Saxophon.
Domingues, Dario Vielseitiger südamerikanischer Querflöten-Indianer ab den späten 70ern.
Domino, Fats Sänger und Boogie-beeinflußter Pianist mit einfach gestricktem Rhythm & Blues ab 1949 erfolgreich („I`m walking“ `57).
Donegan, Lonnie Blues und Folk-interessierter britischer Skiffle-Musiker (v, g, banjo, d). Mit zahlreichen Hits Mitte der 50er bis Anfang der 60er ein wichtiger Einfluß auf den nachfolgenden Beat ; ab den 70ern mit stark abnehmenden Plattenveröffentlichungen auch im Dixieland aktiv.
Donovan Der Folk-Sänger aus Glasgow startete seine Plattenkarriere 1965 mit Lagerfeuer-Romantik leicht rockig/ psychedelisch. Gitarrenbetont, mit sanfter Stimme zwischen Protest („Universal Soldier“) und Mystik („Atlantis“) ein Kind der friedfertigen Hippies der „Flower Power“-Zeit bis in die 70er.
Donovan, Jason Stock/Aitken/Waterman-produzierter Dance-Pop-Barde aus Australien, der Ende der 80er einige Hits in Europa hatte.
Doobie Brothers 1970 gegründet; besonders in Amerika bis zur Auflösung `82 mit leichtgewichtigem Rock erfolgreich; Hits mit rhythmischen Soul-Anleihen („Long Train running“ 1973) bis zu Schmalz-Balladen („What a Fool believes“ 1978). Mainstream-Musterbeispiel.
Doom Metal Langsamer, düsterer Heavy-Metal ; Black Sabbath ebenso wie Cathedral oder My Dying Bride.
Doors, The entstanden 1965 um den exzentrischen Sänger Jim Morrison an der amerikanischen Westküste. Mit kräftiger Musik zwischen Blues und schnörkellosem, orgelbetontem psychedelischen Rock (Ray Manzarek, k, b / Robby Krieger, g / abwechslungsreiche Schlagzeugarbeit: John Densmore), getragen von der starken, düsteren Stimme Morrisons und seinen auffallenden kryptischen Texten, wurden sie schnell zu einer der erfolgreichsten Rockbands schlechthin („Light my Fire“, „Break on through“, „The End“ u.v.m.). Ihr phantasievolles Material und besonders das skandalträchtige Auftreten Morrisons hielten sie auch nach dem Tod des Sängers 1971, der schnell zum Mythos wurde, in den Schlagzeilen, wobei die verbleibenden Musiker mit neuem Sound („The Mosquito“) bei weitem nicht an alte Erfolge anknüpfen konnten und 1973 die Türen schlossen (1978 vertonten sie ungewohnt sphärisch auf Band gesprochene Morrison-Gedichte; „An American Prayer“).
Dorau, Andreas und die Marinas Schräge Liedchen („Fred vom Jupiter“) der Neuen Deutsche Welle Anfang der 80er.
Doro Nicht gerade als Stimmwunder zu bezeichnende Ex-Sängerin von Warlock zwischen kommerziellem Mainstream, Heavy-Metal und Pop-Balladen mit deutschen Schmalz-Texten.
Dorsey, Lee Sein amerikanischer Rhythm & Blues- Oldie „Working in a Coalmine“ verkaufte sich in den 90ern noch einmal, weil er in einer Autoradio-Werbung verbraten wurde.
Double Trouble Ein Projekt von Norman Cook ( Fat Boy Slim etc.); Ende der 80er in Richtung Funk und Rap.
Dr. Alban Afrikanischer Zahnarzt, der Anfang der 90er von Schweden aus seine europaweite Pop-Karriere startete. Seine Musik ist eine Mischung aus Dancefloor- Beats, Ragga-Muffin-ähnlichem Sprechgesang und spärlichen Melodien in den Refrains, teilweise mit Anti-Drogen- Image („It`s my Life“).
Dr. Dre Amerikanischer Hip Hop-Artist (Ex N.W.A. ); in den 90ern mit melodischem swing enden Sound erfolgreich: entspannter Rap mit Texten über Haschisch und Gangstas. Mit Keyboardgewaber untelegt und als „G-Funk“ an den 70er- Funk ( George Clinton ) angelehnt. Produziert in ähnlichem Stil u.a. Warren G. oder Snoop Doggy Dog.
Dr. Feelgood, 1972 in England gegründet, bot Rock`n'Roll und Blues mit Erfolg in den USA und England vor allem in den 70ern. Sänger und Hauptakteur Lee Brilleaux starb 1994.
Dr. Hook (& the Medicine Show) Zwischen Country & Pop landeten Dr. Hook & seine Mannen aus New Jersey in den 70ern und frühen 80ern einige große Hits. Ihre Gute-Laune-Songs waren äußerst mitsingtauglich; so auch ihre nicht ganz ernst gemeinte Schmalz-Ballade „Silvias Mother“ (1972).
Dr. John stand ab 1968 für eine schrille Mischung aus afrikanischen Rhythmen und Rhythm & Blues. Musikalische und persönliche Eskapaden ließen es still werden um Mac Rebennack (= Dr. John), bis er Anfang der 90er mit soliden, kreolisch angehauchten Alben aus dem kommerziellen Nirvana wieder auftauchte, auch hier auf Bläsersätze, Funk, und gewohnt gekonntes Pianospiel zurückgreifend.
Drahdiwaberl Österreichische bunte Show- und Satire-Band der 70er ( Falco spielte mit).
Drake, Nick Folk-Sänger aus Großbritannien (erste LP 1969) mit leisen, gefühlvollen Liedern.
Dread, Mikey veröffentlichte bis Mitte der 80er unumstrittene Dub-Alben und bis heute durchschnittliche Reggae-Produktionen. Der in England lebende Jamaikaner startete Anfang der 80er eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Punkband The Clash, deren Sound er damals stark beeinflußte.
Dream Theater Amerikanischer Progressive-Metal ab Ende der 80er mit auffallendem Einsatz von Keyboards. Ab Mitte der 90er großer Erfolg in Amerika und Deutschland.
Dresden Dolls, The Eine Sängerin/Pianistin und ein Schlagzeuger aus Amerika machen seit 2003 zwischen heftig-eckig („Girl Anachronism“) und balladesk-schräg nicht nur im Outfit der 20er Jahre Furore („Chain Operated Boy“).
Drifters, The hatten, 1953 gegründet, als Vokalquartett mit schmalzigen Rhythm & Blues Erfolg. Nach dem Ausstieg von Clyde McPhatter Ende der 50er übernahm eine völlig andere Truppe den Namen (anfangs mit Ben E. King ) und konnte den Erfolg sogar steigern (1964 z.B. „Under the Boardwalk“); mit ständig erneuerten Musikern gibt`s die Gruppe bis heute.
Driscoll, Julie Schrille Soul stimme in Brian Augers Band „Trinity“ ab Mitte der 60er; spätere Free-Jazz-Eskapaden blieben weitestgehend ungehört.
Drogen waren immer ein wesentlicher Teil des kulturellen Umfelds, in dem sich die hier behandelte Musik abspielte (auch und gerade im Blues und Jazz ) - also in Bars, Clubs und neuerdings bei Rave-Events. Die Musiker selbst kamen so mit Drogen mehr oder weniger zwangsläufig in Berührung. Der Einfluß sogenannter bewußtseinserweiternder Drogen (Cannabis, LSD) auf manche Künstler ist unbestritten ( Beatles Mitte der 60er, Grateful Dead ), der drastische Verfall oder Tod anderer durch Heroin allerdings auch: aus dieser schier endlosen Liste seien nur Lou Reed und Janis Joplin genannt.
Drum`n'Bass ist eigentlich „ Ambient- Jungle “ seit 1995.
Drummond, Don Der jamaikanische Posaunist war einer der ganz großen Instrumentalisten der Ska-ära: er glänzte kontinuierlich mit ausgezeichneter Bläserarbeit und erfreute sich zurecht großer Beliebtheit in seiner Heimat Ende der 50er bis Mitte der 60er.
Dub Durch Neuabmischung und Verfremdung bestehender Reggae-Stücke produzierte Versionen. Pionier: King Tubby, Ende der 60er Jahre. Weiterentwicklung ( Sly & Robbie ) später hauptsächlich mit Hall und Echo. Dub ist aus der heutigen Dancefloor-Szene nicht mehr wegzudenken („The Disciples“, „Dub Syndicate“, Andy Fowler, „Revolutionary Dub Warriors“, „Zion Train“ oder unzählige von Adrian Sherwood produzierte Acts).
Dub Poetry Ableger des Dubs, im Vordergrund die Dichtkunst mit sozialkritischen, politischen und religiösen Inhalten. Linton Kwesi Johnson, Mutabaruka, Jean „Binta“ Breeze, Onuora, Oko, Michael Smith.
Dub-Plate Rhythmus-Schallplatte als Fundament für Toasting-Sprechgesang.
Dubliners Seit den 60ern die bekannteste traditionelle irische Folk-Band.
Dudek, Les Der Gitarrist und Sänger aus Florida war vor allem als Studiomusiker (z.B. für die Allman Brothers ) erfolgreich und veröffentlichte ab 1976 Soloplatten, geprägt von seiner rauhen Stimme, virtuosem Gitarrenspiel und belanglosem Songmaterial.
Duke, George Ständiges Talent als Fusion-Keyboarder ab Mitte der 60er und in den 70ern zeitweise bei Zappa ; Soloplatten bis in die 90er, hauptsächlich jedoch in den 70ern.
Dulfer, Candy Niederländische Saxophonistin, die sich, ab Mitte der 80er, technisch begabt, leblos-statisch ausgerechnet am Funk versucht.
Dullijöh Ziemlich bayerische Gruppe nach Art des „Sparifankal“-Rock und Ende der 70er mit diesen fusioniert.
Dunbar, Sly Schlagzeuger und Produzent der Reggae-Szene, Sly & Robbie.
Dunn, Willie Indianerpolitik auf traditioneller Country-Basis Anfang der 80er.
Dupree, Champion Jack (geb. 1930). Virtuoser Blues- und Boogie-Pianist im Stile des großen Memphis Slim.
Duran Duran 1978 gegründete Teenie-Band aus Birmingham der New-Romantic-Bewegung ( New Wave ). Kennzeichnend sind der etwas weinerliche und nasale Gesang von Le Bon und die griffigen Melodien der Songs („Wild Boys“). Sie gelten auch als Pioniere des karrierefördernden Musik- Videos. Nebenprodukte einzelner Musiker waren zeitweise „Arcadia“ und „Powerstation“ (mit Robert Palmer ). Hinwendung zum Funk („Notorious“ 1986) oder traditionellen Rock in den 90ern sprachen auch ein erwachsenes Publikum an.
Dury, Ian (and the Blockheads) Der Londoner Sänger machte ab 1977 Karriere mit wildem Rock-Mix, rauh-rauchiger Stimme und bizarrem Bühnengebaren (hervorgerufen nicht zuletzt durch körperlichen Mißwuchs). Textlich sozialkritisch oder unsittlich („Sex and Drugs and Rock`n'Roll“, „Hit me with your Rhythm-Stick“); März 2000 gestorben.
Dylan, Bob, 1941 als Robert Zimmermann in Minnesota geboren, ist eine der wandlungsfähigsten und einflußreichsten Persönlichkeiten der Rock- und Pop-Geschichte, in seiner Bedeutung vielleicht nur mit den Beatles vergleichbar. Mit anspruchsvollen genial-einfachen Kompositionen, die jederzeit auch zu reiner Gitarrenbegleitung funktionierten, in der Folk-Bewegung zuhause, löste er 1965 mit der Verwendung einer elektrischen Gitarre die Massenbewegung des Folk-Rock aus (er selbst ließ sich zeitweilig von der Rock-Combo The Band begleiten). Seine oft brillanten Texte, die er mit markant-näselnder Stimme in der Nachfolge Woody Guthries unverwechselbar vorträgt, sind voll lyrischer Andeutungen, versteckter Drogen-Metaphern, verklärter Protest-Poetik und später auch autobiographischer Statements. Ob er sich Mitte der 70er erneut reinem Folk zuwandte, ein eher Rock-orientiertes „Live at Budokan“-Album herausgab, religiös-christlichem Fundamentalismus verfiel (1978), politisch wieder schärfer wurde, mit Tom Petty, den Traveling Wilburys und Grateful Dead (1989) zusammenarbeitete oder Mitte der 90er karge, urtümliche Blues- und Country-Alben vorlegte, letztendlich war er seinen häufigen Kritikern immer eine Nasenlänge voraus. Unzählige Hits, unzählige Coverversionen unzähliger Musiker und Bands ( Joan Baez, Byrds, Manfred Mann, Jimi Hendrix, Neville Brothers u.v.m.) aller Stilrichtungen haben Dylan (obwohl oft umstritten) dennoch nicht zum Mythos verkommen lassen, er ist bis heute unverkennbar lebendig („The Times they are a-changing“, „Hard Rain`s a-gonna fall“, „Blowing in the Wind“, „With God on our Side“, „I want You“, „It`s Allright Ma“, „Mr.Tambourine Man“, „All along the Watchtower“, „Like a Rolling Stone“, „Queen Jane Approxemately“, „Highway 61 revisted“, „It`s all Over Now Baby Blue“, „Mighty Quinn“, „I shall be released“, „Knockin' on Heaven`s Door“ u.v.m.). Herzlichen Glückwunsch zum 60sten, Bob!
Eagles, 1971 aus Los Angeles um Don Henley (d, v) und Glen Frey (v, g), hatten mit virtuosem und perfekt arrangiertem, Country-angehauchtem Gitarren-Pop, ausgefeiltem Chorgesang und eingängigen (zunehmend süßlichen) Kompositionen vor allem in Amerika großen Erfolg („Take it Easy“, „Hotel California“); 1981 Auflösung, 1994 Reunion.
Eaglin, Snooks Gitarrenkönner, der vor allem die akustische Gitarre bevorzugt. Er vereint in den 90ern gekonnt Blues und Jazz mit Elementen aus spanischer und französischer Musik.
Earth & Fire Seit 1969 schwanken die Holländer zwischen Bombast-Rock und Hitpapraden-Pop. Zuhause stets erfolgreich, 1980 mit „Weekend“ auch in Deutschland.
Earth Wind & Fire Seit 1969 schwarze Funk-Band aus Los Angeles; geprägt von der hohen Kopfstimme Philip Baileys und massiven Bläsersätzen; in den 70ern und 80ern äußerst erfolgreich mit Hits wie „Let`s groove“ oder „Boogie Wondeland“; (1984 Bailey zusammen mit Phil Collins „Easy Lover“).
East 17 Britische Teenie-Pop-Band der 90er mit häufigen Dancefloor-Einlagen im Hip Hop-Stil; eher unterkühltes, nicht so sehr braves Image („It`s Alright“).
East Coast Blues Musiker wie Blind Boy Fuller bevorzugten eine Ragtime-beeinflußte Gitarrentechnik (Fingerpicking) und lyrisch angehauchten Gesang; Sonny Terry & Brownie McGhee, Gary Davies.
East of Eden 1967 in England gegründete Folk band mit Geige und Sax; zuerst mit exotischen Einflüssen (u.a. Jazz, Folklore und Klassik ), gegen Ende (späte 70er) rockiger.
Eastwood, Clint (wie der US-Film-Haudegen) toastete sich in den 80ern solo oder im Tandem mit seinem Komplizen General Saints recht erfolgreich durch die jamaikanischen Hitparaden und Dancehalls. „Stop that Train“ war auch in Europa Anfang der 90er erfolgreich.
Easybeats Australische Beat-Band (ab 1963) um die späteren AC/DC-Produzenten Harry Vanda und George Young ( Flash and the Pan ); 1967 Hit mit „Friday on my Mind“.
Eazy E Einer der Rapper der N. W. A..
EBM (Electronic Body Music) Von Bands wie Throbbing Grisle oder Cabaret Voltaire beeinflußte vorwiegend elektronische Musik mit melodiösem, meist düsterem Gesang, Samples und Synthesizern aus dem Underground der 80er ( Front 242 ); s.a. Techno, Industrial.
Echo & the Bunnymen Ab 1978 eine der wichtigen und eigenständigen Bands des New Wave (aus Liverpool) zwischen Punk-Gitarren, depressivem Gesang und psychedelischer Mystik mit bizarrer Bühnenshow.
Eddy, Duane Amerikanischer Gitarrist vor allem der 50er und 60er mit tiefergestimmtem Instrument und etwas Hall, um sein Einzel-Saiten-Spiel aufzudonnern.
Edmunds, Dave Der britische Sänger, Gitarrist und Produzent orientiert sich am Rock`n'Roll-Sound der 50er („I hear You knocking“ 1970).
Eek-A-Mouse Ist der 1. Liga der Dancehall-Barden zuzurechnen und anhand seiner Micky Maus-ähnlichen Stimme leicht zu erkennen; er produzierte in den 80er Jahren Musikwerke mit viel Schwung und Spaß (Tip: „Wah do dem“).
Einheit, F. M. Bis in die 90er Schlagwerker der Einstürzenden Neubauten ; ab Anfang der 90er zunehmend in Soloprojekten.
Einstürzende Neubauten Gegründet Anfang der 80er in Berlin, zeichneten sich die Multiinstrumentalisten durch typisch bizarre Texte von Blixa Bargeld (v, g) und die musikalische Verwendung von Metallschrott, Heimwerkergeräten und was sich sonst noch finden ließ, aus. Diese Art des Industrial fand bis in die New Yorker Avantgarde-Szene Eingang. F. M. Einheit (electronics, perc, v) ist seit Mitte der 90er nicht mehr dabei.
Ekseption Aus Holland, um 1970 herum erfolgreich mit populären Klassik-Melodien, die in Rum-Tata-Manier verrock-popt wurden. Ein klassisches Mißverständnis.
Electric Flag Ende der 60er mit einer potenten Mischung aus Blues, Soul und Rock. Buddy Miles (d), Mike Bloomfield (g), sowie häufig wechselnde Begleiter hielten soviel kreativ-musikalisches Höchstmaß allerdings nicht aus und entschwanden solistisch (kurze Reunion mit Blues-Rock 1974).
Electric Light Orchestra (E.L.O.) 1971 entstandene Band um den Sänger, Multiinstrumentalisten, Komponisten und Produzenten Jeff Lynne (Ex-Move). Ohrwurm-Melodien, bombastische Orchester-Arrangements und spielerische Perfektion auf einem Rock`n'Roll-Fundament zeitigten eine Reihe von Hits: u.a. „Evil Woman“, „Hold on Tight to your Dream“. Die Band, die bei Kritikern als überzuckerter Pomp verschrien war, hatte mit gigantischer Light-Show großen Bühnenerfolg, arbeitete 1980 mit Olivia Newton John an der Filmmusik „Xanadu“, verschrieb sich zunehmend dem Synthesizer, hatte mit „Calling America“ noch einen Hit, bevor sie langsam aber sicher zerfiel. Lynne war solo und u.a. bei den Traveling Wilburys unterwegs. Mitte der 90er Reunion als „E.L.O. Part II“ ohne, 2001 neue Platte mit Lynne.
Electric Prunes hatten sich schon aufgelöst, als sie in der „Easy-Rider“-Filmmusik noch einmal verstärkt zu Gehör kamen. Sie experimentierten schon ab 1965 als eine der ersten psychedelisch und manchmal mit sakralem Einschlag.
Electric Sun Hardrock des Ex-Scorpions-Gitarristen Uli Roth (70er).
Elefanten, Die Rhythmische Berliner Experimental-Truppe ab den späten 80ern.
Element of Crime Bis 1990 noch in Englisch, untermalt die sparsame, melodiöse Spielweise der Berliner Band gekonnt melancholisch-verwegene Texte, ab `91 bis heute mit gutem Erfolg in Deutsch.
Elephants Memory verband ab 1967 harten Blues-Rock und Bläsersätze in einer exzessiven Bühneshow. Ab 1972 Begleitung für John Lennon und Yoko Ono. Die amerikanische Band, bei der kurzzeitig Carly Simon sang, löste sich 1974 auf.
Elf Hardrock-Band des Sängers R. J. Dio, `74/`75.
Elliman, Yvonne Englische Sängerin, die mit ihrer tragenden Stimme unter anderem 1970 die Maria in „Jesus Christ Superstar“ (Andrew Lloyd Webber) gab („If I cant have You“ aus dem Film „Saturday Night Fever“ wurde zum Hit).
Ellington, Duke Bedeutender Pianist, Komponist und Bandleader des Jazz, der ab den späten 20ern seine Musiker besonders individuell einsetzte; 1956 großes Comeback.
Ellis, Alton Wichtiger und stimmlich hochqualifizierter Vertreter der Rock Steady-ära ( Reggae-Vorläufer).
Eloy Deutscher Art-Rock-Versuch mit Pomp, Klassik und Konzeptalben und bombastischen Bühnenshows in den 70ern; Comeback-Bestrebungen in den 90ern.
Ely, Joe 1947 in Texas geborener Sänger/Songwriter zwischen Country und Rock`n'Roll.
Embryo Deutsche Hippie-Band um Christian Burchard (d, k, vibraphone) und zeitweise Roman Bunka (g, später Mitgründer der Dissidenten ), Chris Karrer (g, Amon Düül ) und Charlie Mariano (s), die nach dem Krautrock der 70er und interessanten Bildungsreisen nach Indien und China stets auch dem Jazz verpflichtet waren.
Emerson, Lake & Palmer Die Briten Keith Emerson (k) von Nice, Greg Lake (v, b, g) von King Crimson und Carl Palmer (d) von Atomic Rooster bewiesen spätestens mit ihrer dritten LP 1971 „Pictures at an Exhibition“ (nach Mussorgsky), daß Klassik und Rockmusik vereinbar sind (Art Rock). Für nur drei Musiker erstaunliche orchestrale Klangfülle, virtuose Kompositions- und Spieltechniken verbanden sich mit Vorlagen von Bartok, Bach u.a. zu einem homogenen und charakteristischen Ganzen, das sogar auf einem Dreifach-Album mit diversen Solo-Einlagen („Welcome Back...“ 1974) perfekt funktionierte und große Erfolge feiern konnte. Zunehmende Gigantomanie gepaart mit musikalisch unbefriedigender Selbstdarstellung führte 1979 zur Auflösung der „Supergroup“, die sich dennoch bis heute in verschiedenen Solo- und Comeback-Versuchen erstaunlich lebendig hält.
EMF Wichtige Band des Manchester Rave („Unbelievable“, 1990).
Eminem Weißer aggressiver amerikanischer Rap per, der sich`s mit allen verdirbt und deshalb ab 2000 riesigen Erfolg hat? Oder doch ausgezeichnet heftiger Tiefgang?
Emperor Black-Metal aus Skandinavien. Gekrächzter Gesang, übertrieben okkulte Texte und ebensolches Auftreten in den 90ern.
En Vogue Amerikanische farbige Mädchen-Gesangsgruppe der 90er zwischen Soul und Dancefloor (mit harten Gitarren: „Free your Mind“).
Endstufe Rechtslastige deutsche Punk /Rock-Band von auffallender geistiger Armut, der Plattenverkauf ist verboten.
Engelbert (Humperdinck ; nach dem deutschen Komponisten), 1936 in Indien geboren, schmalzt sich stets gleichbleibend durch harmlose Stile (1967 „Release me“).
Enigma Sphärischer Tanz-Pop von Michel Cretu aus Deutschland, seit 1991 mit gregorianischen Chören oder folk loristischen Verzierungen.
Eno, Brian (k, g, b, v) erschloß nach seinem Ausstieg bei Roxy Music 1973 mit diversen Kollegen (z.B. Robert Fripp ( King Crimson ) oder Harold Budd ) verschiedenste Klangwelten, verschrobene Experimente ebenso eingeschlossen wie Meditatives oder Elektro-Pop; u.a. auch als Produzent unterwegs (z.B. für Bowie und U2 ).
Entombed Neben Unleashed aus der schwedischen Band „Nihilist“ hervorgegangen. Death-Metal mit brutalem Gitarrensound, nicht so extremen Grunz-Gesang und guten Spannnungsbögen in den Songs ab Ende der 80er. Mitte der 90er gemäßigter.
Entwistle, John Bassist (und manchmal Sänger) der Who.
Enya Irische Folklore-Sängerin, deren Eigenheit in ruhiger, (ab 1988) vorwiegend vokal gesampelter sphärischer Begleitmusik besteht und es so 2001 bis in die Hitparaden schaffte.
EPMD Hip Hop-Gespann mit dem Hit „Strictly Business“ Anfang der 90er.
Equals Jamaikanische, sehr baßlastige Tanz- Beat-Band der 60er und 70er um den Sänger Eddy Grant („Baby come back“ 1968).
Erasure Von Vince Clark gegründetes Elektronik-Popduo. Ab 1985 zahlreiche Hits mit kompakten eingängigen Songs („Who needs Love like that“).
Eric B. & Rakim Die New Yorker Rap per setzten 1986 mit „Paid in Full“ einen Meilenstein des klassischen Hip Hop.
Eroc Keyboarder der Grobschnitt mit Soloplatten, als der Synthesizer noch neu klang (70er).
Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) Klamauktruppe aus Österreich, die mit solidem Pop-Rock und satirischen Texten ab 1985 („Ba-Ba-Ba-Banküberfall“) endlich auch kommerziellen Erfolg hatten.
Eruption Disco-Projekt (70er) des deutschen Produzenten Frank Farian. Von Sound und Outfit eine glatte Kopie seiner Band Boney M.
Estefan, Gloria hatte in der Latin- Disco-Band „Miami Sound Machine“ in den 80ern erste Erfolge („Doctor Beat“); die Sängerin trat immer mehr in den Vordergrund, und der Name der „Sound Machine“ verschwand langsam auf den zahlreichen, bis in die 90er stets latin-beeinflußten Tanz- und Balladen-Hitsingles.
Etheridge, Melissa startete Ende der 80er mit einfachem Rock und griffigen Texten („Like the Way I do“) und trägt mit angerauhter, dynamischer Stimme stetig intensiver ihre persönlichen Botschaften in eigenen Kompositionen vor.
Ethno Ethnologie ist Völkerkunde; also entsteht Ethno-Musik (ebenso wie World Music ) unter Verwendung von unendlich vielen, uns eher unbekannten völkerspezifischen Musizierweisen (indischer Ragas beispielsweise, Rai oder afrikanischer Rhythmik) oder ihrer Instrumente (z.B. Didgeridoos aus Australien). Folk meint vor allem die Einflüsse aus Amerika oder England, Country nur die amerikanischen.
Eurythmics Die beiden Engländer Dave Stewart (g, k) und Annie Lennox (v), anfangs (1981) noch mit fester Band vermischten New Wave mit Pop zuerst nur auf elektronischer Basis, später auch unter Einsatz von Gitarre und Schlagzeug. Die stilistische Entwicklung ging über Rock-Anleihen bis zum Big-Band-Sound, wobei immer die distanziert soul ige Stimme von Annie Lennox im Mittelpunkt stand („Sweet Dreams“). Nach zwischenzeitlicher Auflösung Anfang der 90er Soloprojekte.
Europe Hardrock band in den 80ern aus Schweden. 1986 hatten sie keyboard lastig mit „The Final Countdown“ international Erfolg.
Evans, Margie Von Bessie Smith beeinflußte vielversprechende Blues-Sängerin der 90er aus Chicago mit Gospel-, Funk- und Rap-Anleihen.
Evergreen Altmodische Bezeichnung für ein altmodisches Musikstück; Oldie.
Everly Brothers Amerikanisches Duo mit einfachem Country- und Rock`n'Roll-Sound (1957 „Bye bye Love“ und unzählige weitere Hits). 1973 wegen Streitigkeiten und psychisch schlechtem Zustand von Bruder Don Aufgabe - bis zur Reformation 1983.
Everything but the Girl Seit 1982 fleißig, konnten Tracey Horn und Ben Watt erst Mitte der 90er mit „Missing“ einen Hit landen. Laszive Drum`n'Bass-Sounds und Gespür für eingängige Pop-Melodien sind ihr Markenzeichen.
Exile Amerikanische Soft-Rock-Band der 70er mit dem Hit „I wanna kiss You all Over“.
Exodus starteten von San Francisco aus zusammen mit Metallica (deren Lead-Gitarrist von Exodus kam) und Slayer Anfang der 80er den Thrash-Metal. Markante Riffs, schnelle Songs, harte Breaks und vor allem der eigenwillige Gesang Paul Bailoffs, der wegen Dilettierens rausflog und durch Phil Souza ersetzt wurde, führten bis Anfang der 90er nicht zum gewünschten Erfolg und somit zur Auflösung. 2001 neuer Versuch.
Exploited, The Die großen britischen Erneuerer des Punk nach New Wave ab 1981 („Punk`s not Dead“): Mitgröhlrefrains, teilweise politisch („Troops of Tomorrow“) härter und schneller - Hardcore !
Extrabreit kamen Anfang der 80er im Zuge der Neuen Deutschen Welle mit einer Mischung aus Punk und Hardrock groß heraus (gequälter Gesang von Kai Havaii und freche Texte: „Hurra, die Schule brennt“). Bis Ende der 90er Wiederbelebungsversuche mit Gaststars wie Hildegard Knef oder Harald Juhnke, aufgelöst.
Extreme Die in den 80ern entstandene US-Band hatte Anfang der 90er kurzen Erfolg mit der Schmalz-Ballade „More than Words“ und dem Funk-/ Heavy Metal-Song „Get the Funk out“. Mit späteren Produktionen zwischen Mainstream, Chorgesang und Orchesterarrangements war kein Blumentopf mehr zu gewinnen.
Fabulous Thunderbirds 1977 um den Bruder von Steve Ray Vaughan, Jimmy, entstandene Band mit erdigem Country- und Blues-Rock.
Faces siehe Small Faces.
Fagen, Donald (k, v) war nach Steely Dan ab 1982 auch solo tätig.
Fairport Convention Britisches Ensemble, 1968 gegründet, das verschiedene Folk-Einflüsse mit Rockmusik in Verbindung brachte. Charakteristisch war die kraftvolle Stimme von Sängerin Sandy Denny, nach deren Ausstieg 1975 sich die Band zeitweilig nur noch Fairport nannte.
Fairweather Low, Andy Sänger der Amen Corner, ab `71 solo.
Faith no More Anfang der 80er bis 1996 amerikanisches Funk / Heavy-Metal-Projekt mit auffallend hohem Keyboard-Anteil. Anfangs etwas unausgereift, kam mit der dritten LP „The Real Thing“ und dem Mr.Bungle-Sänger Mike Patton der Durchbruch (teils nasaler, teils operettenhafter Gesang mit manchmal sprachuntypischen Wortakzentuierungen und Rap ).
Faithful, Marianne Die Englische Sängerin hatte um 1965 einige kleinere Hits, machte aber mehr durch ihre Affären mit den Rolling Stones auf sich aufmerksam. Persönlichkeits- und Drogenprobleme unterbrachen ihre Karriere, bis sie 1977 mit „Broken English“ und inzwischen rauher und dunkler Stimme ein Comeback feierte. Nach einer weiteren Talfahrt meldet sie sich seit 1987 mehrfach zurück und veröffentlichte Mitte der 90er eine Lebensbeichte.
Falco Anfang der 80er hatte der österreichische Sänger mit der Sprechgesangs-Nummer „Der Kommissar“ im Rahmen der Neuen Deutschen Welle (im aalglatten Dressman-Outfit) Erfolg. Es schlossen sich noch einige Hits an: „Amadeus“, „Vienna Calling“ zwischen Sprechgesang, Rock-Zitaten und bombastischem Synthesizer-Pop. 1996 unter dem Namen „T-MA“ Techno-orientiert wieder aufgetaucht. Nach tödlichem Autounfall 1997 populär wie je (neue CDs, ein Musical über ihn usw.).
Fall, The 1976 gegründete New Wave-Band. Das nasal-gelangweilte Gelaber von „Sänger“ Mark E. Smith und die monoton-meditative, minimalistisch-schräge Musik machten sie zu einer der wichtigsten Vertreter des 80er- Undergrounds.
Falsett Hoher Gesang, Kopfstimme.
Faltermeier, Harold Deutscher Produzent und Songwriter; in den 70ern zusammen mit Giorgio Moroder stilprägend für Disco-Acts wie Donna Summer. Weiterhin Musik vom Reißbrett in den 80ern für diverse Filme mit typisch pompösem Synthesizer- Dance-Sound („Axel F.“ aus „Beverly Hills Cop I“ oder „Fire and Ice“).
Fame, Georgie Britischer Rockmusiker (v, k), 1960 bei den „Blue Flames“ (fetter Orgelsound mit Bläsern). Danach wandelte er seinem Rhythm & Blues noch etwas in Richtung Jazz, war kurze Zeit sogar Mitglied der Count Basie Big Band, tingelte mit Schlagern, arbeitete eine Zeit lang mit dem Ex- Animal Alan Price, spielte wieder Rock und Jazz und 1983 sogar Reggae. Seit Ende der 80er ständiger Begleiter von Van Morrison.
Family Die intelligente britische Rockmusik um den eigenwilligen Sänger Roger Chapman hatte 1967 -`73 wegen produktionstechnischen Schwierigkeiten, ständigem Wechseln der Musiker oder nur schlechter Tagesform in Konzerten nie den Erfolg, den Kritiker und Fans ihr wünschten.
Family Dogg Englisches Gesangs-Quartett, mit netten Melodien, um Steve Rowland (von Framptons „The Herd“), Albert Hammond und Mick Hazelwood sowie die spätere Schlagersängerin Ireen Sheer.
Fan (von fanatisch). Anhänger einer Band oder eines Musikers, der neben rationaler Begeisterung hysterische Verehrung für sein Idol mitbringt. Die Palette der Fans reicht von weiblichen Ohnmächtigen bei Elvis Presley und der Beatlemania bis zu prügelnden Punks. Das hat mit Musik so wenig zu tun wie Take That-Radiergummis, teure Tour-T-Shirts oder leuchtende Pink Floyd-Plastikbecher u. dgl. ( Marketing ). Eine besondere Spezies waren die „Dead Heads“, Anhänger der Grateful Dead, die Devotionalien verkaufend jahrelang hinter ihren Göttern herzogen.
Fancy Sänger, der Anfang der 80er vor allem in Europa mit seltsamen Texten („I`m like a Cake that want's to be baked“) und zwitterhaftem Aussehen im Zuge der HI-NRG bekannt wurde und ab Mitte der 80er mit gemäßigtem Disco sound weitermachte.
Fantastischen Vier, Die Die Stuttgarter Hip Hop-Formation war Ende der 80er eine der ersten mit deutschen Rap-Texten und wurden mit der poppigen Nummer „Die Da“ zur, bis heute, erfolgreichsten Band der Szene. Sie änderten ihren Stil teilweise in Richtung Psychedelik („Tag am Meer“) oder Dr. Dre-ähnlichem Sound („Sie ist weg“); Nebenprojekt „Megavier“ mit Metal-Rap.
Far Corporation In den 80er-Jahren gegründetes Projekt des deutschen Produzenten Frank Farian, das vor allem mit einer verpopten, unter Led Zeppelin-Anhängern leidenschaftlich gehaßten Version von „Stairway to Heaven“ auf sich aufmerksam machte; zweite LP 1994.
Farfarello Besonders in den 80ern beliebte Gitarren/Geigen- Folklore aus Europa mit sehr fröhlichem Charakter.
Farian, Frank Vor allem Disco-Produzent ( Boney M, Milli Vanilli u.a.).
Farlowe, Chris äußerst stimmgewaltiger, technisch versierter Brite mit knödelnden Akzenten ebenso wie offener und mächtiger Stimme, der sich in den 60ern von Mick Jagger ( Rolling Stones ) Songs auf den Leib schreiben ließ, in den 70ern Colosseum zu letzter hoher Blüte führte, bei Atomic Rooster aushalf und bis heute in wechselnder Besetzung oder als Gastmusiker (z.B. bei Jimmy Page ) zwar weniger erfolgreich, aber beständig unterwegs ist.
Farm, The Wichtige Band des Manchester Rave („All Together Now“, 1991).
Farnham, John Der in Australien immens populäre Mainstream-Sänger hatte nach seinem Ausstieg bei der Little River Band einen Hit mit „You`re the Voice“ (1986).
Fastway Von „Fast Eddie“ Clarke (g) nach dessen Rauswurf bei Motörhead 1982 gegründete Hardrock-Band; stark AC/DC beeinflußt hatten sie mit der Filmmusik „Trick or Treat“ größte Publizität (der damalige Sänger spielte die Hauptrolle).
Fat Boy Slim Norman Cook, ehemals Bassist der Housemartins, Anfang der 90ger bei Beats International und Mitte der 90er bei Freak Power, hatte 1998 mit „Rockafeller Skank“ einen rhytmisch aggressiven und abwechslunsreichen Mega- Hit-Stil gesampelt, den das Vorgängeralbum noch nicht und das Nachfolgealbum 2000 nicht mehr enthält. Als Produzent sehr gefragt!
Fat Boys Musikalisch wie körperlich schwergewichtiges Rap-Trio in den frühen 80ern. Produzierten (teilweise unter der Regie von Kurtis Blow ) ansprechende partytaugliche LPs.
Fat Gadget 1979 bis Mitte der 80er dekadent-düstere New-Wave-Vertreter mit pionierhaft hohem Elektronikanteil um Frank Toby, der sich anschließend bis 1993 konventionell akustisch (g, banjo) gab (u.a. mit Dylan- Cover ) und dessen Neuauflage des Bandprojektes 2002 überraschend durch seinen Herztod beendet wurde.
Fat Matress 1968 -`70 wenig erfolgreiche Folk-Pop-Band um den Ex- Jimi Hendrix-Bassisten Noel Redding.
Fates Warning Anfang der 80er gegründetes Progressive-Metal-Projekt aus Amerika. Brachte ihr erster Sänger noch arabische Tempelschreier-Passagen ein, klangen sie mit dem zweiten Sänger wie eine komplizierte Version von Queensryche.
Faust Die deutsche Band experimentierte in den 70ern im Heimatland, später in England zunächst mit dumpf-monotonen Klangmustern, die in ihrer beschwörenden Art weit hinter dem Art Rock der Zeit zurückstanden. Beleidigt ob des ausbleibenden Erfolges, collagierten sie wild drauflos, und höchst abwechslungsreich ragen Sägewerke, Frühstücksrezepte und feine lyrische Passagen aus ihren Sound-Strickereien heraus - einzigartig wie auch ihre LP-Cover. Seit Ende des Jahrtausends wieder aktiv (jetzt auf CD).
Fear Factory Thrash-Metal mit sehr melodiösem oder brachial gegrunztem Gesang und Techno-Elementen; seit den 90ern bis 2002, aus Amerika.
Feedback (Rückkopplung) Von Jimi Hendrix zur Meisterschaft entwickelte Technik, verstärkte Klänge so auf das Instrument zurückwirken zu lassen, daß sich der Klang von alleine, immer lauter werdend, trägt. Wenn`s nur noch pfeift - oder alle Sicherungen zusammenbrechen, hat allerdings der Techniker versagt.
Fehlfarben Band der Neuen Deutschen Welle, die zwischen Punk harmonien und Disco sound Anfang der 80er sehr erfolgreich war („Ein Jahr - es geht voran“). 2002 reuniert.
Feliciano, José In Südamerika geborener blinder Sänger, Komponist und virtuoser Multiinstrumentalist mit gigantischen Verkaufserfolgen. Im allgemeinen leichter Soul mit etwas Latin-Einfluß; besonders lustig wird`s, wenn er bekannte Hits wie z.B. „Light my Fire“ (von den Doors ) durch den Salsa-Wolf dreht (und 1969 zwei „Grammys“ dafür erhält).
Fellow Travellers Einzigartige Crossover-Combo zwischen Reggae und Folk. Jeb Loy Nichols und seine MitstreiterInnen veröffentlichten 1992 bis 1995 drei Alben und bewiesen: akustische Folk-Gitarren, Gebläse und Reggae-Rhythmen, verziert mit Dubs, ergeben spannenden Hörgenuß.
Fendrich, Reinhard Seit Ende der 70er machte sich der österreichische Sänger, Songwriter und Entertainer im deutschsprachigen Raum bekannt. Mit kompetent arrangiertem Pop-Rock verschiedenster Prägung (z.B. mit Folk- oder Latin-Einflüssen) und manchmal bemühten, manchmal witzigen Texten hatte er zahlreiche Hits wie „Macho, Macho“ 1988.
Ferguson, Jay Der Musiker (k, v) aus Los Angeles spielte bei Spirit ; ab `71 bei Jo Jo Gunne ; ab 1975 solo Hardrock.
Ferry, Bryan konnte sich nach seinem Ausstieg bei Roxy-Music 1983 mit schmachtend-verzweifelter Stimme und entsprechendem Gehabe über Wasser halten.
Fiddlers Green Nürnberger Folk- Punker mit irischer Intonation und vielfältiger Instrumentierung. Anfang der 90er deftig unterwegs, Mitte der 90er abwechslungsreicher, z.B. mit Reggae.
Fields of the Nephilim, The entwickelten sich von einer stark Sisters of Mercy-beeinflußten Musik ab Mitte der 80er zum eigenständigem Gothic-Wave ( Dark Wave ). Anfang der 90er in „Rubicon“ (gemäßigter etwas schräger Rock) und „Nephilim“ (düster mit Industrial und Heavy-Metal ) gespalten.
Fifth Dimension Amerikanisches farbiges Gesangs-Quintett mit feinem Soul-Entertainment; 1969 Hit mit der Hair-Nummer „Aquarius/Let the Sun shine in“; 1979 endgültig zerfallen, wobei einzelne Mitglieder, teils unter dem Gruppennamen, noch unterwegs sind.
Fight war seit 1993 kurzfristig die Band des Ex- Judas Priest-Sängers Rob Halford. Gewohnt kraftvoll kreischend, allerdings zu härteren, moderneren Heavy-Metal-Tönen und ohne den vormaligen Bühnen-Firlefanz.
Fine Young Cannibals Die Engländer verbuchten Mitte der 80er zwischen simplem Rock und eingängigem Tanz-Pop einige Hits (z.B. „She drives me Crazy“) mit hohem, nasalem Gesang.
Finn, Tim Verloren knödelnder Sänger der Split Enz ; ab Mitte der 80er auf Soloplatten mit wenig durchschlagendem Songmaterial und zeitweise Gast bei seinem Bruder (u.a. Crowded House ).
Firehose Wichtige Band des amerikanischen Gitarren- Undergrounds der 80er und 90er und damit Vorläufer der Grunge-Welle; Anfang der 90er aufgelöst.
Firehouse Amerikanische Band, die Anfang der 90er mit gekonntem Mainstream- Hardrock große Erfolge verbuchen konnte.
Firm, The Mitte der 80er zwei wuchtig dumpfe Hardrock platten von Paul Rodgers ( Bad Company ) und Jimmy Page ( Led Zeppelin ).
Fischer Z 1977 in London gegründete Band, die New Wave- und Reggae-Einflüsse in einfachen Songs, mit prägnanten Melodien zur hohen weinerlichen Stimme John Watts (1981 auch solo), verband.
Fish versucht nach seinem Ausstieg bei Marillion 1990 mit seinem Peter-Gabriel-ähnlichen Gesang eine Solokarriere.
Fist In den 80ern gestartete US- Hardrock-Band; anfangs abwechslungsreich (z.B. mit Wechsel zwischen Sängern mit hoher Stimme und tiefem Geblubber), später stilistisch verblasst zu reinem Mainstream.
Fixx, The Die 1979 gegründete britische Band schaffte mit eingängigem Synthesizer-Pop, New Wave-beeinflußt, einige Hits.
Flack, Roberta hatte 1973 schon einige Platten hinter sich, als „ Killing me softly with his Song “ ein Nr.1-Hit wurde; mit ähnlichen Werken zwischen Pop und Soul schlägt sich die farbige Sängerin weiterhin durch.
Flamenco Spanischer Musikstil, oft vielschichtig und vertrackt, vorwiegend bestehend aus Gesang (emotional und oft kräftig und melismenreich), Tanz in genau festgelegten rhytmischen „Palos“ (u.a. „Soleá“, „Tangos“, „Bulerías“) und Gitarre in teils ungewöhnlichen Akkorden und in typisch schneller Zupf-Technik („Falsetas“) oder schnell über die Seiten rollender Rhytmik („Rasgueado“). Als Erneuerer gelten Camaron de la Isla (v) und Paco de Lucia (g).
Flamin' Groovies orientierten sich ab 1966 in Amerika an Vorbildern wie den Rolling Stones oder Beatles, wurden von der Kritik sehr gelobt und schafften nie den Durchbruch.
Flash and the Pan 1976 in Australien gegründetes Pop-Projekt um die Ex- Easybeats Harry Vanda und George Young (Produzenten der ersten AC/DC-Alben). Charakteristisch waren der oft experimentelle Einsatz von elektronischen Instrumenten, die eingängigen Melodien und der nasale, oft elektronisch verfremdete Sprechgesang („Midnight Man“).
Fleetwood Mac Die Abspaltung von John Mayalls „Bluesbreakers“ entwickelte sich von der reinen Nachahmung des schwarzen Blues 1967 zu Eigenständigem auf diesem Gebiet. Nach dem Ausscheiden Peter Greens 1969 kamen u.a. Christine Perfect (v), abgelöst durch Steve Nicks (v), in die immer weiter in Richtung zahmen Rocks zielende Band um Mick Fleetwood (d) und ab 1975 vor allem Lindsey Buckingham (v, g) als Songschreiber. Obwohl gefährlich glatt, konnten die perfekten Arrangements 1977 auf „Rumors“ 25 Millionen mal überzeugen. Auch in den späten 80ern war die Band noch erfolgreich.
Flo & Eddie Nach ihrer Band „Turtles“ (ab Mitte der 60er) und einem Ausflug zu Frank Zappa geben Mark Volman und Howard Kaylan ihre parodistischen Texte in buntem, nicht allzu ausgefeiltem Rock-Kleid ab 1972 unter obigem Namen zum besten.
Flock, The Das Septett bot 1969 -`71 durchdachten, Rock mit Jazz- und diversen anderen Anleihen: nie trocken durch Bläsersätze und häufige Soli. Besonders auffallend war der Geiger Jerry Goodman, der seinem elektronisch verstärkten Instrument bis dato unerhörte Töne entlockte und später auch beim Mahavishnu Orchestra mitwirkte.
Floh de Cologne Die Kölner Polit-Rocker texteten sich ab 1970 engagiert bis peinlich linkspolitisch durch Kraut-Rock und später Konzeptalben. In aufwendigen Rock-Revuen, auf Platten allerdings stets hölzern produziert, und ohne kommerziellen Erfolg konnten sie sich in den 80ern selbst nicht mehr hören und lösten sich auf.
Floyd, Eddie Schwarzer amerikanischer Soul-Sänger Mitte der 60er bis Anfang der 70er (Gründungsmitglied der „Falcons“ in den 50ern); 1967 „Knock on Wood“.
Flying Burrito Brothers Amerikanische Country-Rock-Gruppe Ende der 60er bis Ende der 70er von ehemaligen Mitgliedern der Byrds gegründet; anfangs vor allem technisch gekonnt, später nach totaler Umbesetzung weitestgehend unbeachtet.
Flying Pickets Britische a-capella-Gruppe der 80er-Jahre („Only You“).
Focus Im Spannungsfeld der klassischen Ausbildung von Thijs van Leer (v, k, f) und dem rockig-virtuosen Spiel des Ex „Brainbox“-Schlagzeugers Pierre van der Linden und Jan Akkerman (g) entstand 1970 in Holland ein Quartett, das zu langen und kurzen Hits („Sylvia“) mit bombastischer Melodik ebenso fähig war wie zu ausgefeilten Kompositionen. 1973 flogen live die Fetzen und dann war Schluß.
Fogelberg, Dan Eingängig-sanfter amerikanischer Folk- und Country-Interpret (v, g, k), der mitten in seiner Karriere (erste LP 1973) mit der LP „High Country Snows“ 1985 unter Zuhilfenahme von Country-, Folk- und Bluegrass-Größen zu beachtlicher Form auflief.
Fogerty, John Der kalifornische Sänger hatte als einziger der Creedence Clearwater Revival-Mitglieder ab 1972 mit seiner schneidend modulierten Stimme auch solistisch Erfolg und trat sporadisch vor allem an der amerikanischen Westküste auf.
Foghat Blues-Rock der härteren Gangart, Anfang der 70er von Ex- Savoy Brown-Musikern mit Erfolg vor allem in den USA dargeboten.
Foley, Ellen Die Amerikanerin hatte ihr Debut 1977 auf der Meatloaf / Steinman-LP „Bat out of Hell“; letzterer produzierte ihr 78er-Solo-Album „Nightout“. Die Sängerin mit der kraftvoll- soul igen Stimme versuchte sich auch als Musical-Schauspielerin.
Folk (Folklore) Aus Stilen hergebrachter Volksmusik, meist aus Amerika oder England, entsteht regelmäßig Rock oder Pop mit typisch verspielt-einfacher Melodieführung und charakteristisch eher sensationsloser akustischer Spielweise mit manchmal sehr eigenartiger nationaler Prägung (z.B. Country in Amerika). Oft sind jedoch nur die Instrumente (etwa Banjo, Dudelsack oder auch menschliche Stimme) typisch; siehe auch Ethno.
Foo Fighters debütierten 1995 um den Ex- Nirvana-Schlagzeuger (der hier allerdings Gitarre spielt und singt) David Grohl; abwechslungsreicher Grunge.
Ford, Lita Ex- Runaways-Gitarristin; in den 80ern Solo-Start mit Heavy-Metal- Image und rauhem Gesang; Erfolg erst durch Hinwendung zum Mainstream (Duett mit Ozzy Osborne „If I close my Eyes Forever“ 1988).
Foreigner 1976 in New York gegründete Hardrock-Band um den Sänger Lou Gramm und den Gitarristen Mick Jones. Kennzeichnend waren die griffigen, nie zu harten Kompositionen („Urgent“) und die hohe, leicht soul ige, manchmal etwas gequälte Stimme. 1981 internationaler Durchbruch mit der LP „4“. Später, von personellen Schwierigkeiten geplagt, wandten sie sich dem Mainstream und hier verstärkt den Balladen zu („I want to know what Love is“).
4 Non Blondes hatten Anfang der 90er mit „What`s up“ durch dreist im Studio zusammengeschnipselte Tonhöhensprünge im Gesang (Linda Perry) einen, natürlich einzigen Mega-Erfolg mit Pop zu zeittypisch harten Gitarren. Perry ist 1996 mit pianobetontem Pop solo wieder zu hören.
Four Seasons, The entstanden Mitte der 50er um den Sänger Frankie Valli (auch solo unterwegs) und hatten in den 60ern einige große Hits mit eingängigem Happy-Pop wie z.B. „Big Girls don't cry“.
Four Tops 1953 in Detroit gegründetes Soul-Gesangs-Quartett, das ab Mitte der 60er kräftig und sehr erfolgreich in kommerzielle Arrangements verpackt wurde („Can't help myself“). Mitte der 70er Karriereknick; kurzes Comeback 1981 („When she was a Girl“) und 1988 („Indestructible“).
Fourth World In den frühen 90ern ein Latin- und Percussion-orientiertes Projekt von Airto Moreira (d, perc, v) und seiner Frau Flora Purim (v, perc).
Fowley, Kim Der amerikanische Sänger, Komponist und Instrumentalist begann in den 50ern als Straßenmusiker, war ab `67 auf LP als Hippie zu hören und werkelte sich bis in die New Wave-ära durch zahlreiche Alben. War vor allem als Produzent und Songschreiber für u.a. die Beach Boys, Lovin' Spoonful, Cat Stevens, Slade oder Soft Machine tätig.
Fowley, Sue Amerikanische Blues-Gitarristin ab den 90ern.
Fox, Samanta Ehemaliges englisches Zeitungs-Nacktmodell, das Anfang der 80er mit nett arrangierten Pop-Liedchen einige Hits (z.B. „Touch me“) in Europa und Amerika hatte. Ihre quäkende Stimme schien das Publikum, wohl mehr auf äußere Reize fixiert als auf ihre Musik, nicht zu stören.
Frampton, Peter (g, v) spielte als 15-jähriger bei der englischen Teenie-Band „The Herd“ (bis 1969 mit Steve Rowland, The Family Dogg ) und bei Humble Pie (bis 1972) und wurde nach griffigem, jedoch niemals banalen Gitarren-Rock auf „Frampton comes Alive“ 1975 plötzlich zum Teenie-Idol stilisiert - wohl auch aufgrund seiner harmlosen Arrangements auf Studioproduktionen. Nach Karriereeinbruch und persönlichen Problemen zeigten ihn die späten 80er abgeklärter und musikalisch nicht allzu inspiriert. Mitte der 90er verstärkte er seine Comebackanstrengungen.
Frankie Goes to Hollywood 1982 gegründete Band aus Liverpool, die mit sexuellen Anspielungen in Videos und Texten („Relax“) und homoerotischem Lederjungen- Image ab 1984 vor allem in Europa großen Erfolg hatte. Der unterkühlte Gesang von Holly Johnson, abwechslungsreiche Musik, die von waberndem Elektronik-Pop über Balladen bis zu Heavy-Metal-Anleihen („Warriors of the Wasteland“) ging, und die stets bombastische Produktion von Trevor Horn machten den Sound aus. Die Band löste 1987 sich nach zwei Alben auf; Hollie Johnson seither solo.
Franklin, Aretha, 1942 in Memphis geboren, ist mit ihrer voluminös-kraftvollen Stimme die Soul-Sängerin schlechthin. 1967 erster Hit „I Never loved a Man“, vor allem noch in den 60ern gefolgt von vielen weiteren. Anfang der 80er wieder leicht verstärkt präsent mit „Freeway of Love“ oder „Sisters are doing it for Themselves“ (zusammen mit den Eurhythmics ).
Franz K Das Wittener Rock-Trio begann in den 70ern mit deutschen politischen Texten und einfachem Rock und verwandelte sich über den Punk in eine nur noch kurz beachtete Band der Neuen Deutschen Welle („Wir haben Bock auf Rock“).
Fraternity of Man Ambitionierter Rock mit z.T. ungewöhnlichen Instrumenten (sitar, vln) in der zweiten Hälfte der 60er.
Frazer, Dean Kreativer Saxophonist im derzeitigen Reggae-Business; sowohl als Kopf der bekannt-beliebten Bläser-Truppe RassBrass als auch mit gekonnten Solo-Alben oder als gefragter Studiomusiker Garant für qualitative Spitzenarbeit. Obendrein als Sänger ein As.
Freak of Nature siehe White Lion.
Freak Power Die Vertonung einer Jeanswerbung macht`s möglich: mit dem Hit „Turn on, tune in, cop out“ von ihrem Debut „Drive-Thru Booty“, 1994, konnte die stark Funk-angehauchte Dancefloor-Band um Norman Cook ( Housemartins, Beats International ) und Ashley Slater (v, trombone) Anerkennung erlangen.
Freaky Fukin Weirdoz Bayerische Heavy-Metal / Funk / Reggae-Band ab Ende der 80er Jahre; ursprünglich Crossover-Vorreiter, inzwischen kommerziell abgehängt.
Fred Banana Sehr simpler Rock aus Deutschland in den 70ern.
Free Einfacher, wuchtiger Hardrock ab 1968; teilweise sehr erfolgreich („Allright Now“); nach diversen Umbesetzungen machte 1974 Paul Kossoff (g) solo weiter, Paul Rodgers (v) und Simon Kirke (d) spielten bei Bad Company.
Free Jazz Von Ornette Coleman betitelte Spielart des Jazz ab den 60ern, die sich melodisch, rhythmisch usw. an gar nichts mehr halten muß und daher oft sehr atonal-schräg klingt, obwohl sie sich „modal“ (klangformorientiert, jedoch ohne zwingenden harmonischen Ablauf) oft geradezu mathematisch genau festlegen läßt; siehe auch John Coltrane.
Free Spirits Mitte der 60er eine gefeierte Fusion gruppe um Larry Coryell.
Frey, Glen hatte nach Auflösung der Eagles im Mainstream einige Hits („The Heat is on“ und „Smugglers Blues“ 1984).
Frijid Pink, 1967 in Detroit gegründet, spielten stark blues gefärbten Hardrock. 1970 mit „House of the Rising Sun“ ein Riesen-Hit; danach ging's bergab; 1972 aufgelöst.
Fripp, Robert Experimenteller Gitarrist der King Crimson mit einigen Soloalben vor allem in den 80ern und in den 2000ern fester Bestandteil der Avantgarde.
Frisell, Bill Ab den 80ern Sound- und Krach-Experimentator auf der Jazz-Gitarre, der auch lyrisch klingen kann und bis in die 2000er fester Bestandteil der Avantgarde.
Frith, Fred Gitarrist mit Hang zu abenteuerlicher Musik ( Jazz ?) ab Mitte der 70er, der ihn bis in die 2000er fester Bestandteil der Avantgarde werden ließ.
Froese, Edgar Gitarrist der Tangerine Dream.
Front 242 Die belgische Band (ab Anfang der 80er) ist die stilprägende und erfolgreichste des EBM. Mitte der 90er wurden vermehrt Rock- und Gitarren-Klänge integriert.
Front Line Assembly EBM-Band der 90er. Zuerst stark an Front 242 orientiert; 1994 auf der LP „Millenium“ vermehrt auch Heavy-Metal-Gitarren.
Frumpy Die erfolgreichste Rockband von Inga Rumpf (Mitte der 70er).
Fugazi Amerikanische Band ab Ende der 80er mit Punk von melodiös („Waiting Room“) bis schräg und nervös.
Fugees, The gehören 1996 zur ersten Garde amerikanischer Hip Hop-Acts („ Killing me softly “). Das liegt an der Rap perin und Sängerin Lauryn und dem virtuosen Einsatz verschiedenster Beats (z.B. des Reggae ).
Fugs, The 1964 -`69 diente einfacher Rock als Transportmittel für Sex- und Drogen-Texte in damals als aufregend und teils sozialkritisch empfundenem Kabarett.
Fuller, Blind Boy Sein rhythmisches Ragtime-orientiertes Fingerpicking-Gitarrenspiel (im Stile von Blind Blake ) und seine rauhe Stimme machten ihn in den 20ern und 30ern zu einer dominanten Figur in der Blues szene; („Weepin' Willow Blues“).
Fulson, Lowell Der versierte Gitarrist, ideenreiche Songwriter und brillante Sänger gehört zu den gefragtesten Blues ern der Westküste Amerikas und hatte in den 50ern seinen größten Hit: „Reconsider Baby“.
Fundamental Londoner Hip Hop-Clan mit starken indischen Einflüssen Mitte der 90er.
Funk bezeichnet eine tanzbare Musik auf sehr starkem rhythmischen Fundament: wuchtige Baßgitarre („knallende“ Slap-Baßgitarre), schmetternde Bläserstöße, kochendes Schlagwerk und flirrende Rhythmusgitarren, die ein hoffentlich kräftiger ( Soul-)Gesang erst einmal übertönen muß; James Brown.
Funkadelic Sehr wechselhafter Funk mit George Clinton in den 70er- und 80er-Jahren.
Fury in the Slaughterhouse Kurze (damit`s nicht zu heftig wird) hemmungslose Sound-Zitate aus sämtlichen Epochen des Rock in Gitarren-Pop verpackt - Erfolg in den 90ern („Dancing in the Sunshine of the Dark“), aus Deutschland.
Fusion (von Rockmusikern gerne „Jazz-Rock“ und von Jazzern gerne „Rock-Jazz“ genannt) ist einmal mehr (z.B. Mahavishnu Orchestra, Doldinger, Weather Report ), einmal weniger ( Chicago, Sweet Smoke ) die Verschmelzung von Jazz und Rock ; Bläser kommen aber fast immer vor.
G, Kenny Geschmäcklerischer Saxophonist des, äh, Jazz der 80er und 90er.
Gabriel, Peter Leicht angerauht-druckvoller Sänger; nach seinem Rauswurf bei Genesis 1977 mit anfangs wild experimentellen Stücken (und Videos) und ins Deutsche übersetzten LPs Pionier der elektronischen Popmusik („Shock the Monkey“); nach kommerziellen Pleiten inzwischen vorsichtiger (Hits ab Mitte der 80er: „Sledgehammer“, „Steam“). Er betreibt ein anerkanntes World Music-Label mit eigenem Studio.
Galactic Cowboys schrubben in den 90ern zu reichlich sinnleeren Texten umso härter ihren derben, aber abwechslunsreichen Heavy-Metal.
Gallagher, Rory Irischer Sänger und Gitarrist. In den späten 60ern bei Taste erfolgreich, ab 1970 solo. Vornehmlich mit virtuosem Blues-Feeling, war er aber Country, Hardrock und anderen Strömungen nicht verschlossen, ohne je den musikalischen Vordenker zu markieren, live sehr beliebt und ist 1995 gestorben.
Galas, Diamanda Grenzwertige Avantgarde-Künstlerin aus Amerika; seit Mitte der 80er mit Schock-Attitüde (Opern-artistische Kreisch-Attacken) und herben Texten zu Aids, Tod und Teufel kategorisch selbst im Jazz nicht zu fassen!
Galliano Vor allem das Debut „A Joyful Noise unto the Creator“ (1992) war mit einer eigenwilligen, tanzbaren Mischung aus Funk, Jazz und Reggae sehr erfolgreich und eine maßgebliche Produktion des Acid Jazz. Auch live erweisen sich Rob Gallagher und seine britischen Mitstreiter als eigenständig.
Gamma Ray Deutsche Heavy-Metal-Band um den Ex- Helloween-Sänger, -Gitarristen und -Songwriter Kai Hansen, die deren hymnenhaften, oft virtuosen und schnellen Sound weiter pflegen.
Gamma Mainstream-Hardrock von Ronnie Montrose in den 80ern.
Gang of Four Ab 1979 brachialer Funk-Rock mit politischen Texten.
Gangsta-Rap siehe Rap.
Garbage Die amerikanische Band um den Produzenten Butch Vig ( Nirvana, Smashing Pumpkins etc.) ist seit 1995 zwischen Alternative-Rock, Samples und Tanzbeats mit entspanntem eingängigen Gesang (Shirley Manson) zunehmend erfolgreich („Only Happy when it rains“, „Queer“).
Garbarek, Jan Norwegischer Jazz-Saxophonist der melancholischen Töne ab 1970.
Garcia, Jerry Einfühlsamer, melodischer Gitarrist der Grateful Dead, der auch in diversen eigenen Projekten glänzen konnte; 1995 gestorben.
Garfunkel, Art konnte nach der Auflösung von Simon & Garfunkel 1970 mit deutlich uninteressanterem Songmaterial und als Gastsänger in diversen Projekten (u.a. bei Mike Batt ) seine zarte und hohe Stimme ohne übermäßigen Erfolg pflegen.
Gaye, Marvin Der schwarzamerikanische Sänger mit der weichen, melodiösen Stimme gehörte zu den wichtigsten Soul-Interpreten überhaupt; Durchbruch in den 60ern mit einer Reihe großer Hits (z.B. „I heard it through the Grapevine“); versuchte sich auch an Konzeptalben. In den 70ern ging es stetig und drogenbedingt bergab. 1982 Comeback mit „Sexual Healing“; 1984 erschossen.
Gaynor, Gloria Disco-Queen der 70er; größter Hit 1979 „I will Survive“.
Gazebo Italienischer Pop-Künstler, der mit Piano-betonten Balladen wie „I love Chopin“ Mitte der 80er einige Hits in Europa hatte.
Geesin, Ron In den frühen 70ern experimenteller Sound-Bastler (u.a. zusammen mit Roger Waters von Pink Floyd ).
Geils, J (Band) 1968 in Boston um Geils (g) und den Sänger Peter Wolf (ab 1984 Solo) gegründete Band. Mit rauhem Blues-Rock und geschliffenem Mainstream ; (1982 Durchbruch mit „Centerfold“).
Geldorf, Bob Derb-nasaler Sänger der 1975 in Dublin gegründeten, aus der Punk-Szene hervorgegangenen „Boomtown Rats“ (Griffiger Pop mit „I don't Like Mondays“, Reggae-Anleihen in „Banana-Republik“). Mit wesentlich leichterem Pop („This is the World calling“) oder irischen Folk-Anleihen solo unterwegs („The Great Song of Indifference“). Mit „Band Aid/Live Aid“ Auslöser einer ganzen Reihe von Benefiz-Veranstaltungen.
General Levy Rapper u.a. bei der Jungle-Formation „M-Beat“ („Incredible“).
General Public siehe The Beat.
Generation X 1976 in London als Punk-Band gegründet um den Sänger Billy Idol. Nach mittleren Erfolgen 1981 Auflösung.
Genesis starteten 1969 mit verschrobenen Texten und uneinheitlichen, improvisationsarmen, abwechslungsreich angelegten längeren Art-Rock-Stücken (stets mit zwei Schlagzeugern) und fanden mit Anthony Phillips (g), danach Mike Rutherford (g, b, Mike and the Mechanics ), Tony Banks (k), Phil Collins (d, v), Steve Hackett (g, b) und dem charismatischen Sänger mit der gedämpft-rauhen und doch heftigen Stimme, Peter Gabriel, auf „Foxtrot“ (1972) zu Songs über 20 Minuten Länge und spätestens 1974 mit dem herausragenden Konzeptalbum „The Lamb lies down on Broadway“ zu - trotz zweier Gitarren - Keyboard-lastiger, hymnenhafter, künstlerischer Einheit. Wegen zu großen Aufwands, u.a. für Bühnenmaterial, wurde Mastermind Gabriel unhaltbar (überraschend der Ersatz: der Schlagzeuger Collins), und die Band schmolz schnell zum verständlicherweise weniger komplexen, jedoch immer noch kreativen Pop-Trio (Banks, Collins und Rutherford - jetzt auch auf Solopfaden). Ab den 80ern hängte sich die Band geschickt an jeden Trend und hatte kommerziell Erfolg wie nie zuvor, bis Collins´ Ausstieg 1996 einen herben Knick auslöste.
Gentle Giant Atonale, sprunghafte Gesangs- und Melodie-Führung, gemischt mit Bombast-Passagen und vor allem ungewöhnliche Rhythmus- und Tempi-Wechsel machen die Multiinstrumentalisten-Band um die drei Shulman-Brüder Phil (s), Derek (v, g, b) und Ray (v, b, vln, perc) in ihrer Blüte zu Hauptvertretern des Art Rock, die mühelos jeden musikalischen Stil zitieren konnten - zu Beginn 1970 stand Hardrock und gegen Ende 1980 kompakter Pop etwas im Vordergrund. Von den abrupten Synkopen, Sprüngen, Pausen und außerordentlichen Toncollagen (rhythmisches Gläser-Zerschmettern auf „In a Glass House“ `73) hat man trotz oder wegen ihrer Einzigartigkeit nie wieder etwas gehört.
Gentry, Bobbie Amerikanische Sängerin und Multiinstrumentalistin; 1967 mit der Country-Ballade „Ode to Billy Joe“.
George, Lowell (v, g) Mastermind der Little Feat (mit einem Soloalbum in seinem Todesjahr 1979); stets gefragter Gastmusiker von Jackson Browne bis Frank Zappa.
Georgia Satellites Simpler, eingängiger Hardrock 1980 aus Atlanta (1986 „Keep your Hands to yourself“). Die Band hat sich aufgelöst, und der Country-nahe Lead-Sänger Dan Baird hatte solo mit gleichem Sound Anfang der 90er mit „I love You Period“ einen kleinen Hit.
Gerry & the Pacemakers Ab 1963 simpler englischer Beat („Ferry across the Mersey“).
Gershwin, George Amerikanischer Komponist zu Anfang dieses Jahrhunderts mit Anleihen aus moderner Klassik und vor allem Jazz, den er wiederum befruchten konnte („Porgy and Bess“, „Rhapsody in Blue“).
Getz, Stan Saxophonist des Jazz mit starkem Latin einschlag ( Bossa Nova, „Girl from Ipanema“, 60er) und großem Können (bis zum Tod Anfang `90).
Giant Sand Lose Rock- und Folk-Combo der 90er aus Arizona um Howe Gelb (g, v), der offensichtlich viel Neil Young gehört hat ( Calexico ).
Gibbons, Steve Der Brite (g, v) kümmert sich mit wechselnder Begleitung seit 1971 einen Dreck um den Zeitgeist und spielt Rock, Rock oder Rock (und Rock); ohne kommerziellen Erfolg.
Gibbs, Joe Beachtenswerter jamaikanischer Dub-Produzent. Machte sich vor allen Dingen mit der Serienproduktion „African Dub - Chapter 1, 2, 3 & 4“ Anfang der 80er einen Namen.
Gig meint einen Bühnen-Auftritt, ein Konzert.
Gillan, Ian war und ist zeitweise Sänger von Deep Purple und versuchte auch solo etwas ähnliches zu vollbringen. (`77 -`83 Band „Gillan“; `83 Gastspiel bei Black Sabbath ).
Gillespie, Dizzy (1917 -`93) Extrem virtuoser (und humorvoller) Trompeter vor allem im Bebop, Latin-Vorreiter.
Giltrap, Gordon Britischer Gitarrist, der seit 1971 verschiedene Stile, vor allem Folk, recht einfach und geschmackvoll kammermusikalisch aufbereitet.
Gimmick Eine technische, musikalische oder instrumentale Überraschung, die als purer Effekt von der Musik ablenkt, bis sie sich durch häufige Verwendung verbraucht hat. ( Hit ).
Gipsy Kings Seit Ende der 80er authentische „Zigeuner-Musik“ mit Flamenco-Gitarren, etwas gejaultem Gesang und ansprechendem Songmaterial; Anfang der 90er sogar mit Hit-Erfolgen („Baila, Baila“) und Mitte der 90er mit Auflösungserscheinungen.
Girlschool 1977 in England gegründete Frauen- Heavy-Metal-Band mit rauhem Sound; Image nicht hübsch, sondern lederhart.
Glass, Philip verziert seine Klassik-orientierte Minimal Music seit Mitte der 70er verstärkt mit auffälligen Klangmustern und wirkt immer weniger minimal. Spätestens seit der Filmmusik „Koyaanisqatsi“, 1983, auch kommerziell erfolgreich.
Glass Tiger Band aus Kanada, die in der zweiten Hälfte der 80er mit keyboardlastigem Mainstream und der weinerlichen Stimme von Glen Frew international zumindest beachtet wurde.
Glen, Marla Die Amerikanerin debutierte 1993 in Frankreich und hatte mit ihrem herb-männlichen, zwischen gequetscht und enorm voluminös mühelos wechselnden Gesang vor allem in Europa Erfolg. Ihren blues igen Sound versucht man auf einer zweiten LP 1995 als Dancefloor auszurichten.
Glitter, Gary stürmte mit simplem Pop-Rock und vor allem Glitzer-Klamotten & Plateauschuhen Anfang der 70er die Hitparaden. Noch in den 90ern ist seine abgehalfterte TV-Show in England zu sehen.
Glover, Roger Bassist der Deep Purple mit Soloplatten in den 70ern.
Gluecifer Typische TNWOSAR-Band, die 2004 mit „Automatic Thrill“ ihr Meisterwerk abliefern.
Go West Englische Synthie-orientierte Pop-Band, die in den 80ern einige mitunter handwerklich anspruchsvolle Hits hatte („We close our Eyes“).
Godchaux, Keith (k, v) 1971 -`74 mit Ehefrau Donna (v) bei Grateful Dead.
Godflesh Langsamer Death-Metal ab 1988, aus Birmingham. Drumcomputer verleihen einen monotonen Industrial-Touch.
Godley & Creme kamen 1976 von 10cc um einfachen, geraden Pop zu fertigen, der, alledrings oft unbemerkt, entlegenste Einflüsse und kunstvoll-satirische Texte einband; ideenreiche Video-Produzenten.
Goethes Erben Elektronischer Dark Wave mit deutschen Texten in den 90ern.
Goisern, Hubert von Zuerst (1988) nur spärlich instrumentiert, mischte der österreichische Sänger und Gitarrist deftigen Rock mit alpenländischer Folk lore und erntete Anfang der 90er großen Erfolg („Koa Hiatamadl“ 1992); 1995 legte er eine ca. fünfjährige Pause ein.
Goldberg, Barry (v, g, k) Rhythm & Blues Mitte der 60er bis Mitte der 70er in Nachahmung des City-Blues.
Golden Earring aus Holland sind seit 1966 mit einfachem Hardrock unterwegs und konnten nach Heulern wie „Eight Miles High“ (1969), „Buddy Joe“ (1972) und „Radar Love“ (1973) auch in die 80er hinein überleben.
Goldene Zitronen Deutsche Punk-Band á la Toten Hosen mit Prolo-Texten („Porsche, Genscher, HSV“) bis Mitte der 90er, danach wenig gefragte Wende zu düster-schrägem Image ; heute leicht elektronisch und leicht politisch.
Goldie Britischer Musiker, der 1995 mit „Timeless“ durch Mischung von Jungle und Ambient-Sounds zur führenden Figur der „Drum`n'Bass“-Bewegung wurde.
Gong Als der Australier Daevid Allen 1967 mit der Band Soft Machine nicht mehr nach England einreisen durfte, gründete er Gong (erste LP 1973). Sein kollektives, leicht jazz iges Dauerimprovisations-Konzept krautete, teilweise eigenständig, knapp ein Jahrzehnt.
Goodman, Benny Weißer Big Band-Leader und Klarinettist des amerikanischen Swing (mit Schlagzeuger Gene Krupa), der, Schwarze integrierend, den heißen Sound der späten 30er salonfähig machte („Carnegie Hall Concert“ 1938). Auch in kleinen Besetzungen ernst zu nehmen.
Goombay Dance Band Deutsches „Karibik“- Disco-Projekt der 70er („Sun of Jamaica“).
Gorefest Holländischer harter und schneller Death-Metal (erste LP 1991), mit Akustik-Gitarren-Einlagen auf dritter LP (1994).
Gorky Park wurden Ende der 80er mit melodiösem (teils hymnenhaftem) Hardrock und z.T. russischen Einflüssen zur international bekanntesten Band Russlands.
Gospel Die geistliche Musik der Schwarzamerikaner: kräftig-inbrünstige, leidende oder jubilierende Stimmen, die beispielsweise im Soul aufgegriffen werden.
Gotthard ist mit dem Herunterbeten althergebrachten Hardrocks bis heute die erfolgreichste Band ihrer Heimat, der Schweiz.
Gothic Gothic-Wave, Gothic-Doom-Metal, Gothic-Death-Metal etc. siehe Dark Wave.
Graham Central Station sind die 1973 vom amerikanischen Ex- Sly and the Family Stone-Bassisten Larry Graham übernommenen „Hot Chocolate“ (nicht mit der britischen Band zu verwechseln) und waren mit hartem Funk-Rock schnell erfolgreich, doch schon Mitte der 70er ging es wieder bergab, und Graham macht seit den 80ern solo weiter.
Gramm, Lou Sänger der amerikanischen Hardrock-Band Foreigner. Startete seine Solokarriere 1987 mit dem Hit „Midnight Blue“ und bekanntem Hardrock-Sound zu hoher, heiserer Stimme. Nach einem kurzlebigen Projekt „Shadow King“ stieg Gramm Mitte der 90er wieder bei Foreigner ein.
Grand Funk Railroad Das Trio trat 1969 zum ersten Mal beim Atlanta Pop Festival vor großem Publikum auf, war die erfolgreichste amerikanische Hardrock-Formation der frühen 70er, weniger an stampfendem Blues orientiert, als am damaligen Westcoastsound. Nach Hinwendung zu keyboardlastigem Bombast, der nicht mehr ankam, folgerichtig aufgelöst.
Grandmaster Flash konnte mit zwei (später drei) Plattenspielern Breakbeats nahtlos ineinander übergehen lassen oder in einen Rhythmus eine beliebige Begleitung hineinspielen (oder scratchen ) und ist daher einer der Begründer des Hip Hop Mitte der 70er („The Adventure of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel“, 1981). Früh wurde mit der Band „The Furious Five“ ge rap t; 1982 „The Message“; 1984 Trennung der Band und 1987 Reunion.
Grandmothers (of Invention) Ehemalige Musiker von Zappas „Mothers of Invention“ spielen seit den 80ern vor allem dessen Material nicht ganz so ausgeflippt wie früher.
Grant, Amy Erfolgreicher Hitparaden-Pop der 90er aus Amerika („Baby Baby“).
Grant, Eddy Hochkommerzielle Schnulzen in den 80ern und 90ern von einem auf der Reggae-Erfolgswelle schwimmenden Pseudo-Dreadlock- Rasta (vormals Sänger der Equals ); „I don't wanna dance“.
Grappelli, Stephane Französischer Jazz-Geiger ab den 20ern; zusammen mit Django Reinhard (g) unübertroffen.
Grateful Dead 1965 zunächst von Blues und Folk-Rock inspirierte Hippie-Band aus San Francisco um „Pig Pen“ (Ron McKernan, heulende Blues-Stimme, Orgel und Mundharmonika, gestorben 1973), Jerry Garcia (zerbrechliche, hohe Stimme und enorm einfühlsamer Gitarrist auf ganz hohem Niveau), Bob Weir (rauhe Stimme und „Rhythmus“- Gitarre) und Phil Lesh (b, v). Anfangs viele kostenlose Konzerte, Acid(LSD)-Tests ( psychedelische Phase mit endlos nudelnden Dauer- Improvisationen, z.B. „Dark Star“). Ab 1973 jazziger mit Keith Godchaux (k, v). Ab 1978 wieder rockiger. Unzählige Einflüsse (World-Music, Jazz, experimentelle Musik...), 2 eigene Lyriker. Intelligente Musik durch 5-8 Musiker und verschiedenste Gäste ( Bob Dylan, Branford Marsalis (s) u.v.m.). Zahllose Neben- und Soloprojekte (Garcia spielte (u.a.) Bluegrass mit David Grisman; Mickey Hart (d, perc) unterhält ein eigenes World-Music-Label; Bob Weir rockte z.B mit Billy Cobham ). Unübertroffen in live-Konzerten: größte Menschenmengen (u.a. eigene mitreisende Fan gemeinde, Dead-Heads), seit Mitte der 80er stets in den Top Ten der umsatzstärksten Live-Acts in den USA. Nach dem Tod von Jerry Garcia 1995 aufgelöst, ohne daß ein Ende der unglaublich vielfältigen LP-Veröffentlichungen abzusehen wäre. 1998 mit B. Hornsby (p), zwei neuen Gitarristen und Dave Ellis (s) als „The Other Ones“ und `99 unter „Phil Lesh & Friends“ wieder aufgetaucht. Ultimative Bandgeschichte: CD-Box „So many Roads“, 1999.
Grauzone Die Schweizer hatten Anfang der 80er mit der düsteren Neue Deutsche Welle-Nummer „Eisbär“ einen Hit.
Gravenites, Nick Amerikanischer Blues-Musiker (g, v). Spielte in den 60ern bei Paul Butterfield s Blues Band und Electric Flag ; schrieb Songs für u.a. Janis Joplin und veröffentlichte später Solo-Platten.
Gravy Train konnten sich 1970 -`74 in England nicht recht zwischen Hardrock und Art-Rock entscheiden und klingen deshalb auch etwas unentschlossen und verkrampft.
Grease Band Ex-Begleitband von Joe Cocker in den 70ern; Rock mit zwei Keyboards und Gitarren; Chris Stainton (k) machte solo weiter.
Great Society siehe Jefferson Airplane.
Great White 1982 in Los Angeles gegründete Hardrock-Band, bei der Blues und eine hohe gepreßte Stimme eine große Rolle spielen (Erfolg 1987 mit der LP „Once bitten“).
Green, Al Farbiger Soul-Sänger aus Arkansas. 1967 und 1970 erste Hits mit „Back up Train“ und „I can't get Next to You“; auch in den 90ern noch gut im Geschäft.
Green Day Das amerikanische Trio löste 1994 mit schnörkellosem melodiösen Punk eine neue Punk-Welle aus; großer Durchbruch mit der LP „Dookie“ und den Hits „Basket Case“, „Longview“ und „When I come around“.
Green Jelly Amerikanische Spaß- Heavy-Metal-Band, die Anfang der 90er u.a. mit einer Version („Three Little Pigs“) eines Disney-Film-Songs und einer Kindervariante der Mutanten-Bühnenshow von Gwar auf sich aufmerksam machten.
Green, Peter ersetzte Eric Clapton in John Mayalls „Bluesbreakers“ an der Gitarre, gehörte 1967 zu den Mitbegründern von Fleetwood Mac und verschwand 1970 problembeladen erst einmal von der Bildfläche. Ab Ende der 70er immer noch stark Blues-beeinflußt („In the Skies“ 1979) mit entspannten LPs wiederauferstanden: immer länger, immer instrumentaler, immer zurückhaltender, aber bis heute noch da.
Green River Band aus Seattle, die Mitte der 80er mit ihrer Mischung aus Hardrock und Punk Vorläufer der Grunge-Bewegung wurden; einige Musiker waren später Mitbegründer von Mudhoney und Mother Love Bone.
Greenslade Britisches Rock- Blues-Quartett mit Jazz- und Klassik-Anleihen des Ex- Colosseum Keyboarders Dave Greenslade, das 1973 -`79 stilsicher und einigermaßen erfolgreich aufspielte.
Gregorianische Gesänge Zum ersten Mal in großem Umfang wurde Ende des 6. Jahrhunderts unter Papst Gregor kirchliche Musik (in damaliger Noten-Schrift) erfaßt; deshalb sind diese (Mönchs-) Gesänge erste nachvollziehbare Zeugnisse europäischer Musikkultur. Das einfache Konzept damaliger Pentatonik (Fünfton-Notensystem) darf man jedoch nicht mißverstehen: auch damals gab es „Solo“-Sänger, die (allerdings nicht notiert) für Abwechslung sorgten - so, wie auch der Blues oder modale Schemata im Free Jazz nicht unbedingt einfache Muster bilden müssen. Im Pop simpel vermarktet z.B. bei Enigma.
Grill, Rob Kanadischer Mainstream-Rocker der 80er („Rock-Sugar“ - als langjähriger Discotheken-Knaller).
Grindcore (90er) ist noch schneller als der Punk- Hardcore (verdoppelte Snare-Schläge (Blastbeats; „Snare-Core“) und ähnelt somit in Geschwindigkeit und Grunzgesang dem Death-Metal ( Napalm Death ).
Grobschnitt aus Deutschland schwanken seit 1970 zwischen Rock-Stückwerk und Bombast-Konzepten mit enorm aufwendigem Theater-Shows.
Grönemeyer, Herbert Deutscher Sänger und Schauspieler, der Mitte der 80er mit der LP „Bochum“ den großen Durchbruch schaffte und seine eigentümlich heiser-gequetschte Stimme seither in Balladen („Flugzeuge im Bauch“) oder heftigem Pop („Was soll das“) stetig erfolgreich zum Einsatz bringt.
Grossmann, Stefan Versierter Akustik-Gitarrist mit häufig sehr trocken-lehrbuchhaftem Blues, Folk und Ragtime ; ab 1977 auf Platte.
Groundhogs fingen 1962 als Begleitband der Blues-Legende John Lee Hooker an und machten Hardrock-orientiert und mit sozialkritischen Texten bis 1976 alleine weiter.
Grunge Während nach dem immensen Erfolg von Nirvana der Begriff „Seattle-Sound“ durch untypische Bands ( Pearl Jam ) einerseits verwässert wurde, dehnte sich der Begriff Grunge (aus Punk und 70er- Hardrock ) über ursprüngliche Bands wie die Melvins, Mudhoney und Soundgarden überregional auch auf Bands wie Smashing Pumpkins aus.
Gruppo Sportivo Europäer mit satirischen Texten und zahlreichen Musikzitaten auf Punk / New Wave-Fundament; in den späten 70ern vor allem live erfolgreich.
Guano Apes Deutscher Grunge mit Crossover-Elementen und Sängerin; ab Ende der 90er erfolgreich („Lords of the Boards“).
Guess Who Anfang der 70er mit rotzig aggressiver Stimme und meist nicht einfallsreichen Rock-Kompositionen (Gitarrist Randy Bachmann ) in Amerika erfolgreich („American Woman“).
Guitar Slim (Eddie Jones) prägte den Blues-Gitarren-Stil der 50er und beeinflußte durch melodische Gitarrenläufe und extravagante Riffs, Buddy Guy, Albert Collins, Jonny Copeland bis zu Lonnie Brooks und Frank Zappa ; (1954 „The Things that I used to do“).
Gun (I) Hardrock trio aus Birmingham mit enormer Lautstärke und Verzerrer- sowie Rückkopplungseffekten (1969 „Race with the Devil“), `71 aufgelöst.
Gun (II) Ende der 80er gegründete brave schottische Rock-Band; traten mit verschärftem Image und mit einer Hardrock-Version des Cameo-Erfolges „Word Up“ 1994 auf.
Guns n' Roses 1987 schafften die Mitte der 80er in Los Angeles gegründeten „Gunners“ mit der LP „Appetite for Destruction“ den Sprung zur erfolgreichsten Hardrock-Band der 80er und 90er. Charakteristisch ist der hohe gepreßte, kreischend-quengelige Gesang von Axel Rose in deftig-hartem Rock mit Image-gerechtem rotzigem Auftreten, Balladen in epischer Länge („Estranged“, „November Rain“) und 1993 sogar Punk. Schließlich megaerfolgreich starteten Mitglieder Soloprojekte (Izzy Stradlin, g, v (ausgestiegen) mit leicht blues igem, gemäßigtem Rock; der Gitarrist Slash klingt in „Slash's Snakepit“ genau wie Guns n'Roses).
Guru Guru Typisch krautrock ende deutsche Band der 70er um den Schlagzeuger Mani Neumeier.
Guthrie, Arlo orientierte sich mit nasaler Stimme an Bob Dylan, der sich wiederum an Arlos Vater Woody (s.u.) orientiert hatte; Geradlinige Folk-Songs, die in Country-Rock ausarten können; auch durch einen Film bekannt: „Alice's Restaurant“, 1967.
Guthrie, Woody 1912 geborener Wandersänger, der die soziale Situation Amerikas in über 1000 Songs beschrieb, die heute teils zum Volksliedgut der USA gehören (patriotisch („This Land is your Land“), gewerkschaftlich oder einfach nur mitfühlend). In Thematik und nasalem Vortragsstil Vorbild u.a. für seinen Sohn Arlo (s.o.) und Bob Dylan.
Guy, Buddy Seit den 60ern führender Chicago-Bluesman und Vorbild von Jimi Hendrix. Einzigartige Stimme, moderner tiefer Blues, blitzschnelle, manchmal jazz orientierte dynamisch-spannungsgeladene Gitarrensoli.
Gwar Als Fun-orientierte Monster- und Splattershow präsentiert sich die amerikansiche Heavy-Metal-Band seit Anfang der 90er mit derben, Image-gerechten Texten, Grunzgesang und abgedreht.
Hackett, Steve trug bis 1977 zum Sound von Genesis bei, um danach seine fülligen Gitarren-Vorstellungen mehr oder wenig aufwendig mit eigener Band solistisch zu inszenieren.
Hagar, Sammy mit kraftvoll-gepreßter Stimme, verließ 1974 Montrose und veröffentlichte zahlreiche Solo-LPs mit radiotauglichem Mainstream Material („I can't drive 55“), bis er sich Mitte der 80er Van Halen anschloß, bei denen er 1996 wieder rausflog.
Hagen, Nina Die ehemalige Schlagersängerin aus der DDR mischte 1978 die westdeutsche Szene mit dem rockig und textlich treffsicheren ersten Album der „Nina Hagen Band“ gehörig auf. Ihre schrille Stimme und ihr ebensolches, enorm erfolgreiches Auftreten ließen die frustriert in den Hintergrund gedrängte Begleitband schließlich allein unter dem Namen Spliff weitermachen und Nina knödelte, gieckste, schrie und sang experimentierfreudig fortan in allem möglichen Sprachen und Stilen nicht mehr so erfolgreich.
Haindling Der Oberbayer Hans-Jürgen Buchner mischt seit den 80ern bayrische Blasmusi so geschickt in gekonnt minimalen Pop, daß sein monotoner Sprechgesang zu beständigen Hiterfolgen kam (z.B. „Spinn I“ `83, „Du Depp“ und „Lang scho nimmer g'sehn“ `85).
Hair Das clever vermarktete Broadway- Musical ging nach seiner Uraufführung 1968 um die Welt. Angenehm schockierend wirkte damals dieses Hippie-Lebensgefühl mit nackten Oberkörpern, langen Haaren, Orgien- und Marihuana-Liedern. 1979 als Anti-Vietnam-Opus von Milos Forman verfilmt.
Haley, Bill konnte als korrekter weißer Rock`n'Roll-Sänger der ersten Stunde („Rock around the Clock“, „Shake, rattle and roll“) Elvis Presley in keinster Weise das Wasser reichen, war aber bis zu seinem Tod 1981 populär.
Halford, (Rob) Nach Fight mit Nine Inch Nails-Chef Trent Rentznor als „Two“ moderner unterwegs in Richtung Elektronik. 2000 nach Mißerfolg wieder bei seinen Heavy-Metal-Wurzeln.
Hall & Oates Die weißen Amerikaner hatten mit zeitgemäßem Synthesizer-verwässertem Soul in den 70ern und 80ern einige Hits wie „Maneater“, „Family Man“ und „Out of Touch“.
Hallyday, Jonny Der 1943 in Paris geborene Sänger und Entertainer orientiert sich, in Frankreich äußerst erfolgreich, an seinem Vorbild Elvis Presley.
Hammer, Jan Sohn tschechischer Musiker, Anfang der 70er Mitglied John McLaughlins „Mahavishnu Orchestras“ und danach am Keyboard adäquater Partner Jeff Becks, bevor er mit reinen Synthesizer-Kompositionen Mitte der 80er vor allem für amerikanische Fernsehserien („Miami Vice“) richtiges Geld verdiente.
Hammill, Peter Der britische Sänger und Gitarrist (ehemals Van der Graaf Generator ) trägt mit sonorer tiefer Stimme in nur scheinbar minimalistischen Songs seine meist depressiven Texte vor. Obwohl seit 1972 bis heute wohl auskomponiert und beständig, wenig erfolgreich.
Hammond, Albert (v, g) Solokarriere in den 70ern mit „It Never rains in Southern California“, „Free Electric Band“, „I`m a Train“ und ähnlich simpel-effektvollen Songs; daher auch stets Autor unzähliger Top- Hits für u.a. Leo Sayer, The Hollies, Tina Turner, Joe Cocker ; Texte oft von Mick Hazelwood.
Hammond, John setzt in den 90ern gekonnt die Tradition des Country-Blues im Stil von Robert Johnson, Son House und Fred McDowell fort.
Hampton, Lionel Flotter Vibraphonist vor allem des amerikanischen Swing. Er startete in den 30ern und ist Mitte der 90er noch aktiv.
Hancock, Herbie, der nach seiner Anerkennung bei Miles Davis 1969 kommerziell mit funkiger Fusion sehr erfolgreich war („Watermelon Man“ auf dem Bestselleralbum „Head Hunters“, 1974), leistet sich nur noch gelegentlich pianistische Ausflüge in den Jazz (z.B. im Duo mit Chick Corea ).
Hannson, Bo Der Skandinavier hatte mit „Lord of the Rings“ (ein einfach gestricktes Synthesizer- Konzeptalbum nach dem Buch von J.R.R. Tolkien) 1972 seinen einzigen Erfolg.
Hanoi Rocks Schwedische Hardrock band, ähnlich Mötley Crüe, mit schrillem Outfit in den 80ern.
Hanrahan, Kip konnte ab Mitte der 80er moderne Jazzer und sonstige Freunde ( Jack Bruce ) zu ausgefallenen avantgardistischen Klanggebilden verleiten.
Happening Öffentliche Veranstaltung, die nicht nur Musik, sondern auch das Publikum, Video-Animationen, Computereffekte und andere künstlerische Tätigkeiten umfassen kann.
Happy Mondays Wichtige Band des Manchester Rave („Kinky Afro“, „Wrote for Luck“ 1990).
Hard Bop Bebop.
Hardcore bezeichnet den „harten Kern“ einer Musikrichtung, also eine meist schnelle pure Variante ohne Einflüsse aus anderen Richtungen. Im Hardcore Rap also aggressiver Sprechgesang mit sparsamer, umso härterer Rhythmusbegleitung, im Hardcore- Techno knallharte superschnelle Beats mit scharfen Synthieklängen. Besonders verbreitet ist der Begriff im Punk : extrem schnelle, aus den einfachen Gitarren-Akkorden des Punk hervorgegangene Spielweise mit politischen Texten ( Cro Mags ). Hardcore/ Heavy-Metal /Rap-Mischungen werden zur Zeit auch gerne als „Hardcore“ etikettiert ( Biohazard, Rage against the Machine ; s.a. Crossover ); Grind-Core.
Hardin & York 1968 aus der Spencer Davis Group hervorgegangen (Eddie Hardin, Orgel / Pete York, Schlagzeug). Jazziger Rock-Sound („Smallest Big Band of the World“), 1972 schon wieder Schluß.
Hardin, Tim Der sensible, von persönlichen Krisen stets bedrängte amerikanische Folk sänger war vor allem als Songschreiber (u.a. für Rod Stewart ) erfolgreich; 1980 Herointod.
Hardrock Aus dem Rock`n'Roll entwickelte, schnörkellose, oft stampfende ( Blues ) Spielweise mit typisch lauter, verzerrter Gitarre als Sound-prägendem Merkmal ( Riff ); von The Who bis AC/DC. Mit Keyboards, glatten Gesangsharmonien ab Mitte der 70er auch als Mainstream-Hardrock. Eine Weiterentwicklung ist der Heavy-Metal.
Hargrove, Linda Amerikanische Country sängerin der 70er.
Harley, Steve & Cockney Rebel hatte 1973, noch als „Cockney Rebel“ gestartet, mit Glamour-Rock und gefühlvoller Stimme einige Hits, ab 1978 solo. Wurde als große Hoffnung gehandelt, schaffte aber nie den Durchbruch. Leihsänger u.a. für Alan Parsons Project.
Harmonie Der Zusammenklang mehrerer Töne zu einem Akkord. Da unser Notensystem schon sehr alt ist, sind „erlaubte“ und „unerlaubte“ harmonische Abfolgen, Kombinationen und Abweichungen in der Musik(-Wissenschaft) bis ins hinterletzte ausgereizt.
Harper, Roy Britischer Folk sänger (erste LP 1967); war mit eindringlicher Stimme und poetischen Texten in den „Flower-Power“-70ern angesagt. Er sang 1975 Pink Floyds „Have a Cigar“.
Harpers Bizarre 1963 aus Kalifornien waren mit Sunshine-Pop bis 1970 unterwegs (1967 größter Hit „The 59th Bridge Song“ von Simon & Garfunkel ). Ted Templeman ist seither erfolgreicher Produzent.
Harris, Emmylou Seit Ende der 60er veröffentlicht die Sängerin aus Alabama mit der zarten hohen Stimme und oft gefühlsbetonten Texten Alben, die meistens gekonnt zwischen Country und sanftem Rock liegen.
Harrison, George Gitarrist bei den Beatles. Solo mit meist sehr einfacher Musik; Mitglied bei den Traveling Wilburys ; 2001 an Krebs gestorben.
Hart, Mickey (d, perc) Eigene Ethno-orientierte Projekte während seiner Zeit bei Grateful Dead, danach (1996) sogar Dancefloor-angehaucht.
Hartford, John Amerikanischer Banjo- und Fiddlespieler, der seit den 60ern in Country, Bluegrass und Jazz unterwegs ist.
Hartley, Keef (Band ) 1968 -`73 ein Versuch um den britischen Ex- Mayall-Schlagzeuger zwischen Blues-Rock und Big-Band-Sound.
Sensational Alex Harvey Band, The um den in Glasgow geborenen Sänger Alex Harvey (gest. 1982). Zwischen Hardrock und Psychedelik mit einer aufwendig-bizarren Bühnenshow und einigen Hits („Faith Healer“).
Harvey, P. J. Typische Vertreterin der inzwischen industriell gesteuerten Underground-Bewegung, die in den 90ern versucht, schönen klaren Gesang etwas schräg mit heftigen Gitarren zu verpacken und zu vermarkten ( Image ); ein nennenswerter Hit wurde dennoch nur der konventionelle Schmachtfetzen „Angel“.
Hasselhoff, David Der durch amerikanische Fernsehserien wie „Knight Rider“ und „Baywatch“ bekannte Schauspieler versucht sich seit Anfang der 80er (Bierzelt-kompatibel produziert von Jack White ) als Sänger zwischen Rock-Plattheiten und Schmalzpop. Er schneidet stimmlich (tiefe Lage) gegenüber manchen Schauspielerkollegen nicht so schlecht ab und hat vor allem in Europa auch Erfolg.
Hattler, Hellmut Bassist bei Kraan, Tab Two und solo.
Havens, Richie In New York geborener, einfacher schwarzer Folk-Sänger und Gitarrist; hatte mit „Freedom“ in Woodstock 1969 seinen größten Erfolg; tingelt immer noch.
Hawkins, Coleman Neben Lester Young der Urvater des (Tenor-)Saxophons im Jazz schlechthin. Von den 20ern bis in die 50er von vorbildlicher Stilsicherheit und außerordentlichem Können.
Hawkins, Ronny Amerikanischer Rock`n'Roll-Sänger; 1960 größter Hit mit „Mary Lou“.
Hawkins, Screaming Jay gehört zu den skurrilsten und interessantesten Erscheinungen des amerikanischen Blues ; eine Stimme wie eine Kettensäge und eine Bühnenshow, die beginnt, wenn er aus einem Sarg steigt („Put a Spell on You“ wurde unzählige Male ge- covert ).
Hawkwind, 1969 in London gegründet, verbanden Zwei-Akkord-Stücke mit harten Rock-Gitarren, sphärisch/experimentellen Keyboard-Einlagen und Science-Fiction-Texten in psychedelischen Bühnen- und Licht-Shows. In den frühen 70ern Erfolge in England („Silver Machine“); 1977 Auflösung nach Besetzungswechseln und schlechten Platten; ab 1979 wieder mit ihrem einzigartigen Sound unterwegs.
Hayes, Isaac Songwriter und Produzent aus Amerika, der 1971 mit der funk igen Filmmusik zu „Shaft“ den Durchbruch erzielte und auch später mit einer Mischung aus Funk und Disco erfolgreich war.
Hayward, Justin Der Keyboarder der Moody Blues versuchte sich ab 1977 auf Solo-Platten vergeblich in Fusion, Blues etc..
Haza, Ofra Israelische Pop-Sängerin, die von jüdischer Jemenite-Tradition kommend, ganz leicht Ethno angehaucht 1988 einen Hit erzielte: „Im Nin' Alu“; 1992 als Gastsängerin bei den Sisters of Mercy („Temple of Love“). 2000 gestorben.
Hazelwood, Mick textete vor allem für Albert Hammond.
Head East In den 80ern war ihr konventioneller Hardrock-Titel „If You knew me Better“ ein Discotheken Hit.
Head, Murray Der britische Schauspieler, Sänger und Komponist veröffentlichte 1972 seine erste LP, wurde als Judas in „Jesus Christ Superstar“ ( A. Lloyd Webber ) mit nasaler, unterkühlter Stimme bekannt, komponierte für namhafte Kollegen und hatte seinen größten Hit mit dem „Chess“- Musical-Titel „One Night in Bankok“ ( ABBA ).
Head Pins Kanadischer Mainstream- Hardrock der 80er.
Healy, Jeff Blinder amerikanischer Blues- und Hardrock-Gitarrist ab Mitte der 80er mit ordentlichem Material und eigenartiger (Slide-)Spielweise. &dagger 2008, 41-jährig.
Heart In Seattle Anfang der 70er gegründete Hardrock-Band um die Sängerin Annie Wilson und ihre Schwester Nancy; konnten mit immer seichterem Mainstream Mitte der 80er Erfolg verbuchen.
Heartbreakers Vom Ex-New York-Dolls-Gitarrist Jonny Thunders Mitte der 70er gegründete, sehr frühe amerikanische Punk-Band, die u.a. mit den Sex Pistols auf Tour waren (nicht zu verwechseln mit Tom Pettys Hausband).
Heaven 17, 1981 in Sheffield gegründet, verbanden elektronischen Pop mit Soul- und Funk-Elementen: bombastischer emotionsloser Chorgesang in griffigen und dennoch blutleeren Songs (1982 „Temptation“, 1988 „The Ballad of Go, Go Brown“).
Heaven Ein einziges rumpelndes, bläsersattes Funk-Album (1971) aus Amerika.
Heavy-Metal Der Begriff setzte sich bei Journalisten in den 70ern durch, weil die ohnehin verzerrten Gitarren des Hardrock bei Bands wie Black Sabbath oder später Judas Priest einen donnernden massiven Soundteppich ergaben, der an heißes zähfließendes Metall denken ließ. Leider nahmen die Kritiker dieses „Lava-Sounds“ bis Mitte der 80er oft nur die mißverständliche Image-Seite wahr: vermeintlich sexistisches Gebaren oder gewaltverherrlichende Texte und Motorrad-Rocker-haftes Auftreten in enorm lauten Konzerten täuschen darüber hinweg, welches auch musikalisch differenzierte Potential in dieser Musik oft steckt. In Melodieführung und Arrangement erheblich an europäischer Musiktradition orientiert, tritt der Blues in den Hintergrund. Speziell über den Thrash-Metal ( Metallica ) haben sich zahlreiche Strömungen ergeben ( Death-Metal ).
Heckstall-Smith, Dick Jazz-angehauchter britischer Saxophonist, u.a. bei Colosseum, der bei verhaltenem Können auf der Bühne bis in die 90er durch gelegentlich gleichzeitiges Spielen zweier Blasinstrumente auffällt.
Hellacopters Vom Schlagzeuger der schwedischen Death-Metal Band Entombed gegründete TNWOSAR-Band in der er singt und Gitarre spielt.
Heller, André Vor allem in den 70ern hatte der österreichische Poet mit undurchsichtiger melancholischer und fast gesprochener Lyrik in leisen Liedern seine größten Erfolge.
Hellhammer Black-Metal-Vorgänger der Celtic Frost.
Helloween Zu Beginn der 80er als Speed-Metal-Band ( Thrash-Metal ) in Hamburg gegründet; anfangs dominiert vom melodiösen hohen und kreischenden Gesang des Gitarristen Kai Hansen, ging es mit Sänger Michael Kiske gesanglich in Richtung Queensryche und etwas langsamer zu. Nach Schwierigkeiten mit der Plattenfirma verließ Hansen die Band (zu Gamma Ray ), und mißverstandene Experimente der frühen 90er (Saxophon-Einsätze) verhinderten das großangelegte Comeback. Nach dem Rausschmiß von Kiske und der Verpflichtung des Ex- Pink Cream 69-Sängers Andy Derris befahren Helloween jetzt wieder die gemäßigte Heavy-Metal-Schiene.
Helmet Eigentümlich abgehackte Gitarren- Riffs, dem Schlagzeug- Beat gegenläufig, garniert mit emotionslosem oder aggressiv herausgebrülltem Gesang; Hardcore- Punk / Heavy-Metal-Band aus Amerika, in den 90ern.
Henderson, Fletcher Mit seiner 1923 gegündeten Band, genialen Arrangements und Kompositionen und hervorragenden Solisten der „Erfinder“ der Big Band ( Swing ), der als Schwarzer erst bei Goodman anerkannt wurde und dem der verdiente Ruhm im Jazz somit versagt blieb.
Hendrix, Jimi wurde 1966 in London zum Superstar aufgebaut. Seine exzentrische Spielweise ließ den Zuhören den Mund offenstehen (nicht nur sein gekonnter Umgang mit Feedback war neu - er spielte auch mit der Zunge oder auf einer brennenden Gitarre), und die Welt war, auch in seiner Heimat Amerika, nicht mehr wie zuvor. Daß er ausgezeichnet improvisierte und musikalisch ausgefallen dachte, war nach seinem bis zum Erbrechen ausgeschlachteten Tod (in London 1970) fast schon Nebensache. („Electric Ladyland“ als Studio- und „Monterey International Popfestival“ als Live-Beispiel.)
Henley, Don (d, v) rockte einigermaßen erfolgreich nach der Auflösung der Eagles im Mainstream („Dirty Laundry“ 1982, „The Boys of Summer“ 1985).
Hensley, Ken Melodiesicherer Keyboarder von Uriah Heep, der solo ab 1973 Mainstream-Pfade beschritt.
Herd, The Rockband um Peter Frampton Ende der 60er.
Hermans Hermits (1964 -`69 aus Manchester) landete mit oft belächeltem Brave-Buben-Image und eingängigen Pop-Songs („I`m into Something Good“) etliche Hits- ihren größten 1967: „No Milk Today“.
Hernandez, Patrick lebte in den 70ern einzig von seinem Disco-Mega hit „Born to be Alive“.
Heroes de Silencio Spanische Band zwischen Underground-Anleihen und Hardrock. Mit pathetischem Knödelgesang und spanischen Texten einziger Hit europaweit mit „Entre dos Tierras“ Anfang der 90er.
Heron, Mike Schottischer Multiinstrumentalist, Mitglied der Incredible String Band ; Solo- Folk-LPs in den 70ern.
HI-NRG (High Energy) ist der Nachfolger des Disco im Untergrund der 80er. Elektronische, völlig abwechslungslose schnelle Beats und minimale synthetische Sounds klangen so künstlich, daß die hinzugemischten Soul gesänge umso sehnsuchtsvoller wirkten („Shoot your Shot“ von Divine).
Hiatt, John Amerikanischer Gitarrist aus dem Ry Cooder-Umfeld, der mit einfachem, geraden Rock Mitte der Siebziger begann und nach einer Drogenkrise 1987 („Bring the Family“) noch einmal konzentriert zu Werke geht.
Hillage, Steve Der Londoner Ex- Gong-Musiker veröffentlichte 1975 seine erste Solo-LP mit wabernden Keyboard-Klängen und langer, virtuoser Gitarrenarbeit; 1983 auch Produzent ( Simple Minds ).
Hine, Rupert Produzent z.B. für Tina Turners „Private Dancer“ oder Fixx ; als Keyboarder oder Sänger bei Camel (1973), Chris de Burgh und „Quantum Jump“.
Hip Hop Mitte der 70er in amerikanischen Ghettos entstandene Musikform, in der auf zwei (später mehr) Plattenspielern Breakbeats (wuchtig und etwas schleppend) aneinandergereiht und durch Scratching oder beliebige andere Musikpassagen garniert werden (hier ist die Auswahl der verwendeten Vinylschallplatten natürlich von besonderer Bedeutung); Grandmaster Flash. War der Rap sehr schnell Bestandteil des Hip Hop, kamen jede Menge Elektronik (z.B. synthetisches Schlagwerk) Anfang der 80er mit den ersten Plattenveröffentlichungen hinzu. Mitte der 80er wurde mit Samples auch z.B. Rock integriert ( Beastie Boys ) und die ungehemmte Ausschlachtung sämtlicher Musikstile wurde Programm. Die frühe Partyorientierte Schule („Old School“) wurde durch das massive Vordrängen der Rapper zu einer aggressiven, sozialkritischen „New School“.
Hippie Ab Mitte der 60er Bezeichnung für chaotische anarchische Langhaarige mit friedlicher „Flower-Power“-Naivität, zuerst an der amerikanischen Westküste.
Hipsway In den 80ern kleinerer Hit mit der typischen Dance-Pop-Nummer „The Honeythief“.
Hirsch, Ludwig Der Österreicher mit düsterer Sprechstimme hat seit Mitte der 70er eine Vorliebe für makabere und dunkle Lieder, die entweder elegisch („I lieg am Ruckn“ `78) oder flott und tanzbar einherkommen („Das Geburtstagsgeschenk“ `79).
Hit Kommerziell erfolgreiches Musikstück. Aufgrund des Zwangs zu Kürze und unmittelbarer Eingänglichkeit ist er eher auf primitive Effekte angewiesen, als auf musikalischen Gehalt. Dennoch entscheidet oft nur ein Hit-Erfolg oder -Mißerfolg wegen des hohen Kostendrucks in der Industrie über das Schicksal eines Künstlers/einer Band.
Hives, The Schwedische Punk-Band seit 1993 mit 60er-Jahre Schepper-Sound; ab 2000 sehr gut im Geschäft (Soundtrack-Hit: „I Hate to Say that I´ve Told You so“), 2004 neue Platte (Hit: „Walk Idiot Walk“).
Hocculta Die italienischen Scorpions in den 80ern.
Hodgson, Rodger Sänger mit hoher weinerlicher Stimme und Gitarrist der Supertramp. Nach seinem Ausstieg 1983 solo poppiger und bei weitem nicht so erfolgreich.
Hoelderlin Sanfte und romantische deutsche Rockband der 70er mit einigem Erfolg, in bescheidenem Maße sogar international.
Hole Ende der 80er entstandene amerikanische Gitarren- Alternative-Band. Sängerin Courtney Love machte vor allem als Frau und Witwe von Nirvanas Kurt Cobain von sich reden. Die Band spielte bis 2002 von sanft-akustisch bis brutal-verzerrt und wird von den eingängigen Melodien und dem oft hysterischen Geschrei der Sängerin bestimmt.
Holiday, Billie (1915 -1959). Rhythmisch autonome Jazz-Sängerin mit unerreicht eigenwilligem Timbre.
Hollies, The 1962 in Manchester gegründete Beat-Band mit bravem, von perfekt arrangiertem Chorgesang dominierten Pop-Sound; hatten in den 60ern zahlreiche Hits. 1972 Auflösung; 1974 Comeback mit ihrem größten Hit „The Air that I breathe“.
Holly, Buddy Sänger und Songwriter aus Texas, mit biederem Aussehen ein Kontrast zu den anderen Rock`n'Roll-Stars seiner Zeit; bis zu seinem Tod 1959 zahlreiche Hits, z.B. „Peggy Sue“ oder „Oh Boy!“.
Holmes, Rupert Langsamer Pop aus Amerika Mitte der 80er („Pinacolada“).
Holocaust Schleppender, düsterer Heavy-Metal seit den 80ern („The Small Hours“).
Holt, John Einer der ganz Großen des Lovers- Reggae, seit Anfang der 70er aktiv. Erstklassige Hits wie „Let your Love flow“, „Bend my Love“, „Ghetto Queen“, „I can't stop loving You“ und Cover-Versions von Kris Kristoffersons „Help me make it through the Night“ oder Stevie Wonders „Ain't gonna stand for it“.
Holy Moses Anfang der 80er gegründete, deutsche Thrash-Metal-Gruppe, die sich durch klischeehafte einfallslose Kompositionen und derben Grunzgesang der Sängerin(!) Sabrina Claasen auszeichneten. Versuchten sich, zeitweilig ohne Sabrina, erfolglos als Nachahmer aktueller Trends.
Hooker, Earl Ein Blues gitarrist, der durch seinen einfühlsamen Stil viele Bluesgitarristen in den 50ern und 60ern beeinflußte.
Hooker, John Lee 1917 in Clarksdale, Mississippi geboren, war einer der wenigen Blues er, dem früh der Sprung aus dem Ghetto gelang. Charakteristisch sind sein Stil, auf die Gitarrensaiten zu hämmern, sein Takt-Klopfen mit dem Fuß und seine kräftige Stimme mit bedeutungsvollem Nachdruck. Beim späten, ganz großen Durchbruch ab Ende der 80er („The Healer“) stets von namhaften Rock- und Bluesgrößen unterstützt. 2001 gestorben.
Hooters Eingängiger Pop-Rock, gekonnt mit Folk-Elementen und Instrumenten aufgefrischt; damals in Amerika einzigartig und mit zahlreichen Hits in den 80ern („And we danced“, „All You Zombies“ oder „500 Miles“).
Hootie and the Blowfish Amerikanische Band, die mit bravem, melodiösen Gitarrenrock (wie entschärfte R.E.M. ) Mitte der 90er (LP „Cracked Rearview“) den Durchbruch in den USA schafften.
Hopkins, „Lightning“ Sam Der Meister der akustischen Gitarre und der Improvisation beeinflußte u.a. John Lee Hooker und Jimi Hendrix. Einer der ersten Blues-Stars, mit über 30-jähriger Karriere aus Texas (1982 gestorben).
Hopkins, Nicky Studio-Pianist u.a. für The Who, The Rolling Stones oder John Lennon; Soloplatten mit entsprechend prominenten Gästen ab 1969.
Hopper, Hugh Bassist der Soft Machine von `68 -`73; ange- jazz te Solo-LPs.
Horace, Andy International bisher kaum bekannter Reggae-Sänger in den Sparten Roots und Dancehall, obwohl er regelmäßig seit Anfang der 70er Jahre erstklassige Alben lieferte und Mitte der 90er mit Produktionen der Dance-Floor-Band Massive Attack aufhorchen ließ.
Horn, Trevor Produzent von Frankie goes to Hollywood, ABC, Seal u.a., nachdem er Anfang der 80er das Elektronic-Pop-Duo Buggles aufgelöst und ein kurzes Gastspiel bei Yes gegeben hatte.
Hornsby, Bruce Mitte der 80er zunächst erste Erfolge mit der Begleitband „The Range“ im Pop- Mainstream. 1990 -`92 Mitglied der Grateful Dead, seither anspruchsvollere Plattenprojekte u.a. mit Jazz ern wie Pat Metheny oder Branford Marsalis.
Horny Horns Die Bläser-Sektion der schwarzen Amerikaner Maceo Parker (s), Fred Wesley (trombone) und Pee Wee Ellis (s) begann ihre Karriere bei James Brown und zeichnet dort für funk ig-scharfe Einlagen und einige Hits verantwortlich. Die bis heute gefragten Musiker (von Van Morrison, Bootsy Collins, Material bis zum Hip Hop ) trumpfen auf Soloprojekten mit schweißtreibendem Funk, aber auch reinem Jazz auf. Fred Wesley feierte mit „House Party“ sogar einen internationalen Dancefloor-Hit.
Horslips Irische Band (1972 -`80) mit hartem Rock und Einflüssen aus Psychedelic und irischem Folk.
Horton, Peter siehe Sigi Schwab.
Horton, „Big“ Walter Mundharmonikavirtuose des Blues, der seit 1951 als Begleitmusiker verschiedener Bands Platten einspielte und neben Little Walter und Sonny Boy Williamson II zu den wichtigsten Vertretern seines Instruments gehört.
Hot Chocolate Die britische Band mit Funk und Soul balladen zur etwas gepressten Stimme des Schwarzen Erroll Brown hatte von 1970 -`87 zahlreiche Hits („You Sexy Thing“, `75 oder „You win Again“, `77) bevor Brown die Band verließ. Kurzes Comeback Anfang der 90er („Every 1`s a Winner“).
Hot Tuna 1969 gegründetes Jefferson-Airplane-Nebenprojekt von Jorma Kaukonen (g, v) und Jack Casady (b), stark im Blues verwurzelt (mit Geiger Papa John Creach), später auch etwas heftiger rockend. Seit Ende der 80er wieder zumeist akustisch im Quartett mit Mike Falzarano (g, v) und Pete Sears (k).
Hothouse Flowers Flaue britische Band ab den 80ern mit schwülstigem Pop und gefühlsschwangerem Gesang.
House Von schwarzen DJs in Amerika Mitte der 80er entwickelte Tanzmusik (ähnlich dem Hip Hop, jedoch ohne Rap ), bei der einem Rhythmusfundament aus Funk und Disco entweder dichte Instrumentalpassagen oder Soul gesang hinzugemischt wurden („Deep House“, „Garage House“). Auch in Großbritannien wurden die treibenden Rhythmen schnell stilübergreifend (mit Samplern etc. allerdings wesentlich technikorientierter) zu neuen Songs umgeformt ( Acid House, Techno, 2Step ).
House of Lords Amerikanisches Hardrock-Quintett mit Mainstream der späten 80er.
House, Eddie „Son“ 1902 geborener Blues gitarrist und Sänger aus dem Mississippi-Delta, der mit Bottleneck-Technik ( Slide ) und eindringlicher Stimme viele junge Blueser beeinflußte (1930 „Preaching the Blues“).
Housemartins, The Britischer Gitarren-Pop; mit simplen bis raffinierten, eingängigen Songs in den 80ern erfolgreich („Caravan of Love“). Nachfolgeband: Beautiful South ; Norman Cook ging zu Beats International und Freak Power.
Houston, Whitney Mit perfektem kraftvollen Gesang, eingängig arrangierten Songs und makellosem Aussehen schaffte die amerikanische Schwarze bereits mit ihrer ersten LP 1985 den Sprung zur absoluten Soul-Queen. 1992 Debut als Schauspielerin in „Bodyguard“ und dazugehöriger Hit mit „I will Always love You“ usw. usf. bis zu millionenschweren Drogen-und Image-Katastrophen in den 2000ern.
Howe, Steve Yes-Gitarrist mit verspielt-belangloser Virtuosität auf Soloalben seit `77.
Howling Wolf (Chester Arthur Barnet) Mit Kettensägen-Stimme und „heavy“ Songs ein Paradebeispiel für den Chicago-Blues ; unzählige Hits: z.B. „Spoonful“, „Sitting on the Top of the World“, „Killing Floor“, „Little Red Rooster“ (geschrieben von Willie Dixon ); ge covert von u.a. den Rolling Stones, Steve Winwood, Eric Clapton.
Hubert Kah Die deutsche Band hatte Anfang der 80er im Zuge der Neuen Deutschen Welle mit poppigen Songs zwei große Hits: „Rosemarie“ und „Sternenhimmel“.
Hughes, Glen Später Deep Purple-Sänger/Bassist, dessen Stimmspektrum hohen weinerlich-melodiösen Gesang sowie ein sehr hohes aggressives Kreischen einschließt; startete Anfang der 90er (nach Drogen problemen) diverse Soloprojekte zwischen Blues und Mainstream.
Hull, Alan Ex- Lindisfarne Musiker (v, g, perc, k) mit erster Solo- Folk-LP 1973.
Human League 1977 in Sheffield gegründete Pop-Band, die sich mit karger elektronischer Instrumentierung und weiblichem Chorgesang zwischen New Wave und schmalzigem Pop bewegt (Hit `81: „Being boiled“).
Humble Pie mit Peter Frampton (g, v) von „The Herd“, Steve Marriott (v, g) von den Small Faces, Greg Ridley (b, v) von Spooky Tooth und später für Frampton Clem Clempson (g, v) von Colosseum gaben `69 ihr Debut auf Platte. Was man von solch versierten und inspirierten Musikern erwarten durfte, klappte mit lebendigem und vielgestaltigem Rock (vor allem live ) hervorragend - oft blues ig-getragen von satten Gitarren und Orgel. 1974 war trotzdem Schluß.
Humpe, Annette Sängerin der 80er u.a. bei Ideal, „DÖF“, „Humpe und Humpe“ (zusammen mit ihrer Schwester); als Produzentin in den 90ern u.a. für die Prinzen aktiv.
Humphries, Les (Singers ) Die Hamburger Vokal-Truppe hatte in den 70ern mit Songs zwischen Disco und schlappem Soul einige Hits („Mexico“).
Hunt, Marsha Farbige Amerikanerin, die Ende der 60er ihre Karriere als Musical-Sängerin startete (1969 „Keep the Customer satisfied“).
Hunter, Ian machte nach seinem Ausstieg bei Mott the Hoople 1974 mit blues betontem Hardrock solo weiter. Auch als Produzent (z.B. für Generation X ) unterwegs; mußte krankheitsbedingt immer wieder längere Pausen einlegen.
Hunter, Robert Wichtigster Texter der Grateful Dead (vor allem für Jerry Garcia ); sehr Country-nah solo unterwegs.
Hurt, John Ein Vertreter des Finger-Picking auf der Gitarre, beeinflußt vom Ragtime und der Folk-Bewegung der 60er, die den glänzenden Gitarristen aus dem Mississippi-Delta entdeckte; (1966 gestorben).
Hüsker Dü 1979 in Minneapolis gegründete Hardcore- Punk band, die früh Pop-Melodien und -Harmonien einbaute. Vielseitig und experimentierend gelten sie als Vorreiter der Alternative-Bewegung ( Grunge ); `88 aufgelöst.
Hutto, J. B. Bis in die 60er direkter Nachfolger von Elmore James und Robert Johnson in Gesang und Slide-Technik ähnlich (allerdings elektrisch verstärkt); Hits mit „Things are so Slow“, „Too Late“.
Hype sind aufgeblasene, bedeutungslose Werbesprüche, mit denen die Industrie versucht, Trends zu setzen; s.a. Liner Notes und Image.
Hypnotics Roots-Reggae der 90er aus Prag mit Sänger aus Senegal.
I-Roy Trotz qualitativ ebenbürtiger DJ- Toasting-Kunst stand er im Schatten seiner Kollegen U-Roy, Yellowman und Big Youth, mit denen er sich mittels seiner Texte gerne anlegt; als einziger übrigens in grammatikalisch korrektem Standard-Englisch statt des für europäische Ohren schwerverständlichen jamaikanischen „Padois“-Slangs.
Ice T Farbiger amerikanischer Rap per, der als einer der wichtigsten Vertreter des Genres dem Hip Hop seinen Stempel aufdrückte, indem er als einer der ersten über Gewalt, Verbrechen und Rassismus rappte und somit zu den Begründern der „New School“ gehörte. 1991/`92 startete er das umstrittene (weil musikalisch klischeehafte und textlich infantil-gewalttätige) aber sehr erfolgreiche Heavy-Metal /Rap- Crossover Projekt „Body Count“, wobei er hier teilweise versucht, richtig zu singen.
Icehouse Australische Pop-Band ab 1977, die mit blasiertem Gesang auf Synthesizer- Basis Anfang der 80er außer einem Hit („Hey Little Girl“) nur mäßigen Erfolg hatte.
Ideal Anfang der 80er Rockband der Neuen Deutschen Welle zwischen Punk und etwas Reggae, schrägen Keyboards und dem aggressiven Gesang von Annette Humpe. Trocken auf den Punkt produzierte Hits wie „Blaue Augen“ (ursprünglich von den „Neonbabies“) oder „Monotonie“. Ab 1983 war Annette in diversen Projekten zu hören (u.a. bei „DÖF“, „Humpe & Humpe“).
Idol, Billy Der Ex-Sänger von Generation X ging 1982 nach Amerika und startete mit Gitarrist Steve Stevens eine sehr erfolgreiche Pop/Rock-Karriere. Seine tiefe, ordinäre Stimme und sein comic-haftes Auftreten bestimmen das Image. 1993 kommerzieller Reinfall mit elektronischer LP ohne Stevens.
Ihre Kinder Frühe (1968) deutsche, sehr steife Pop-/Rockband mit den ersten deutschen Texten.
Image Plattenfirmen verpassen ihren Musikern gerne ein werbewirksames, mindestens also auffallendes, oft künstliches Erscheinungsbild: ob extrem brav oder fürchterlich rebellisch ist nur eine Frage der Marketing-Strategen. Als Musterbeispiel lebensfremden Schwachsinns hat Madonna wohl alle denkbaren, teilweise völlig gegensätzlichen Trends durchlaufen. Im Gefolge soll sich der Fan mit irgendwelchen aufgesetzten Attributen identifizieren und vor allem: kaufen. Die unerfahrenen, oft jugendlichen Musiker (und ihre Fans) flüchten, von dieser unechten Rolle überfordert, häufig in eben jenes z.B. drogenkonsumierende, rüpelhafte, sexbesessene Benehmen, das ihnen zuvor angedichtet wurde und schon unzählige Idole vor ihnen „auszeichnete“. Musiker, die dieser Politik durch Kollaps ( Jimi Hendrix, Jim Morrison von den Doors ) oder Selbstmord (Kurt Cobain bei Nirvana ) erliegen, lassen sich in musikalischer oder anekdotischer Übertreibung grenzenlos ausschlachten, da sie sich nicht mehr wehren können. Nichts ist zu blöd für einen neuen Trend!
Impressions 1957 gegründete, amerikanische farbige Soul-Gesangsgruppe um Curtis Mayfield ; einige Hits in den 60ern (`83 kurze Reunion).
Improvisation Eine aus dem Stehgreif erfundene Interpretation der gerade gespielten Musik, über deren Zusammenhänge allerdings große Vorkenntnisse nötig sein dürften, um derart „spontan“ reagieren zu können. Vor allem in der Rock-Musik ist eine „Improvisation“ wegen dieser Schwierigkeiten schlicht ein auskomponiertes Solo.
Inchtabokatables Berliner Band der 90er zwischen Punk und irischer Folklore.
Incredible String Band 1965 aus Glasgow. Folklore in mystischer psychedelischer Mischung (mit unzähligen Instrumenten, anfangs ohne Schlagzeug); nach ständigen Besetzungs- und Stilwechseln 1974 aufgelöst.
Independent / Indie (unabhängig) Kleine unabhängige Plattenfirmen unterstützten oft experimentelle Bands, die im Gegensatz zum Mainstream fast immer etwas schräg klingen und häufig verschiedenste Musikstile uminterpretieren. Von Punk und New Wave bis Grunge und EBM umspannt der Begriff jede eher ungewöhnliche Musik, solange ihre Verbreitung gering bleibt. Ob die Plattenfirma „independent“ ist, weil sie es einfach nicht schafft, Hits zu produzieren, oder ob sie gerne und freiwillig die Vorauswahl für die große Industrie leistet, ist oft nicht ganz klar. Alternative und Underground sind da ähnlich.
Industrial Inspiriert von Klang und Rhythmik industrieller Maschinen wurde auf Metallschrott und mit Heimwerkergeräten Musik gemacht ( Einstürzende Neubauten ), mit Samples und Synthesizern realisiert ( Throbbing Grisle ) oder mit Heavy-Metal versetzt ( Ministry in den 90ern); s.a. EBM, Techno.
Ink Spots, The Farbige amerikanische Gesangsgruppe der 30er und 40er; zu ihrer Zeit erfolgreich mit Pop-Songs ( Gospel-beeinflußte Schmuse-Balladen).
Inner Circle Jamaikanische Reggae-Band der kommerzielleren Richtung. Spielten Ende der 70er Jahre mit dem begabten und populären Leadsänger Jacob Miller lokale Erfolge ein. Nach seinem Tod 1980 sind die Songs der Band inzwischen auch international erfolgreich (1993 Mega-Hit mit „Sweat / A-la-la-la-la-long“).
Inspiral Carpets Wichtige Vertreter des Manchester Rave („She comes in the Fall“, 1990).
Invisible Limits, The Invisible Limits gibt es seit 1985, deutscher Elektronik-Tanzpop, Marion Küchenmeister mit hellem, klarem Gesang („Golden Dreams“). 1986 trennte sich der Keyboarder von der Band und eröffnet die in Richtung Dark Wave gehenden The Invincible Spirit („Push“).
INXS Australische Band, 1979 gegründet. Zwischen harten Rock-Gitarren und tanzbaren Rhythmen blitzten musikalische Einfälle („Suicide Blonde“). Nach dem Tod des Frauenlieblings und Sängers Michael Hutchence 1997 aufgelöst und 2002 mit neuem Sänger reformiert..
Iommi, Tony Meisterhaffte Gitarren- Riffs und „erzählende“ Soli des ehemaligen Black Sabbath-Gitarristen ab 2000 auch solo mit seinen „Enkeln“ aus der Grunge- und Metal-Szene.
Irie, Tippa sorgte mit erfrischender Stimme und gelungenen Songs Ende der 80er Anfang der 90er Jahre für frischen Wind in der englischen Reggae- und Toaster-Liga.
Iron Butterfly 1966 in Detroit gegründet hatten mit psychedelisch angehauchtem, keyboardlastigem Sound und harten Gitarren in Richtung Hardrock vor allem durch „Inn-A-Gadda-Da-Vida“ (1968) Erfolg; 1971 aufgelöst.
Iron Maiden Polternde, oft sehr schnelle Schlagzeugbeats, der melodiös-kraftvolle Gesang von Bruce Dickinson (bis `94 und ab 2000), bombastischer Chorgesang, eingängige Refrains und vor allem die charakteristischen zweistimmigen Gitarrenläufe machten die 1978 gegründete Heavy-Metal-Band („ New Wave of British Heavy-Metal“) vor allem in den 80ern immens erfolgreich. Eine kompakte Horror-Bühnenshow um das gezeichnete Monster „Eddie“ (stets auf den Covern abgebildet) runden das 2000 wiederformierte Gesamtkunstwerk ab.
Isaacs, Gregory Der faszinierende Reggae-Sänger mit sanft-klagender Stimme, eingängig-subtilen Melodien und unerreicht sinnlicher Coolness startete 1973 international mit „Love Overdue“. Weitere Höhepunkte: „Soon Forward“, „Lonely Lover“, „My Number One“. Ab 1976 selbstproduzierte Klassiker wie „Night Nurse“, gefolgt von einer rasanten Schaffensphase Mitte der 80er (zeitweise zwei Alben pro Monat!). Selbst im Ragga-Muffin noch erfolgreich („Rumours“ 1988); durch Kokainmißbrauch in den 90ern stark nachlassend.
Isaak, Chris Der kalifornische Sänger orientiert sich optisch an Vorbildern des Rock`n'Roll und schmalzt Country und Balladen mit sanfter Stimme ab 1985 („Wicked Game“ aus der Filmmusik „Wild at Heart“).
Isley Brothers, The Die drei Brüder aus Ohio hatten mit Gospel-beeinflußtem Rhythm & Blues ab Ende der 50er Hits wie „Shout“ oder „Twist and shout“ und waren noch in den 80ern erfolgreich, bis `86 einer der Brüder starb.
Israel Vibration Die Stimmen der drei körperbehinderten, sich nur mit Krücken fortbewegenden jamaikanischen Sänger sind das Geld wert - sowohl live als auch auf Platte: Roots-Reggae par excellence!
It`s a Beautiful Day Sonnenschein- Folk-Musik der amerikanischen Westküste (Gesang von Pattie Santos und David LaFlamme, der auch Geige spielt und Solo-LPs aufnahm) Anfang der 70er; schwebend und makellos sagen die Einen - total langweilig die Anderen.
Jacks, Terry hatte 1974 einen weltweiten Hit mit der Schmacht-Tragödie „Seasons in the Sun“ (von Jaques Brel).
Jackson Five siehe The Jacksons.
Jackson, Janet Die kleine Schwester Michael Jacksons, die etwas weiblicher klingt und nur wenig anders aussieht, bewegt sich ab den 80ern zwischen Dance floor und Schmalz- Soul (und sogar Hardrock in „Black Cat“).
Jackson, Jermaine Mitglied der Jacksons und ab 1972 auch solo. Mitte der 80er Hit („When the Rain begins to fall“) zusammen mit Pia Zadora in tanzbarem Synthie-Pop.
Jackson, Joe Der englische Komponist, Sänger und Pianist mit dem Charme eines Buchhalters und bemühter, gepreßter Stimme entstammt mit aufdringlichen Pop-Harmonien hörbar der New Wave-Bewegung (erste LP 1979), lehnt eine Einordnung allerdings zurecht ab, da er es durchgängig versteht, seine Musik durch Swing-, Ethno- und Latin-Anleihen oder symphonische Ausflüge stilsicher und kompetent produziert an neue Klangwelten anzunähern: solides musikalisches Handwerk, das aber bis 2000 blaß und blässer wurde.
Jackson, La Toya aus der Jackson-Familie, mußte mehr schlecht als recht natürlich auch Platten aufnehmen.
Jackson, Mahalia (1911 -`72) machte den Gospel populär und ist somit auch Vorbild für Interpreten des Soul.
Jackson, Michael Der Kinderstar der Jackson Five setzte 1979 mit „Off the Wall“ und 1982 mit „Thriller“ (wie auch „Bad“ 1987 von Quincy Jones hervorragend produziert) unter Zuhilfenahme perfekt gestylter Videos kommerzielle Maßstäbe („Thriller“ mit den Hits „Billie Jean“ und „Beat it“ wurde über 40 Millionen mal verkauft). Der explosive Dance floor-Rock lebt von vielschichtigen elektronischen Tricks, die seinen im Grunde genial einfachen Titeln die nötige Tiefe verleihen. Sein oft weinerliches Disco- Falsett kann schlagartig in gepreßt-aggressive Töne umschlagen oder hymnenhaft schwelgen. Zuletzt verstärkt auf ein Kinder-Publikum zielend, verstrickte sich der immer weißer werdende Multimillionär (übrigens ein hervorragender Tänzer) in peinlich-pubertäre Eskapaden, wobei nie ganz klar wird, ob er jetzt endgültig spinnt oder nur seine Plattenumsätze ankurbeln möchte.
Jackson, Millie In den 70ern erfolgreiche, amerikanische Soul-Sängerin mit kraftvoll-aggressiver Stimme; 1985 Duett mit Elton John „Act of War“.
Jackson, Wanda Amerikanische Rock`n'Roll-Sängerin, bekannt geworden durch das quäkende „Let`s have a Party“ (60er).
Jacksons, The (Zuerst: „The Jackson Five“) Von Diana Ross für Motown entdeckt, waren „die“ Soul- und Tanz-Unterhaltungs-Familie für schwarze Amerikaner in den 70ern. Der klug geplante kommerzielle Erfolg durch perfekte Abstimmung von Gesang, Superstar-Show, Sound und Rhythmus führte folgerichtig zu Solokarrieren der Brüder ( Jermaine Jackson, Michael Jackson ), denen auch die Schwestern nicht nachstehen wollten ( Janet Jackson, La Toya Jackson ).
Jade Amerikanisches Mädchen-Trio mit Dance- Soul („Don't walk Away“ 1993).
Jade Warrior Ruhige britische Rock-Band, die schon 1971 -`78 fernöstliche und afrikanische Folklore einband.
Jagger, Mick Immer noch erstaunlich verärgert klingender Sänger der Rolling Stones, der ab 80ern auch solistisch in verschiedenen Rock-Stilen hervortrat („She`s the Boss“).
Jah Shaka Mischpult-Könner des Roots Reggae und Dub der 90er ohne den großen Durchbruch.
Jam, The 1974 vom Sänger/Komponisten/Gitarristen Paul Weller gegründet, oft zu Unrecht dem Punk zugerechnet. Eher eine Gitarren-Rock-Band mit Wurzeln in den 60ern; textlich sozialkritisch. 1982 gründete Weller Style Council.
James, Bob Keyboarder, Komponist und seit den 70ern Produzent für Soul von u.a. Dionne Warwick und vor allem poppig leichten „ Jazz “ von Groover Washington und Konsorten.
James, Elmore war der „Master of the Slide-Guitar“ und mit eindringlicher Stimme und seinem kraftvollen Spiel einer der Urväter des modernen City-Blues, der bis heute Generationen von Musikern beeinflußt. Mit Robert Johnsons „Dust in my Broom“ leitete er die „ Heavy-Metal-ära“ des Blues ein (sehr harter Blues). 1963 gestorben.
James, Etta Gewaltige farbige „Queen of Soul “ mit ersten Erfolgen in den 60ern und nach persönlicher Krise auch wieder ab den späten 70ern, jedoch mit sehr langen Pausen zwischen den Alben.
James Gang Hardrock ab 1966 aus Ohio mit Star-Gitarrist Joe Walsh ; später mit Tommy Bolin etwas soul iger; 1976 aufgelöst.
James, Nehemia „Skip“ (1902 -`69). Seine hohe Stimme und der ungewöhnliche Klang seiner akustischen Blues-Gitarre machten ihn zum Lehrmeister vieler junger Bands und Rockgitarristen („Superfreak“).
James, Rick Ende der 70er bis Mitte der 80er war der farbige amerikanische Sänger ein Funk-Star. Neben diversen Drogen- und Sexualdelikten in letzter Zeit nur als Produzent des schlapp intonierenden Schauspielers Eddie Murphy auffällig.
James, Tommy & the Shondelles Die Amerikaner hatten ab 1966 mit Happy-Pop wie „Hanky Panky“ oder „Crimson and Clover“, einige Hits.
Jamiroquai Um den Sänger „Jay Kay“ wandte sich die britische 90er-Band den 70ern zu. Die Instrumentierung (z.B. E-Piano, Schlagzeug) erinnern an Fusion, der treibende Baß, quäkende Gitarren und Synthesizer ebenso wie die oft heftige Falsett-Stimme an Funk („Emergency on Planet Earth“). 1996 sind trendgerecht Breakbeats angesagt.
Jan & Dean Mit eingängigem Happy-Pop (Surfen, Sonnenschein) und Songs von Brian Wilson Vorläufer der Beach Boys.
Jane 1971 mit einfachem Rock noch etwas überfordert, verhalfen zunehmende Synthesizer-Sphärenklänge und nicht ganz verstandene Heavy-Metal-Riffs den Deutschen ab Mitte der 70er zu einigem Erfolg.
Jansch, Bert Sehr leise-zurückhaltender Gitarrist und Sänger der englischen Folk-Gruppe Pentangle.
Jarre, Jean Michel Synthesizer-Tüftler der mit bis dato ungewohnten Klängen ab 1976 zuerst erfolgreich war und dann immer mehr in der Versenkung verschwand. In Frankreich konnte er mit monumentalen Bühenshows in den 90ern noch für Aufsehen sorgen.
Jarreau, Al Der Schwarzamerikaner feierte seine ersten Triumphe 1975 in Hamburg. In Amerika wurde er erst Jahre später mit guten Verkaufszahlen belohnt, als er seinen höchst trickreichen Gesangsstil mit abrupten Wechseln zwischen erstaunlich hoher und tiefer Lage und kunstvoll geschmeidigen Wendungen zugunsten glatt-gekonnten Souls aufgegeben hatte. Schade um das Stimmwunder.
Jarrett, Keith Jazz-Pianist, der seit den bis heute gigantisch verkauften „Köln-Concerts“ (1975) schwelgerisches Geklimper oder Standard-Interpretationen auf unzählige Platten pressen läßt.
Jazz Musikalisch extrem entwickelte, hauptsächlich non-verbale, improvisation sreiche hohe Schule des musikalischen Könnens mit harmonischen und rhythmischen Feinheiten, die seit der Klassik nicht erreicht werden konnten. Wirklich pop ulär von 1920 -`60 (und heute im Radio zwischen 23.00 und 4.25 Uhr). Aufgrund von Komplexität und gesellschaftlichem Ursprung im schwarzen Amerika zwar bewundert, aber im Rock selten erreicht. Als „jazzig“ gilt heute, wenn mindestens ein Saxophon trötet (wird`s wirklich kompliziert, spricht man fälschlich sofort von „ Free Jazz “).
Jazz-Rock siehe Fusion.
Jazzmatazz Die experimentelle Mischung zwischen Hip Hop und Jazz mit tollen Solisten ergibt eigenständigen Dancefloor der 90er bis heute.
Jeans Team Sparsame Elektro-Popper aus Berlin (2000) mit vereinzelter Hit-Exstase („Keine Melodien“).
Jefferson Airplane Die Sängerin Grace Slick mit ihren mitgebrachten Songs von „Great Society“, Paul Kantner (g, v), Jorma Kaukonen (g, v) und Kollegen hoben 1967 auf ihrer zweiten LP „Surrealistic Pillow“ in der San Franciscoer Szene ab. Die eisige, ungemein mächtige Stimme der Sängerin (neben dem Sänger Marty Balin) und die oft sehr experimentellen und immer höchst komplexen Töne prägten die oft chaotische Gruppe. Im Westcoast-Sound eine der frühesten und wichtigsten des psychedelischen Rock. Nach diversen Umbesetzungen Anfang der 70er umbenannt in Jefferson Starship rissen sich die Musiker zu gekonntem, allerdings wesentlich kommerziellerem Rock zusammen und hatten schlußendlich mit schunkeltauglichen Mitsing-Weichspülern sogar noch Hit-Erfolge („We built this City...“ 1985). Ende der 80er war bei den Starship kein Original-Mitglied mehr an Bord, diese versuchten sich noch einmal als Jefferson Airplane.
Jeffreys, Garland Rhythmusbetonter ( Latin, Reggae ) amerikanischer Pop mit soul igem Gesang; eingängige Hits wie „Matador“ (Ende der 70er) oder „Hail Hail Rock`n'Roll“ (1991).
Jennings, Waylon startete seine Karriere in Amerika Anfang der 60er mit Country-Hits wie „Heartaches by the Number“. Ende der 60er kamen Rock-Einflüsse hinzu, und er gilt seither als einer der wichtigsten Vertreter seines Genres, ohne daß ihn das konservative Flair des Country umwehte. Nebenbei für andere Künstler komponierend (z.B. Billy Joel ), beteiligte er sich an diversen Projekten wie z.B. „Highwaymen“ mit Kris Kristofferson, Willie Nelson und Jonny Cash.
Jeremy Days Deutsche Band zwischen Funk und Pop ab Ende der 80er; Balladen-Hit „She`s my Brandnew Toy“.
Jesus and the Mary Chain Englische Underground-Band ab Mitte der 80er mit äußerst derben Gitarren-Verzerrungen, melodiösem Gesang und Dark Wave-Outfit. Die Band mäßigte sich unter Einsatz von Drum-Computern und akustischen Gitarren.
Jesus Jones Wichtige Band des Manchester Rave („Right Here, Right Now“, 1990).
Jesus Loves You siehe Boy George.
Jethro Tull 1969 im Londoner Hardrock-Umfeld gegründet und stets geprägt von Ian Andersons nasalem Vibrato-Gesang, seiner aggressiven Querflöten-Technik und seinen Folk-beeinflußten Musikideen (ab der zweiten LP ist der Gitarrist Martin Barre das einzig ständige Mitglied). Zur Blüte im Art Rock kam die Band 1971 -`75, mit verschrobenem Image, eigenartiger Lyrik und abwechslungsreichen Kompositionen von teils beachtlicher Komplexität und Länge (z.B. im Konzeptalbum „Thick as a Brick“ 1972, einem 40-Minuten-Gesamtkunstwerk mit dazuerfundenem Skandal und mehrseitigem Zeitungs-Cover). Als sich der einzig musikalisch und im furiosen Bühnengebaren gleichberechtigte Freund Andersons und Bassist Jeffrey Hammond Hammond zurückzog, war Jethro Tull allein mit Ian Anderson gleichzusetzen. Stets virtuos begleitet entfernte er sich anbiedernd mit Elektronik- oder „Heavy-Metal“-Versuchen immer weiter von seinen Wurzeln und mit merklich geschwächter Stimme gelingt es ihm kaum noch (häufig solo), das alte Feuer aufblitzen zu lassen.
Jett, Joan Die amerikanische Sängerin mit der rauchig-kratzigen Stimme hatte 1982 mit der Hitparaden-kompatiblen Hardrock-Nummer „I love Rock`n'Roll“ ihren einzigen größeren Erfolg. ( Runaways ).
Jingle Sekundenkurze Melodie als Erkennungszeichen in Radiosendungen (oft auch mit Text unterlegt).
Jingo de Lunch Deutsche Band zwischen Heavy-Metal und Underground mit weiblichem Gesang, ab Ende der 80er.
Jo Jo Gunne Geradliniger, harter Blues-beeinflußter Rock von Ex- Spirit und Ex-Blue Cheer-Mitgliedern `71 -`74.
Jobson, Eddie spielte (u.a.) bei Curved Air, Jethro Tull, King Crimson, Roxy Music, Zappa Keyboards und manchmal Geige.
Joel, Billy 1949 geborener, amerikanischer Sänger, Songwriter und Pianist. Mit gefühlvollem Songwriting, poetischen Texten und einer kraftvollen, klaren Stimme erspielte er sich schnell einen Platz unter den Top-Verdienern des US-Showgeschäfts (erste LP 1972, vorher bei „Attila“). Zuerst eher im Piano-Gewand, öffnete sich Joel später Einflüssen aus Rhythm & Blues / Soul („Uptown Girl“), Gospel („River of Dreams“) oder kraftvollem Rock („Pressure“) und konnte sich bis in die 90er fernab aller Trends in den Hitlisten halten.
John, Elton ist als Sänger, Songwriter (und Pianist) seit seiner ersten LP 1969 bis heute einer der erfolgreichsten Rock- und Pop-Stars (zusammen mit seinem langjährigen Ideal-Texter Bernie Taupin); anfangs noch mit recht hoher Stimme, einer extremen Rock`n'Roll-beeinflußten Show und trickreichen Kompositionen mit gekonnter Melodie- und Rhythmusführung, Ende der 70er mit kurzem Tief, in den 80ern etwas geglättet und inzwischen in mittlerer klarer Stimmlage, aber immer noch mit Ohrwurm-Kompostionen am laufenden Band. Daß nach so vielen Jahren der Neuigkeitswert beträchtlich nachgelassen hat, ist verständlich. (Hits u.a. „Rocket Man“ und „Crocodile Rock“ in den 70ern, „Nikita“ 1985).
Johnson, Holly Nach der Auflösung 1987 von Frankie Goes to Hollywood machte deren Sänger solo weiter und konnte mit poppigerem Material und Image Hits landen („Americanos“).
Johnson, Jimmy Genialer, international gefragter Blues-Gitarrist und -Sänger der 90er aus Chicago mit frischer Mischung aus Blues, Jazz, Funk und Soul.
Johnson, Linton Kwesi Bekanntester Vertreter der Dub-Poetry. Ursprünglich intellektueller Lyriker und ehemaliger Stadtteil-Bürgermeister in London, der den Reggae als Basis eindringlich für seine politisch und sozial engagierten Slang-Texte verwendet („Inglan is a Bitch“, „Street `66“, „Forces of Victory“, „Making History“). Auch live mit Dennis Bovells Dub-Band ein eindrucksvolles Ereignis.
Johnson, Lonnie Mit souveräner, klarer Gitarrentechnik Vorbild für viele Blues- und Jazz-Gitarristen in den 50ern und 60ern; kreative und abwechslungsreiche Songs.
Johnson, Robert Er war durch seine Ausstrahlung und musikalischen Fähigkeiten die zentrale Figur des Mississippi-Blues und ein Bluesman der Superlative. Seine Stimme und sein rhythmisches Slide-Gitarrenspiel gehören zum besten, was der Blues hervorgebracht hat, und seine Stücke finden sich im Repertoire unzähliger Bands („Dust my Broom“, „Walking Blues“, „Crossroads“, „Hellhound on my Trail“, „All my Love in Vain“). Muddy Waters und Elmore James waren seine Schüler.
Jon & Vangelis siehe Vangelis.
Jones, Grace Die in Jamiaca geborene Sängerin verkaufte mit schrägem Aussehen und extremen Image sowie bizarren Videos ihre tanzbaren Mischungen aus Disco, Funk und Pop („Pull up to the Bumper“, „La Vie en Rose“, „Slave to the Rhythm“); anfangs (1977) noch erfolgreich.
Jones, John Paul Bassist und Keyboarder der Led Zeppelin, Produzent u.a. für die Rolling Stones, R.E.M., The Mission, 2 Soloalben (2001 „The Thunderthief“). Mitarbeit bei Diamanda Galas.
Jones, Quincy Der farbige Amerikaner begann in den 50ern als talentierter Jazz-Trompeter, mutierte enorm seichtelnd und enorm erfolgreich zum kommerziellen Wunderwesen, und trotz wenig Jazz, Funk und Soul kommt manche gediegen produzierte LP gut an. Als Produzent ebenso erfolgreich (u.a. für Michael Jackson ).
Jones, Rickie Lee Die Sängerin aus Amerika mit der zarten Stimme klingt durch superbe Technik und feinsinnige Arrangements trotz eines gewissen Understatements ausgesprochen ausdrucksstark. Anfang der 80er recht erfolgreich, ist es ruhiger um die Songwriterin geworden.
Jones, Tom Der walisische Sänger war in den 60ern neben Elvis Presley einer der erfogreichsten Entertainer. Seine gewaltige Soul-Stimme in Schmacht- und Schmalz-Pop war ebenso wie sein männliches Sex-Appeal hart an der Grenze zum Kitsch, aber sehr erfolgreich („Green Green Grass of Home“, „Delilah“ u.v.m.). Ende der 80er Comeback mit dem Prince-Song „Kiss“, unterstützt von Art of Noise und 2000/01 mit „Sexbomb“ schon wieder erfolgreich.
Jonny & the Hurricanes Witziger Orgel- und Saxophon-betonter Tanz-Rock Ende der 50er/Anfang der 60er aus Ohio („Red River Rock“).
Joplin, Janis Die Sängerin von schier unglaublicher Explosivität wurde an der amerikanischen Westküste schon 1966 -`68 mit „Big Brother and the Holding Company“ berühmt. Die Veröffentlichung ihres zweiten Solo-Albums „Pearl“, 1970, einem Klassiker der Rockgeschichte, erlebte sie aufgrund exzessiven Lebenswandels schon nicht mehr. Mit heiserer Stimme schrie, nuschelte, quietschte und röhrte sie mühelos stilsicher über mehrere Oktaven derart kraftvoll und eindringlich, daß ihr als Gegensatz („Fire & Ice“) nur noch Grace Slick (von Jefferson Airplane ) zur Seite gestellt wurde und sie an Eigenständigkeit bloß mit (der allerdings völlig anders gearteten) Billie Holiday verglichen werden kann. Live bis zur Raserei tobend sang sie jederzeit alle an die Wand: die unbestrittene Königin der Rockmusik.
Joplin, Scott Schwarzer Komponist und Ragtime pianist (1868 -1917).
Jordan, Lonnie (k, perc, v) 1978 und `82 Rhythm & Blue s und Soul von einem War-Musiker.
Jordan, Louis Farbiger Amerikaner mit eingängigen Songs zwischen Jazz und Blues ab 1938; wichtiger Einfluß auf die Rock`n'Roll-Szene der 50er (z.B. Bill Haley ); starb 1975.
Jordan, Sass Seit den 90ern singt sich die Amerikanerin mit gepreßter, kräftig-rauchiger Stimme zuerst durch Folk-Rock und dann recht heftigen Mainstream, ohne rechten Erfolg.
Journey Erst als der Sänger Steve Perry 1978 zu der 1973 in San Francisco gegründeten Band stieß, ging die Erfolgs-Reise los. Der hohe, gekonnt modulierte Knödelgesang, starker Keyboard-Einsatz (Gregg Rolie) und eingängige Songs bestimmten den Sound bis zur Auflösung 1987. Perry („Oh Sherry“) und der Gitarrist Neil Schon ( Bad English ) versuchten sich solistisch ebenfalls im Mainstream-Fahrwasser („Only the Young“).
Joy Division Der depressiv-monotone Gesang von Jan Curtis, düstere Gitarren- und Baß-Läufe und dunkel-bizarre Texte machten die `77 gegründete Band zu den wichtigsten Vertretern des Dark Wave. Nach dem erschreckend imagege rechten Selbstmord des Sängers löste sich die Band kurz vor Veröffentlichung des zweiten Albums „Closer“ auf; Mitglieder formierten später New Order.
Judas Priest, 1974 in Birmingham gegründet, gelten mit dem schneidend hohen Gesang von Rob Halford, sägenden Gitarren- Riffs und einem ausgeprägten Leder-, Nieten- und Biker- Image als der Inbegriff des Heavy-Metal der 80er. Nach großen Erfolgen bis in die frühen 90er verließ der prägende Halford die Band und gründete Fight. 1997 „Jugulator“ und 2001 „Demolition“ mit neuem Sänger Tim „Ripper“ Owens: zeitgemäßer Metal-Sound ohne die echte Klasse - das wird sich 2004 mit Rob Halford hoffentlich wieder ändern.
Juicy Lucy Satter Rock mit Blues der frühen 70er, ständigem Personalwechsel und zwei ( Cover-)Hits: „Who do You love“ und „Pretty Woman“.
Jungle Um 1994 in England als Ableger der Acid House-Szene entstandene Strömung. Zeichnet sich durch ge sample te Ragga-Muffin-Beats, die mit etwa doppelter Geschwindigkeit abgespielt werden, ebenfalls von Ragga-Platten gesampelten, sehr schnellen Raps (und anfänglich sogar Andeutungen von Buschtrommeln und Tarzan-Jodlern), äußerst tiefe Bässe und eine spärliche (wenn überhaupt) Instrumentierung aus ( M-Beat ). Mit Ambient elementen versehen, entsteht „Drum`n'Bass“ ( Goldie ).
Jungle Brothers Hip Hop-Formation aus dem Umfeld von De La Soul mit seit Ende der 80er seltenen, allerdings sehr gefragten Veröffentlichungen (kein „Gangsta- Rap “ sondern „politisch korrekt“).
Jupp, Mickey Londoner Songwriter zwischen erdigem Rock`n'Roll und melancholischen Balladen. Obwohl von Robin Trower oder Godley & Creme (1979 „Long Distance Romancer“) hochkarätig produziert, ein ewiger Geheimtip.
K. C. & the Sunshine Band Amerikaner zwischen fröhlichem Disco-Sound („Miami Sound“) und Soul, zuerst als Begleitband von George McCrae, der ab 1974 auch mit eigenen Platten erfolgreich war („Give it up“).
Kadison, Joshua komponiert Mitte der 90er sehr melodiös wie Elton John in seinen besten Tagen und singt und klingt auch so („Jessie“). Er hat allerdings keine Rock-Vergangenheit, sondern einen guten Produzenten.
Kamoze, Ini Hinter diesem japanisch anmutenden Namen verbirgt sich ein dunkelhäutiger jamaicanischer Dreadlock-Troubadour und stimmlich hochpotenter Dancehall-Senkrechtstarter der 90er.
Kansas starteten 1975 mit bemüht konstruiertem Rock, der allerdings durch verschachtelte Vokalharmonien, abrupt wechselnde Stile und eine seltene Elektrogeige (Robbie Steinhardt) auffiel. Eine nur langsam ansteigende Erfolgskurve kulminierte im untypischen Akustikgitarren-Balladenhit „Dust in the Wind“ (1977) und nach Mainstream- und Hardrock-Versuchen war Mitte der 80er Schluß, obwohl live durchaus angedeutet wurde, welches musikalische Potential in der Band steckte ( Art Rock ). Kenny Livgren (g, k) konnte mit peinlich-religiösen Texten solistisch nicht anknüpfen; Anfang der 90er wurde ein blutleeres Comeback gestartet.
Kanté, Mory, aus Guinea, hatte in Afrika schon 1981 Erfolg, ging nach Paris und war mit Synthesizer-betontem Tanz-Pop zu afrikanischem Gesang und traditionellen Rhythmen und Instrumenten im Rahmen der Ethno-Welle europaweit präsent. Vor allem live auch ein ernstzunehmender Vertreter der afrikanischen Tradition.
Kantner, Paul (v, g), von Jefferson Airplane, veröffentlichte arg abgedrehte Solo-Scheiben.
Karat Deutsche (DDR) Band der 70er und 80er mit eingängig-leichten radiotauglichen Pop/Rock-Songs zwischen Sozialkritik („Der blaue Planet“) und melancholischer Piano-Ballade („Über 7 Brücken“).
Karthargo In den 70ern Blues-beinflußter Rock aus Berlin.
Kaukonen, Jorma 1940 geborener amerikanischer Sänger und Gitarrist. Der Ex- Jefferson Airplane- und Hot Tuna-Musiker startete 1974 eine Solokarriere mit sanftem Blues- und Country-Stücken.
Kay, John Kraftvoller Sänger und Mastermind der Steppenwolf.
Keaton, Michael Blues gitarrist der 80er an der Grenze zum Hardrock.
Keel siehe Steeler (I).
Kelly Family Angeblich irische Familien-Band im Zigeuner-Look. Nach langen „ Folk “-Anfängen, Öffnung zu „Rock“ und Pop und dank Baby- bis Oma-tauglichem Image mit großem Erfolg in den 90ern in Deutschland (LP „Over the Hump“).
Kershaw, Doug Seit den 60ern bekannter Cajun-Geiger und -Sänger.
Kershaw, Nick Synthesizer betonter, eingängiger (manchmal hymnenhafter) Pop um den nasal-weinerlichen Sänger mit Erfolg `83/`84 („Wouldn`t it be Good“, „The Riddle“).
Keyboard Tasteninstrument; meist sind Synthesizer (anfänglich „Moog“), elektrische Orgeln u.s.w. gemeint; aber auch: Klavier, Spinett, Kirchenorgel etc.. Die elektrischen Instrumente reichen klanglich vom warmen, satten Sound der Hammond-Orgel über quiekende oder zirpende Klänge des Synthesizer bis zur Nachahmung menschlicher Stimmen oder anderer Instrumente und Nicht-Instrumente (Donner und Topfdeckel). Üblich sind jedoch entfernt an Streicher oder Bläser erinnernde Klänge zur Melodie-Unterstützung (typisch für Disco- oder New Wave- Pop ) oder Füllung und Glättung z.B. des Hardrock (der dann allerdings meist sofort zum Mainstream mutiert).
Khan, Chaka startete (1978 noch neben Rufus ) in Amerika als Solo-Act, der vom Soul und Funk immer gesichtsloser zu Disco und Dancefloor mutierte. In den 90ern versucht sie mit ihrer weichen und dennoch enorm kraftvollen Stimme ein jazz orientiertes Comeback.
Khan, Steve Seit den 70ern vor allem Studiogitarrist für unzählige Fusion projekte.
Khin, Greg (aus Baltimore) singt mit hoher Stimme ab 1976 zu traditionellem, erdigem Rock („Jeopardy“ 1982 allerdings eher im Disco-Gewand).
Kid Creole & the Coconuts Pop-Ensemble um den Sänger Coati Mundi zwischen Disco, Latin und Anleihen aus der Tanzmusik der 20er- und 30er-Jahre. 1980 in New York gegründet. 1982 einzig nennenswerter Erfolg mit „Stool Pigeon“ und „Annie, I`m not your Daddy“.
Kidjo Angelique Seit den 80ern ist die jazz geschulte Sängerin aus Benin international unterwegs (u.a. mit Pili Pili ) und wurde zunehmend bekannt mit an afrikanischer Folklore, Funk oder Dancefloor orientierten Soloplatten.
Killing Joke Die 1979 um den Sänger Jas Coleman gegründete Band gilt als eine der einflußreichsten des britischen Undergrounds. Sie begannen als Punk- Heavy-Metal-Kreuzung, kamen über eine Dark Wave-Phase zum Pop. Nach längerer Pause sind sie heute zeitgemäß im Heavy-Metal/ Industrial-Stil unterwegs.
Kimball, Bobby Der Toto-Sänger mit der hohen, melodiösen Stimme verließ die Band 1984 und startete eine Solokarriere (und war bei Far Corporation zu hören).
Kin Pin Meh Krautrock aus Mannheim (70er).
King Albert Einer der großen Blues gitarristen der 70er und 80er (LP „San Francisco“ `83, Hits „Born under a Bad Sign“, „Crosscut Saw“, „Laundromat Blues“). Er spielt härter, geradliniger als sein Vorbild B.B.King und singt kräftig, aber nicht so flexibel.
King, B. B. gilt als der Altmeister und einer der Giganten des modernen Blues. Durch seine virtuose Gitarrentechnik und seine mächtige Stimme schaffte er es ab 1952 („Three O'Clock Blues“, „Please love me“), Ohrwürmer zu schreiben, die auch die Top Ten erreichten („Every Day I have the Blues“, „Sweet Little Angel“, „It`s my own Fault“, „You upset me, Baby“, „Don't answer the Door“, „The Thrill is gone“). Hervorragend: „B.B. King Live at the Regal“, 1964.
King, Ben E. Farbiger Rythm & Blues-Sänger (ehemals bei den Drifters ) mit „Spanish Harlem“ und dem Dauerhit „Stand by me“ (beide aus den 60ern).
King, Carole war im Songwriterteam zusammen mit ihrem damaligen Mann Gerry Goffin für Kollegen (und auch mit kleinen eigenen Hits) Anfang der 60er erfolgreich. Ihr Mega-Seller „Tapestry“ war mit kompaktem Soft-Rock 1971 Höhepunkt der ansonsten eher flachen Karriere (Ausnahme: „Hardrock Cafe“).
King Crimson starteten 1969 mit Greg Lake (b, v) und dem Texter Pete Sinfield und einem auffallenden Art Rock-Epos: „In the Court of the Crimson King“, abwechslungsreich in Sound, Instrumentierung und Komposition; stets melodiös und lyrisch. Nach Lakes Weggang ( Emerson, Lake & Palmer ) und spätestens nach dem Rauswurf Sinfields 1972 richtete sich die Band an dem vielschichtigen und experimentellen Gitarristen Robert Fripp aus. Dessen manchmal verschrobene Ideen fanden auch in zahlreichen Soloprojekten Ausdruck. Nach vorübergehender Auflösung Mitte der 70er tönt und experimentiert die Band ab 1981 wieder, Mitte der 90er sogar mit sehr hartem Sound.
King Curtis Der farbige amerikanische Saxophonist war als Begleitmusiker für Elvis Presley, Bill Haley und vor allem Aretha Franklin bekannt, bevor er in den 60ern Jazz-geschult rhythmisch feurige Soul-Hits unter eigenem Namen veröffentlichte (1971 erstochen).
King Diamond siehe Mercyful Fate.
King Freddie beeinflußte in den 60ern und 70ern als Blues gitarrist der Spitzenklasse (mit Elementen der Rockmusik) Blueser ( Magic Slim ) wie Rocker ( Eric Clapton ) und ist trotz seines Todes 1976 wichtig für den Blues der 80er; („Have You ever loved a Woman“, „Hide away“, „The Stumble“).
King Jammy siehe Prince Jammy.
King Tubby Urvater in Sachen Dub- Reggae. Mit seiner Haus-Band „The Aggrovators“ und dem Produzenten Bunny Lee kreierte er Ende der 60er bis Mitte der 70er Jahre einen unverwechselbaren Dub-Sound. Diese Sound-Revolution setzt sich bis in die 90er in der internationalen Musikszene fort. Eine der wahren Größen hinter dem Mischpult.
Kingdom Come Das deutsch-amerikanische Hardrock-Projekt (ab Mitte der 80er Jahre) konnte sich dem naheliegenden Vorwurf, Led Zeppelin-Epigonen zu sein, nicht entziehen. In den 90ern nur noch mäßig erfolgreich.
Kingfish Unter Mithilfe von Bob Weir ( Grateful Dead ) gegründete Band, die ab Mitte der 70er mit mehreren sanften Gitarren, ausgefeilten Harmonie-Gesängen und leichtem Country-Einschlag musiziert.
Kings of Leon aus Amerika hatten 2003 mit sehr CCR-ähnlichem flotten Rock Erfolg. Das hat ihnen gut getan: ihr zweites Album „Aha Shake Heartbreak“ (2004) klingt weit vielfältiger zusammengesetzt und doch eigenständig - extrem „rockig“ eben.
Kings X Ab Mitte der 80er spielte das amerikanische Heavy-Metal-Trio drastisch geschrubbte rhythmische Gitarren und sang gerne melodiös im Chor oder gab akustische Einlagen; in den 90ern versuchte die Band mit langsameren Black Sabbath-ähnlichen Gitarrenriffs weniger harte Rhythmik zu zeigen.
Kingston Trio, The 1958 hatte die kalifornische Country- und Folk-Band mit der üblichen Cowboy-Romantik den Hit „Tom Dooley“.
Kinks 1963 um Sänger/Songwriter Ray Davies in London gegründet und schon in den 60ern mit vielen großen Hits wie z.B. „You Really got me“. Sie sind durch ihre brachialen Gitarren wichtige Wegbereiter des Hardrock. Die lange elementär einflußreiche Band, auch geprägt von der lässig-nasalen Stimme Davies, experimentierte mit verschiedensten Stilformen des Pop (bis zu satirisch gelungenen Konzeptalben ) und hatte weiter große Hits wie „Apeman“, „Sunny Afternoon“ und „Lola“. Stets simplen und eingängigen Songs verpflichtet, gab es in den 80ern noch einmal einen ( Comeback-)Hit mit der Pop-Nummer „Come dancing“.
Kinsey, Big Daddy (geb. 1927) trägt als Erbe Muddy Waters´ mit Gitarre und Gesang den City-Blues in die 90er (LP „Ramblin Man“ 1993).
Kinsey Report Eine der Sensationen des Blues der 90er, bestehend hauptsächlich aus Söhnen des Big Daddy Kinsey ; moderner Blues mit Rock, Funk und Soul.
Kirk, Roland Eigenwilliger Jazz er (1977 gest.), der bis zu drei Blasinstrumente gleichzeitig spielte und über 50 weitere Instrumente beherrschte.
Kiss Einfacher, gerader Hardrock mit noch einfacheren Mitgröhl-Refrains und die alles in den Schatten stellende Monster-Schmink-Show machten die 1973 in New York gegründete Band immens erfolgreich (auch mit dem Disco-Klassiker „I was made for loving You“ `79). 1983 gaben Kiss ihr Masken-Image auf und drifteten in Richtung Mainstream ab, um sich nach entsprechendem Tief Anfang der 90er musikalisch wieder auf ihre Wurzeln zu besinnen („Revenge“). 1996 in Originalbesetzung auf Tour mit der alten Schminkshow.
Kitaro Japanischer New Age-Künstler; unter Einbeziehung von Synthesizer, Naturgeräuschen, Orchester-Arrangements und fernöstlicher Folklore nicht zu unrecht einer der erfolgreichsten seines Fachs.
Klaatu Kanadische Band, die melodiösen Soft-Rock, futuristische Raumfahrt-Texte und mehrstimmigen Gesang verband; 1976 bis in die 80er.
Klassik meint eigentlich die Wiener Klassik (ca. 1770 -1830) um Beethoven, Mozart und Haydn, wird heute jedoch für alles verwendet, was mindestens hundert Jahre alt ist ( J. S. Bach ist als Barockmusiker um 1700 der mit „Klassik“ wohl meistfehlinterpretierte „Klassiker“). Auch wenn in moderner Musik viel gegeigt und wenig geschlagzeugt wird, heißt das „Klassik“; wenn opernhaft gesungen wird oder eine populäre Melodie aus alten Zeiten vorkommt, handelt es sich mindestens um „Klassik-Rock“. Auf dem Pop-Markt hat „Klassik“ nur grotesk vereinfacht eine Chance; wenn`s kompliziert wird, nennen wir`s „ Jazz “.
KLF (Kings of the Low Frequencies) Britisches Dancefloor / House-Projekt mit Hits wie „3 a.m. Eternal“ Anfang der 90er; Vorreiter des Techno.
Klugh, Earl Der Gitarrist veröffentlichte nach Gastspielen, u.a. bei George Benson, teilweise sehr sanfte Fusion-LPs seit den späten 70ern.
The Knack „My Sharona“ war der einzige Hit der `78 in Los Angeles gegründeten Mainstream-Band mit 60er- Beat-Anleihen.
Knight, Curtis Der amerikanische Gitarrist und Sänger zwischen Blues und Sprechgesang war ein früher Förderer von Jimi Hendrix, dessen Gitarren-Spiel wiederum ihn nachhaltig beeinflußte.
Knight, Gladys (& the Pips) 1958 entstandene amerikanische Rhythm & Blues / Soul-Band um die farbige Sängerin Gladys Knight; 1967 erster großer Hit „I heard it through the Grapevine“ und über zwanzig Jahre später noch einmal mit dem Titelsong zum Bond-Film „License to kill“ erfolgreich.
Knopfler, David (g, v) startete mit seinem Bruder bei den Dire Straits, die er schon bald zugunsten ruhiger, melodiöser Soloprojekte verließ.
Knopfler, Mark Sanfter Gitarrist und Sänger der Dire Straits ; solo ab den 80ern u.a. mit entspannten Film- Soundtracks oder Mitte der 90er exakt wie in der Band klingend.
Koda, Cub machte im amerikanischen Underground mit rauh-gequälter Stimme und direktem, leicht Punk entlehntem witzigen Rock in den 80ern nur bei Insidern Furore.
Konzeptalbum meint eine Schallplatte, die nicht nur einfach Titel an Titel reiht ( Album ), sondern ab Ende der 60er, als sich die LP vor allem im Rahmen des Art Rock neben der Single etabliert hatte, ein Gesamtkonzept, das Covergestaltung, Texte und Musik unter ein Thema stellt (die Selbstfindung eines gewissen „Rael“ auf der LP „The Lamb lies down on Broadway“ von Genesis, 1974) oder sogar nur einen einzigen Titel enthält (mit „Thick as a Brick“ erfand Ian Anderson für Jethro Tull 1972 nicht nur die Memoiren eines Achtjährigen sondern auch noch einen geschickt inszenierten Medienrummel dazu: ein Gesamtkunstwerk also). Rock-Opern wie „Tommy“ von den Who sind ebenso eine Spielart dieser Idee wie z.B. klanglich einheitliche Spielweise bei Pink Floyd oder dem frühen Mike Oldfield.
Kool & the Gang verbanden, 1969 in Ohio gegründet, unter Einsatz von Bläsern Funk, Rhythm & Blues sowie Jazz und hatten mit pumpenden Tanz-Nummern (u.a. „Ladies' Night“, „Celebration“, „Victory“) und Schmalz-Balladen („Cherish“) einige Hits.
Kooper, Al Der New Yorker Gitarrist und Keyboarder (Produzent für u.a. Lynyrd Skynyrd, The Tubes ; Mitbegründer von Blues projekt, Blood Sweat & Tears, Supersession ) bemühte sich um die Integration von Blues und Jazz in den Rock und leistete ab 1969 auf Solo-LPs mit Geräuschcollagen, Orchester- und Chor-Arrangements lange Zeit Pionierarbeit.
Korgis Süßlicher britischer Pop Anfang der 80er („Everybody`s got to learn Sometime“).
Korn Amerikanischer Crossover ab 1994: schräger und brutaler als z.B. Rage against the Machine, nicht zuletzt durch absolut manischen Psycho-Sänger.
Korner, Alexis Der Urvater des weißen britischen Blues. In seiner Band wuchsen Stars wie Mick Jagger, Jack Bruce, Eric Burdon, John Mayall, Ginger Baker und viele andere heran. Trend- und Kultfigur der Blues- und Rockmusik der 60er/70er. 1984 gestorben.
Kossoff, Paul Einfallsreicher Hardrock-Gitarrist der Free ; ab `72 in diversen (Solo-)Projekten und `76 gestorben.
Kottke, Leo Ab 1970 wandelte sich der hochvirtuose Country-beeinflußte Gitarrist mit der tiefen Stimme von (z.B.12-Saiten- Slide-)Gewirbel über schlichte Songs zu einem ausgefuchsten Liedkomponisten mit inzwischen etwas zurückhaltenderen Ausflügen in vormalige Akrobatik.
Kraan Ab 1971 aus Deutschland mit experimentellem Rock zwischen Jazz und Ethno, um Härte bemüht. Bassist Helmut Hattler ist ab 1977 solistisch unterwegs, zuletzt bei Tab Two.
Kraftwerk Deutsche Band ab Anfang der 70er; Pioniere des elektronischen Pop, da als erste mit Synthesizern, Drum-Maschinen und androgynem Styling (Mensch/Maschine) in der Avantgarde musizierend. 1974 „Autobahn“, Anfang der 80er „Das Modell“ im Zuge der Neuen Deutschen Welle ; Einfluß auf Techno, EBM, Industrial u.v.a..
Krautrock Von britischen Journalisten geprägter ungenauer Begriff, der in erster Linie die musikalisch-technisch unbedarfte Spielweise deutscher Rockmusiker zwischen uninspiriertem Gedudel und kantiger Freudlosigkeit meint; manchmal auch nur eine Herkunftsbezeichnung (Krauts = Deutsche).
Kravetz, Jean Jaques Keyboards (Hammond-Orgel) für Inga Rumpf, Peter Maffay u.a..
Kravitz, Lenny Der amerikanische Sänger/Songwriter orientiert sich stark am Rock und Pop der 60er/70er und darf daher als erfolgreichster Retro-Künstler seit den 90ern angesehen werden; zahlreiche Hits wie „Are You gonna go my Way“ ( Hendrix-orientiert) oder die Pop-Ballade „Stand by my Woman“.
Kreator Deutsche Thrash-Metal Band mit kreischendem Gesang und Anfang der 80er mit Death-Metal naher Brutalität.
Kreolische Musik entsteht im Pop und Rock in erster Linie durch Beimischung afrikanischer und französischer Einflüsse im „New Orleans Sound“ (aber auch darüberhinaus wie in Haiti). Eine eigentümliche Stimmung („Voodoo“) findet sich z.B. in geringem Maße bei Fats Domino oder Mink deVille, rhythmisch vertrackt sind die Little Feat. Zwei rundherum typische Vertreter sind Dr. John und die Neville Brothers.
Kristofferson, Kris Texanischer Country-Sänger; mit tiefer, melancholischer Stimme eine feste Größe im Genre. Auch als Schauspieler tätig; vor allem in den 60ern als Songwriter erfolgreich (z.B. für Janis Joplin ); erste eigene LP 1970.
Krokodil Schweizer Blues band mit etwas Rock und Psychedelic (frühe 70er).
Krokus Weltweit bekannteste Schweizer Hardrock-Band ab 1978 bis Mitte der 80er; erst in Richtung AC/DC und dann immer weiter in Richtung harmlosen Mainstreams.
Kronos Quartet Avantgardistisches Streichquartett, das neben modernen Klassik-Kompositionen auch Rock-Vorlagen verarbeitet (z.B. von Jimi Hendrix ).
Kruder & Dorfmeister Die zwei DJs mischen von Wien aus die europäische Dancefloor szene mit neuen Ideen auf; 1 LP 1996 „DJ Kicks“ mit Remixen in Richtung Drum`n'Bass, Trip Hop, Dub u.s.w..
Krupa, Gene Legendärerer (30er, 40er, 50er) Schlagzeuger des Swing, u.a. bei Benny Goodman.
Krupps, Die Fingen Anfang der 80er Jahre im Zuge der Neuen Deutschen Welle (mit deutschen Texten) als Industrial-Band auf reiner Synthesizer-Basis an. Nachdem es Ende der 80er einige Zeit still um die Band wurde, schaffte sie deutlich Heavy-Metal orientiert ein Comeback. Mit englischen Texten gelten die Krupps in den 90ern weltweit als eine der wichtigsten Vertreter des neuen Industrial, wobei sie melodiöser als die Konkurrenz aufspielen.
Kuti, Fela Anikulapo Nigerianischer Saxophonist, begann seine Karriere schon Mitte der 50er; in den 70ern wurde seine Mischung aus brodelnder afrikanischer Tanz-Folklore, Pop und Bläsern mit kurzen Jazz-Improvisationsansätzen bekannter (und textlich politischer); im Rahmen der 80er-Ethno-Welle politisch immer fragwürdiger und mit stetig steigenden Verkaufszahlen.
Kyuss Amerikaner, die in den frühen 90ern 70er-Heavy-Metal(Black Sabbath) mit Psychedelic mischten.
LA Guns Amerikanische Hardrocker um den Guns`n'Roses-Mitbegründer T.Guns (g) seit den 80ern.
Label (Klebeetikett) meint: Plattenfirma.
Labelle, Patti Die farbige Amerikanerin hatte 1975 unter dem Gruppennamen „Labelle“ den Disco-Hit „Lady Marmelade“ (Text: „Voulez vous coucher avec moi, ce soir“) und 1986 im Duett mit Michael McDonald den US-Erfolg „On my own“.
Lacrimosa Deutscher elektronischer Dark Wave (Gothic) der 90er-Jahre.
LaFarge, Peter Im Rahmen der 60er- Folk-Bewegung beachteter indianischer Sänger.
LaFlamme, David Folk-Sänger und Geiger; It`s a Beautiful Day.
Lagrene, Bireli Der meisterhafte französische Gitarrist (geb. 1966) trat in die Fußstapfen Django Reinhardts- bleibt jedoch stets offen für Einflüsse aus z.B. Rock oder World Music.
Laibach Jugoslawische Dröhn-Aktivisten ( Heavy-Metal-Gitarren und Orchesterparts) zwischen Industrial und leicht mißzuverstehendem Nazi- Image ab Ende der 80er. Kriegsbedingt in den 90ern Hinwendung zu politisch unverdächtiger Satire.
Lake, aus Deutschland, spielten ab 1973 melodiösen Hardrock (mit Bläsersätzen); später zurückhaltenderen, keyboardbetonten Rock.
Lang, K. D. Vor allem in ihrer Heimat Amerika erfolgreiche Pop-Sängerin der 90er.
Lanois, David (g, v) Kanadischer Produzent mit Wohnsitz in New Orleans, der u.a in den 80ern erfolgreich für die Neville Brothers, Bob Dylan oder Emmylou Harris tätig war und sehr eigenwillige atmosphärische LPs herausbrachte.
Lap Steel Gitarre siehe Pedal Steel.
Last Exit Bis Ende der 70er eine leicht ange jazz te Band mit Sting als Sänger.
Last Poets Mit der Aggressivität des Free Jazz und radikalen politischen Texten artikulierten vier Schwarze Anfang der 70er zu Congabegleitung Selbstbewußtsein. Ihr teils heftigster Sprechgesang wurde im Rahmen des Rap Ende der 80er zunehmend als Vorbild gewürdigt.
Laswell, Bill (b) wurde ab Mitte der 70er vom Rhythm & Blues kommend, mit elektronischen Experimenten (Bands: Material, „Praxis“) zum jazz igen Avantgarde-Katalysator und Studiohelfer für unzählige Kollegen.
Latin Music bezeichnet die Einbeziehung vielfältigster lateinamerikanischer (Bossa Nova ) oder spanischer und portugiesischer Stilelemente wie z.B. Samba oder Flamenco, die sich zumeist in der a href="#rhythm">Rhythmik (und ihrer Instrumente) niederschlägt. Im Jazz (Dizzy Gillespie oder Stan Getz ) sowie im Rock (Santana ) muß also dazugesagt werden, welcher Einfluß genau gemeint ist. Salsa (Soße) meint ähnliches, jedoch ohne genaue Definition.
Latin Quarter Mitte der 80er formierte sich um den Multiinstrumentalisten und Sänger Steve Skaith (zerbrechliche, leicht weinerliche und modulationsfähige Stimme, oft im Duett mit einer Gastsängerin) in Großbritannien eine zart instrumentierte Rock-Gruppe mit leisen Melodien und politischen Texten. Offensichtlich zuwenig aufregend für den großen Erfolg.
Lauper, Cindy Mit schrillem Pop, quietschender Stimme, buntem Outfit und quirligem Auftreten gelang der amerikanischen Sängerin 1983 mit „Girls just wanna have Fun“ ihr erster Hit. Nach weiteren Erfolgen sank ihr Stern ab der zweiten LP 1986 schon wieder beträchtlich.
Lavigne, Avril 2002 schafft es die 17-jährige Kanadierin weltweit in die Hitparaden - mit einfachen Songs durch heftige Gitarrenriffs unterstützt ebenso heftig erfolgreich („Complicated“, „Skater Boy“).
Leadbelly Auch: Huddie Ledbetter (aus Amerika, 1885 -1949). Der selbsternannte König der 12-Saiten-Gitarre war auch ein vielseitiger Songschreiber und spielte Cowboy- und Kinderlieder, aber vor allem den Blues ; er ist für das amerikanische Folk-Revival der 60er nicht unwichtig.
Led Zeppelin, aus London, gehören ab 1968 zu den Wegbereitern und wichtigsten Vertretern des Hardrock (und werden wegen ihrer enormen live-Lautstärke oft dem Heavy-Metal zugeordnet). Die hohe wandlungsfähige, beinahe kreischende Kopfstimme Robert Plants, die schweren Gitarren- Riffs Jimmy Pages (von den Yardbirds ), die tragende Grundierung von Baß oder Keyboard des Studio-Profis John Paul Jones und die satten Schlagzeug-Beats von John Bonham schufen einen unverwechselbaren Sound. Stark Blues-beeinflußt integrierten sie kunstvoll ( Art Rock ) Elemente keltischer oder arabischer Folklore und waren in balladesken Akustik-Stücken ebenso sicher wie in psychedelischen Soundeffekten („Physical Graffiti“ '75). Immens erfolgreich, nicht zuletzt durch geschickte Marketing-Strategien, löste sich die Band 1980 nach dem Tod Bonhams auf; Page und Plant musizieren vereinzelt noch gemeinsam.
Lee, Albert trat ab 1966 in England als Begleit-Gitarrist von Chris Farlowe oder Eric Clapton auf und veröffentlichte ab 1978 Solo-Platten zwischen Country und Rock`n'Roll, auf denen er mit brüchiger Stimme singt.
Lee, Alvin Gitarrist und Sänger der Ten Years After mit Soloplatten ab 1973.
Lee, Brenda Die amerikanische Sängerin hatte 1960 den Rock`n'Roll-Hit „Sweet Nuthin`s“.
Lee, Bunny Wichtiger Dub-Produzent u.a. für King Tubby.
Leer, Thijs van (k, f, v) Nach Focus ab 1974 mit Pseudo- Klassik unterwegs.
Legs Diamond Amerikanischer Hardrock der 80er.
Leiber/Stoller Aus dem amerikanischen Rhythm & Blues zimmerten die Produzenten und Songschreiber in den 50ern millionenschwere Erfolge für Elvis Presley („Hound Dog“ (zuvor für Big Mama Thornton ein Hit), „Jailhouse Rock“, „King Creole“), The Coasters, Ben E. King („Spanish Harlem“), The Drifters, Carol King und unzählige andere. Ihre Vorliebe für Jazz und Blues und die zahlreichen selbstkomponierten Musicals („On Broadway“) führten zu ungewöhnlichen und stilprägenden Streicher-Arrangements oder unüblichen Instrumental-Begleitungen in ihren Kompositionen. Noch Mitte der 60er waren ihre Hits Standard-Repertoire aller einschlägigen Rock- und Pop-Musiker ( Rolling Stones ); auch in den 70ern unentbehrlich (z.B. für das Musical „Grease“).
Lemma, Daniel, der oft mit zartem Vibrato englisch singende, in Schweden lebende äthiopier, debütierte 2001 mit fein soul igem Rhythm & Blues, elegant instrumentiert.
Lemonheads Mitte der 80er in Amerika gegründet, melodiöser Alternative-Gitarren-Pop. Vom sanften Gesang Evan Dandos getragen, hatten sie mit der Simon & Garfunkel- Cover-Version von „Mrs.Robinson“ `92/`93 ihren größten Hit.
Leningrad Cowboys Große finnische Ulk-Rocktruppe, erstaunlich vor allem im experimentellen und schrägen Bereich. Stets witzig mit Cover-Versionen bekannter Rock-Klassiker und bekannt geworden durch Filme von Kaurismäkii ab 1980.
Lennon, John konnte nach der Auflösung der Beatles 1970 zwischen Schwierigkeiten mit seiner aus der Londoner/New Yorker Avantgarde-Szene entsprungenen Frau Yoko Ono und Publicity-trächtigen Aktionen immer wieder mit engagierten Texten seinen Ruf als „Intellektueller“ der Beatles festigen („Imagine“ 1971). Fundament waren meist einfache Rhythmik und seltener aufwendige Arrangements oder auffallende Melodik. 1980 wurde er erschossen.
Lennox, Annie Kraftvolle, unterkühlt soul ige Sängerin der Eurhythmics. Ab 1992 auch auf weniger inspirierten, aber ungebrochen erfolgreichen Soloalben.
Lenoir, J. B. (1929 -`67) gehörte zur ersten Garde des Chicago-Blues ; Jimi Hendrix und Frank Zappa waren beeindruckt. Er verwendete rhythmische Elemente afrikanischer Musik, sang mit hoher Stimme und spielte Gitarre mit swing endem Rhythmus; Hit in den 50ern „Mama talk to your Daughter“.
Level 42 1980 in London gegründet und seither mit Schmalz, Funk und Jazz-Anleihen perfektionistisch im Pop-Geschäft unterwegs (Top-Hits in den 80ern, z.B. „Running in the Family“). Typisch der virtuose Slap- Baß und die knarzige Stimme Mark Kings.
Levellers Gitarrenorientierter Folk rock aus England mit ambitionierten Texten seit Beginn der 90er.
Levy, Barrington Das Mitglied der Dancehall-Bewegung hatte mit „Herbsman hustling“ und „Under me Sensi“ zwei Hits in den 80ern und fungierte ansonsten gerne als Gastsänger bei den alternativen Reggae-Richtungen, etwa bei Rebell MC oder im neuen Jungle-Style.
Lewis, Huey (& the News ) Drei Jahre vorher in San Francisco gegründet, schaffte die Band 1983 mit einer Mischung aus Rhythm & Blues, Soul und Mainstream-Rock den Durchbruch (LP „Spots“), bis es Ende der 80er still wurde um die Band des kraftvoll-souligen Sängers Huey Lewis. 1994 versuchten sie ein halbherziges Comeback mit Coverversionen von Soul- und Rock-Standards.
Lewis, Jerry Lee Rock`n'Roll-Sänger aus Louisiana, der ab Ende 1957 einige große Hits hatte. Wildes Image und eine Bühnenshow, in der er sein Klavier mit allen möglichen Körperteilen spielte, waren nicht unmaßgeblich beteiligt („Great Balls of Fire“). 1958 wuchs sich der Skandal um die Heirat mit seiner minderjährigen Kusine zum herben Karriereknick aus. Seithin Versuche im Country-Gewerbe.
Lewis, Ramsey Der farbige amerikanische Jazz-Pianist hatte vor allem in den 60ern zahlreiche Soul-durchwachsene Hits im Pop-Genre und ist trotz über 30 LPs fast vergessen.
Life of Agony Gefühlvoller und melodiöser Knödelgesang auf Hardcore- Punk bzw. Heavy-Metal-Fundament; aus den USA in den 90ern. Nach der Auflösung ist Sänger Keith Caputo heute mit Pop-Balladen unterwegs.
Lifetime Fusion der 70er mit Tony Williams, Jack Bruce, John McLaughlin u.v.a..
Lightfoot, Gordon Männlich-herber kanadischer Gitarren-Barde der frühen 70er mit Lagerfeuer-Songs.
Lighthouse Kanadische Fusion Band (erste LP 1969); mangels Erfolg Mitte der 70er aufgelöst.
Limp Bizkit 1997 gestartete und 2001/02 megaerfolgreiche Hip Hop / Metal- Crossover-Band aus Amerika um den fürchterlich nölenden Sänger Fred Durst.
Lindenberg, Udo Der 1946 in Gronau geborene Musiker ist einer der Vorreiter und erfolgreichsten Vertreter des Deutschrock. Er startete 1957 als Schlagzeuger diverser Jazz-Bands (u.a. bei Klaus Doldingers „Passport“) und veröffentlichte ab 1972 als Sänger/Songwriter Alben in Deutsch; als Sänger betrachtet liegt er näselnd und nuschelnd eigentlich völlig daneben, aber genau so entwickelte er seinen eigenen charmanten Stil. Textlich von witzig-ironischem Unterhaltungswert und oft anklagend sozialkritisch. Musikalisch vom Hardrock bis zum Synthesizer-Pop, driftet er mit zunehmendem Alter in seichtere Gefilde.
Lindisfarne vertraten vor allem in den 70er-Jahren eine Mischung aus Rock und britischer Folk-Musik, oft leise und mit vielen typischen Folklore-Instrumenten (vln, banjo, h). Untypisch der Hit 1990 „Fog on the Tyne“, 2003 aufgelöst.
Lindley, David (g) Virtuoser amerikanischer Blueser bis experimenteller Rocker mit ausgefeilter Slide-Technik und Erfolgen in den 80ern.
Liner Notes Nachdem Jazz-Schallplatten oft mit kennerhaften, langen Kommentaren versehen wurden, die den Hörer über musikalische Zusammenhänge aufklären konnten, verkam diese Sitte im Pop und Rock zu aufgeblasenem, nichtssagendem Hype. Im Zeitalter der CD verstärken sich allerdings erneut fundierte musikalische Überblicke, vor allem auf Wiederveröffentlichungen einst maßgeblicher Produktionen.
Lions, The 1990 von Afrikanern in Hamburg gegründeter Reggae Act.
Little Feat genossen um Lowell George (v, g) ab 1970 den unerquicklichen Ruf einer der meistunterschätzten Bands des Rock. Satte, vielschichtige Arrangements mit ungeheuer funk igen und verschachtelten Rhythmen zu frechen Texten waren zwar stets auf allerhöchstem Niveau und vor allem live überragend, doch der kommerzielle Erfolg blieb, unverständlicherweise, aus. Klar, daß sich keiner der (mindestens sechs) Hauptakteure solistisch annähernd so hervorheben konnte, und so kam es 1987 zum willkommenen Comeback. Aber jetzt fehlt, trotz weiterhin erheblichen Könnens, schmerzlich der verstorbene Lowell George.
Little Richard Der in Georgia geborene farbige Rock`n'Roll-Sänger und -Pianist hatte ab 1956 einige große Hits wie „Good Golly Miss Molly“ oder „Long Tall Sally“, war als Schauspieler unterwegs und vermarktete seine musikalische Vergangenheit bis in die 80er immer wieder erfolgreich.
Little River Band Seit 1975 flotte Mainstream-Rock-Band aus Melbourne, die in den 70ern weltweit gute Erfolge verbuchen konnte und durch ständig kommende und gehende ( John Farnham ) Musiker neue Akzente setzte.
Little Walter (Walter Jacobs) Lange Zeit Mitglied der Muddy Waters Band und mit allen Techniken des Mundharmonika-Spiels gesegnet: vom langsamen Rhythmus bis zum ekstatischen Solo; seine größten Erfolge „Mean Old World“ und „Blues with a Feeling“ zwischen 1952 und 1967.
live Konzert bei dem zumindest nur in geringem Umfang Tonbandeinspielungen verwendet werden (z.B. anstelle kostspieliger Streicher). Schallplatten-Einspielung, die bei einem Konzert mitgeschnitten wurde und dann gar nicht oder manchmal völlig überarbeitet wird ( Overdubbing ).
Live wurde vor allem in Amerika 1994 mit „Selling the Drama“ (aus der zweiten LP) bekannt: gefühlvoller Rock mit ausgefeilten Melodien, R.E.M.-ähnlicher Gesang und Ausflüge in Grunge-nahe Krachorgien.
Livgren, Kenny Kansas- Keyboarder mit peinlich konstruiertem Christus-Rock ab Mitte der 80er.
Living Colour Auch Heavy-Metal sei letztlich aus schwarzer Musik hervorgegangen, beschlossen 1988 vier Schwarzamerikaner (Vernon Reid, g, v) und lieferten zündenden Hardrock mit getragener Soul-voller Stimme; 1994 aufgelöst und 2001 reformiert.
Lloyd Webber, Andrew „Jesus Christ Superstar“ wollte Ende der 60er niemand haben, und so entschloß sich Webber zu einer LP-Produktion mit gefragten Studio- und Band-Musikern (Yvonne Elliman, Ian Gillan ). Der nachfolgende Musical- und Film-Erfolg ermöglichte weitere Produktionen wie „Evita“, „Cats“, „Starlight Express“, „Phantom of the Opera“. Musikalisch immer ärmer, dafür umso geschickter auf den Effekt bedacht und so kommerziell uferlos erfolgreich (Platten-Verkauf und Musical-Vermarktung). Texte häufig von Tim Rice.
Lofgren, Nils Gitarrist, Pianist, Sänger und Songwriter aus Chicago, bekannt für erdigen, versiert gespielten melodiösen Rock. (1969 bis 1975 in der Gruppe „Grin“); Anfang der 70er Musiker in Neil Youngs Begleitband „Crazy Horse“; ab 1984 auch bei Bruce Springsteen.
Loggins, Kenny Der amerikanische Sänger (mit hoher markanter Stimme), Gitarrist und Songwriter veröffentlichte ab 1972 (bis 1977 zusammen Mit Jim Messina unter dem Namen „Loggins & Messina“) eingängigen anfangs Folk-beeinflußten Mainstream-Rock („Hardlight“, „Footloose“, „Danger Zone“).
Londonbeat Englisches Quartett mit eingängigem Pop, das 1990 mit „I`ve been thinking about You“ den größten Hit hatte.
Lopez, Trini hatte in den 50er/60ern einige Latin-beeinflußte Beat-Hits wie „If I had a Hammer“ oder „Lemon Tree“.
Lord, Jon Der Deep Purple-Organist spielte 1969 ein Werk mit der Band und einem Symphonieorchester ein. Auch später versuchte er sich, nicht immer so aufwendig, an ähnlichen Machwerken („Gemini Suite“ 1971). „Sarabande“ (1976) hatte sogar einen gewissen Hit-Status.
Lords 1959 in Berlin gegründete, etwas ruppige Beat-Band; war neben den Rattles die erfolgreichste deutsche und hatte zahlreiche Hits (1965 „Poor Boy“).
Lords of the New Church Die englisch/amerikanische 1981 gegründete Band lieferte rotzige, schnelle und gitarrenlastige Punk-Nummern, abgehobene Balladen und keyboardlastige Popnummern. Im Vordergrund die Stimme Stiv Bators zwischen sanft melodiös und aggressiv atonal (Anfang der 90er gestorben).
Los Lobos fanden 1974 in Los Angeles zusammen und hatten mit ihrer flott-fröhlichen Mischung aus mexikanischem Folk und Rock 1987 ihren größten Erfolg mit der Filmusik zu „La Bamba“ (Tex-Mex).
Louisiana Red (geb. 1936). Ein gesellschaftskritischer Blues man und einer der wenigen, die noch mit akustischer Gitarre spielen. Sein Spiel und scharfer Gesang lassen an Muddy Waters denken.
Lounge Lizards Die New Yorker Band um John Lurie (s) und Arto Lindsay (g) klingt seit 1979 mit Mustern aus dem Baukasten des Jazz eher kopfbetont-schräg als kompliziert.
Love 1965 bis `70 zeitgemäßer und angesehener Psychedelic-Rock mit etwas Folk und Beat, allerdings ohne große Umsätze; frühe Versuche mit sehr langen Stücken und mit Orchester.
Love and Rockets Nachfolgeband von Bauhaus Ende der 80er („So Alive“).
Loverboy Ab Ende der 70er Mainstream- Hardrock-Band aus Kanada, die in den 80ern weltweit große Erfolge verbuchen konnte. Charakteristisch war der kraftvolle (etwas weinerliche) Gesang („Turn me Loose“).
Lovers-Reggae „Schmuse-Version“ des Reggae.
Lovich, Lene, aus Detroit, hatte 1978 mit „Lucky Number“ ihren einzigen großen Hit. Mit buntem Hexen- Image und zumindest gesanglich schrillem Pop mit New Wave-Anleihen unterwegs.
Loving Spoonful, 1965 in New York entstanden, waren mit unbeschwertem, eingängigem Folk-Rock die Antwort auf den britischen Beat und hatten in den 60ern vor allem in Amerika großen Erfolg („Summer In The City“).
Lowe, Nick Englischer Sänger, Komponist und Produzent, der sich seit Mitte der 60er mit wechselndem Erfolg in diversen Projekten am Rock`n'Roll der alten Schule versucht.
LP (LongPlayer/LangspielPlatte) Nach der Vorherrschaft der Single wurde die Veröffentlichung einer, besser mehrerer LPs zum Beleg künstlerischen Durchhaltevermögens. Im Zeitalter der analogen Vinyl-Scheibe meist ca. 40 Minuten lang, mit der CD oft auch 60 und mehr; Album, Art Rock.
Lucía, Paco de Spanischer Flamenco-Gitarrist (*1947), der in vielen Stilen (Jazz) nicht nur zuhause ist, sondern diese auch stetig erneuert und somit die halbe spanische Musikwelt beeinflusst - ob solo oder mit Orchesterbegleitung; (Camaron de la Isla).
Lucifers Friend Deutsche Gruppe, die sich in den frühen 70ern zwischen Mainstream-Hardrock und Black Sabbath-Riffs versuchte.
Lucky Dube In Frankreich beheimateter Rasta-Man (geboren in Südafrika), der seit Mitte der 80er Jahre sauber produzierte Roots-Reggae-Alben auf den Markt bringt und auch live zu überzeugen weiß.
Luftgitarre meint das kindische Nachahmen des oft affektierten Gitarrenspiels ihrer Stars durch junge Fans, ohne dabei eine Gitarre in Händen zu halten; besonders im Heavy-Metal-Fankreis verbreitet.
Lunch, Lydia versuchte in den 80ern mit schrillem New Wave-Gegiekse, einigermaßen witzig gegen blutleere Acts wie Madonna anzukämpfen, aber so ideenreich war sie auch nicht, daß es schließlich nicht ähnlich harmlos geklungen hätte.
Lynch Mob Anfang der 90er Soloprojekt des Ex- Dokken-Gitarristen George Lynch, mit dem er deren Mainstream-Pfade (wenig erfolgreich) weiterzuverfolgen versuchte.
Lynn, Loretta Eine der erfolgreichsten amerikanischen Country-Sängerinnen, 1935 geboren. Musikalisch konservativ, jedoch textlich gegen das brave-Mädchen- Image emanzipatorisch, rauh und nasal-gefühlvoll vorgetragen.
Lynyrd Skynyrd waren Mitte der 70er Blues- und Country-angehaucht mit trickreichem Rock und dem beherrschenden Klang dreier Gitarren zunehmend erfolgreich („Sweet Home Alabama“, „Free Bird“), bis 1977 bei einen Flugzeugabsturz die halbe Band ums Leben kam. 1980 startete für zwei Jahre die ähnlich klingende „Rossington-Collins Band“ aus verbliebenen Mitgliedern und verstärkt um die kraftvolle Stimme der Sängerin Dale Krantz. Ab 1987 belebte sich die Band langsam wieder, jetzt mit dem Bruder des verstorbenen Ronnie van Zandt, Jonny, als Sänger; spieltechnisch virtuoser, aber leider etwas uninspiriert.
M Walking on the Water Deutsche Folk-Band ab den 80ern auf internationalem Niveau und mit zahlreichen musikalischen Anleihen.
M/A/R/R/S 1987 erschien „Pump up the Volume“ in dem House, Hip Hop und Disco vermischt den Anstoß für die Acid House-Bewegung ergaben.
M-Beat 1993 entstand in England zusammen mit dem schnellen Rap per General Levy der erste Hit der Jungle-Bewegung „Incredible“.
M.O.D. Ab Mitte der 80er die Band des Ex- S.O.D-Sängers Billy Milano; musikalisch ebenso schneller Thrash-Metal / Punk, textlich oft als rechtsradikal kritisiert.
M.S.G. siehe McAuley-Schenker Group.
MacAlpine, Tony Typischer amerikanischer Gitarrenzwirbler der 80er mit synthetischer Hardrock begleitung.
Macdonald, Amy Junge schottische Sängerin mit Gitarre und erstaunlich melodiösem Debut 2007 „This is the Life“. Klare Stimme und klare Songstrukturen zu leicht Folk-angehauchten Pop-Songs spannend bis zur letzten Note: ein Talent!
Machine Head Seit 1994 Heavy-Metal (erfolgreiche Debut-LP „Burn my Eyes“ ), stark an Pantera angelehnt, textlich krass: „Let Freedom Ring with a Shotgun Blast“.
Macka B Bestes Pferd aus Mad Professor 's Stall. Der farbige englische DJ toastet sich seit Anfang der 80er mit vom o.g. Dub-Meister ausgezeichnet produzierten Musikstücken und anspruchsvollen politischen und sozialkritischen Lyrics konsequent nach oben.
Mad Professor Überaus produktiver Dub-Alchemist („Dub Encounter Part 1 - 12“) aus England, für den Sparsamkeit bei den Dub-Effekten ein Fremdwort ist. Produziert zahlreiche Kollegen wie Macka B, U Roy, Ranking Ann; Zusammenarbeit mit Lee „Scratch“ Perry.
Madness, The Der populären britischen Ska /Gitarren-Pop-Combo gelang humorvoll-skurril in den 80ern des öfteren der Sprung in die kommerziellen Charts („Our House“).
Madonna Die 1960 in Detroit geborene Sängerin stellt die erfolgreichste Pop-Interpretin seit den 80ern dar. Zwischen tanzbaren eingängigen Songs und Balladen-Sound fand die Sängerin mit der anfangs etwas piepsigen Stimme stets einen Weg, den Nerv der Zeit zu treffen („Like a Virgin“ `84, „Material Girl“ `85). In den 90ern kann allerdings selbst das extrem schwachsinnige Sex- Image dieses archetypischen Pop-Produkts einen Karriere-Knick nicht verhindern (mit gekonntem Songwriting noch „Take a Bow“ als kleiner Hit ). Um die Jahrtausendwende grundmodernisiert natürlich wieder obenauf!
Madredeus Die seit einem Jahrzehnt musizierenden Portugiesen mit typischer leicht kindlicher Sängerin und kammermusikalischer Folklore wurden 1995 durch einen Film von Wim Wenders zunehmend bekannt („Ainda“).
Maffay, Peter, deutscher Rockmusiker; Sänger und Gitarrist. Nachdem er Anfang der siebziger Jahre seine Karriere als Schlager sänger begonnen hatte, wurde er in den achtziger Jahren einer der erfolgreichsten Interpreten deutscher Rock-/Popmusik.
Magic Sam (Sam Maghett) Seine hohe Stimme und sein aggressives Gitarrenspiel machten ihn bis zu seinem Tode 1969 zum Blues-Star in Chicago ; („All your Love“, „Easy Baby“, „Everything`s gonna be Allright“).
Magic Slim Der gefragte Chicago-Blueser versteht sich mit rauhem Gitarren-Stil und intensiver Stimme als Nachfolger seines Freundes Magic Sam.
Magma ist ab 1969 ein ausuferndes Konzept von Christian Vander aus Frankreich mit selbsterfundener Sprache, seltsamen Experimenten und kruder Mystik.
Magna Carta Sanfter und leichter Pop- Folk der 70er aus England.
Magnum 1978 in England gegründete Band, die mit sehr konventionellem Mainstream-Rock vor allem Mitte der 80er in Deutschland Erfolg haben konnte; Abschiedstour 1996.
Mahal, Taj Dem City-Blues nahestehender Einzelkünstler mit eher kopflastigem Beziehungen zum Blues und Publikum aus dem Rock- und Soul bereich ab den 60ern.
Mahavishnu Orchestra Fusion um den Gitarristen John McLaughlin in den 70ern.
Mahogany Rush Mainstream-Trio um Frank Marino (g) in den 80ern.
Mainstream (Vorherrschende Richtung) Im Bestreben eingängiger zu klingen und somit größere Kundenkreise anzusprechen, legen manche Bands oder Musiker ihre charakteristischen Stilmerkmale ab und ersetzen sie durch zeitgemäß-üblichen Sound. Der Begriff ist meist abwertend gemeint, da der ursprüngliche Liebhaber z.B. der harten Gitarren im Heavy-Metal durch verwässende Keyboards verprellt wird, oder sich der Kenner feiner Frauenstimmen nach der Grunge welle plötzlich selbst in Balladen mit harten Gitarren konfrontiert sah. Im Allgemeinen sorgen Keyboards, Chorgesäusel und einfachste Dancefloor beats für den guten Durchschnit im Stile von „Kaufhausberieselung“.
Makeba, Miriam Schon 1954 begann die Südafrikanerin (z.T. in afrikanischen Sprachen) afrikanische Musik mit westlichem Pop zu mischen. Musikalisch eher konventionell, ist sie bis heute die politisch erste Stimme Afrikas - nicht zuletzt durch zeitweilige Wohnsitznahme in den USA („Pata Pata“ war `67 dort zuerst ein Hit).
Malicorne Bretonische Folk band der 70er und 80er mit teils altertümlichen Instrumenten und Texten.
Malmsteen, Yngwie Der extrem schnelle schwedische Gitarrist versuchte sich Anfang der 80er relativ erfolglos als Mitglied der amerikanischen Hardrock-Bands Steeler und Alcatrazz und gründete neben „Yngwie Malmsteens Rising Force“ diverse Formationen, deren Material völlig neben den ellenlangen Solo-Eskapaden des Meisters unterging.
Mama Bea Französische Chanson ette, die mit kantig eingesetzten Rock-Elementen und ihrer lasziven und gleichzeitig unglaublich explosiven Stimme Mitte der 70er nur in Frankreich Kultstatus erreichte, bis sie in den 80ern in das konventionelle Chanson zurückfiel.
Mama's & the Papa's waren vor allem im Amerika der „Flower-Power-Hippies“ 1966 -`68 Superstars mit Folk-beeinflußtem Pop-Gesang in teilweise vertrackten und dennoch wunderschönen Harmonien („California Dreamin'“, „Monday Monday“). Die Sängerin Cass Elliott hatte mit „Dream a Little Dream of Me“ 1968 einen Millionen-Seller. Diverse Comeback-Versuche.
Mama's Boys Irisches blues betontes Hardrock-Trio der 80er („Needle in the Groove“).
Man Walisische Band mit präzisem Blues- und Country-beeinflußtem Rock von 1968 -`76. Vor allem in Deutschland erfolgreich und leider nur live wirklich ein großer Genuß.
(Manchester) Rave In England von 1989 bis `91 sehr populäre Richtung, bei der House-DJ s in Zusammenarbeit mit Gitarren-Popbands verschiedenste Einflüsse verbanden (mit Samples, Toasting usw.). Wichtigste Vertreter waren die Charlatans, „EMF“, „The Farm“, „Happy Mondays“, „Inspiral Carpets“, „Jesus Jones“, „Soup Dragons“ und die Stone Roses.
Mandel, Harvey Der Detroiter Gitarrist spielte bei Paul Butterfield, Canned Heat und einmal bei den Rolling Stones ; ab 1969 Solo-Platten mit bluesbetontem Rock.
Manhattan Transfer Gepflegtes Gesangsquartett zwischen Swing und Latin, 1971 in New York gegründet.
Manic Street Preachers Englische Band der 90er, bringen eine Mischung aus melodischem Punk und Hardrock-Anleihen, aber auch deutlich Pop-orientierte Balladen.
Manilow, Barry Amerikanischer Sänger und Entertainer mit 23 Millionen verkauften LPs 1975 -`80 zwischen aufgeblasenem Pop (z.B. „Copacapana“ mit Latin-Einschlag) und sauber berechneten Balladen („Mandy“).
Mann, Herbie Vor allem als Flötist einer oft harmlosen Fusion in den 70ern bekannt geworden.
Mann, Manfred Der 1940 in Südafrika geborene Keyboarder und Komponist versuchte sich Anfang der 60er in diversen englischen Jazz- und Blues-Gruppen, bis er unter eigenem Namen mit simplem, eingängigem Beat-Pop Mitte der 60er einige Hits hatte „Do Wah Diddy Diddy“, „Mighty Quinn“ (von Bob Dylan ). 1971 gründete er Manfred Mann's Earth Band, die bis weit in die 80er mit Songs wie „Blinded by the Light“ (von Bruce Springsteen ) zwischen melodiösem Hardrock und Synthesizer-Pop sehr gefragt war.
Mano Negra Ab den späten 80ern hektischer Folk/Punk/Rock aus Frankreich.
Manowar Überzogenes Helden- und Krieger-Image gepaart mit der Arroganz, den einzig wahren Heavy-Metal zu spielen, und eine immense Lautstärke verhalfen der 1982 in New York formierten Band zu großen Erfolgen in der Szene der 80er; geprägt von bombastischen Arrangements und der ein beachtliches Tonspektrum abdeckenden Stimme von Eric Adams.
Manson, Marilyn Krasser, aggressiver, androgyner amerikanischer Schreihals mit gleic